29.11.2019 - 13:04 Uhr
KulmainOberpfalz

Kein neues Wasserschutzgebiet

Kläranlage, Wasserversorgung, Feuerwehrfahrzeug und Mobilfunk - die Themen in der vierten und letzten Bürgerversammlung der Gemeinde Kulmain in diesem Jahr waren breit gestreut.

Bürgermeister Günter Kopp (stehend) nutzte die Gelegenheit für einen ausführlichen Bericht zum Gemeindegeschehen, die Bürger den Abend für zahlreiche Fragen an das Gemeindeoberhaupt.
von Bernhard KreuzerProfil

Bürgermeister Günter Kopp informierte am Donnerstag im Gasthaus Fröhler ausführlich über das Geschehen in der Kommune, die laufenden Maßnahmen, den Gemeindehaushalt und die Statistik des Standesamtes. Sein Hauptaugenmerk legte er auf die Ortschaften der Altgemeinde Oberwappenöst, für deren Bürger die Versammlung bestimmt war.

Ein Thema war für Witzlasreuth nicht nur die Wasserversorgung. Kopp verwies auf die Probleme der Quellschüttung durch den trockenen Sommer und die Absicherung der Trinkwasserversorgung durch die Stadt Kemnath. Diese hatte einst die Kulmainer Quelle erworben. Den Wunsch der Bürger, die örtliche Wasserquelle im Bereich Wunschenberg wieder zu aktivieren, wird nicht nachgekommen werden können. Für die Erweiterung des Steinbruchs und aufgrund der Nitratbelastung ist sie aufgegeben und das Wasserschutzgebiet aufgehoben worden. Ein neues Wasserschutzgebiet werde es nicht geben, betonte der Rathauschef, zumal die Ortschaft darin mit einbezogen werden müsste.

Der Fremdwasseranteil von 80 Prozent in der Kanalisation bereitet in Witzlasreuth Schwierigkeiten. Die Kosten der Kanalsanierung müssen auf die Bürger umgelegt werden. Genutzt wurde nun die Möglichkeit einen nachträglichen Zuschussantrag zu stellen. Auf eine Entscheidung wird noch gewartet. Kopp hofft, so die Bürger entlasten zu können. Der Ausbau der Kläranlage in Witzlasreuth sei auf einem sicheren Weg. "Die nächsten 30 bis 40 Jahre muss sie halten." Bescheid für TSF-Allrad

Der Diebstahl der alten Tragkraftspritze der Oberwappenöster Feuerwehr sei zu verschmerzen. Die gute Nachricht war, dass der Bewilligungsbescheid für die Beschaffung des TSF-Allrad für die Wehr dieser Tage eingegangen war. Ende nächsten Jahres könnte es bereits in der Halle stehen und 2021 gesegnet werden. Kliniken AG

Einschränkungen im finanziellen Spielraum der Gemeinde befürchtete der Bürgermeister wegen des explodierenden Verlusts bei der Kliniken Nordoberpfalz AG auf 9,5 Millionen. Dies werde möglicherweise zu einer Erhöhung der Kreisumlage und höheren Zahlungen führen. Nicht mit Begeisterung wurde der Hinweis aufgenommen, dass die Staatsforsten in Bayern 150 Windkrafträder aufstellen werden. Nein zu Anschlussleitung

Ohne Unterschrift wurde der Vertrag für die Anschlussleitung der geplanten Photovoltaikanlage nördlich der Staatsstraße 2177, zwischen der Einfahrt Oberwappenöst und der Naabtalkreuzung, zurückgeschickt. Auf kommunalen Grund sollte das Kabel verlegte werden. Kopp sah bei einer Verlegung auf Straßengrund zu große Probleme in der Zukunft. Weitere Grundstücksbesitzer lehnten ebenfalls ab. Kein Geld für Speichermedien

Auf die Frage, ob die Gemeinde Zuschüsse für die Installation von Speichermedien privater Photovoltaikanlagen gewährt, antwortete der Versammlungsleiter mit einem "Nein", weil dies eine freiwillige Leistung darstelle. Käferholz

Erleichtert war der Bürgermeister Kopp über den Einschlag des Käferholzes westlich der Gemeindeverbindungsstraße von Rothenhof nach Wunschenberg durch den Landesbund für Vogelschutz. Elektrifizierung

Zum Schluss lud Kopp zur ersten Gemeinderatssitzung im neuen Jahr am 14. Januar ein. Die Deutsche Bahn will dabei über die Elektrifizierung der Bahnstrecke informieren.

Hintergrund:

Gegen weitere Funkmasten

Die Forderung einiger Versammlungsteilnehmer, den Handy-Empfang zu verbessern, sahen sowohl Kopp als auch die Gemeinderäte nicht als Aufgabe der Kommune an. Begründet wurde die Wortmeldung mit dem Hinweis auf fehlenden Empfang im Freien. „Überall sind Rettungspunkte eingeführt, aber man kann sich nicht verständigen“. Selbst im Gasthaus Fröhler könne das Handy ausgeschaltet werden, weil keine Verbindung zu dem 310 Meter entfernten Sendemasten bestehe.

Schizophren sei es, wenn die Gemeinde für den Ausbau des 5G-Netzes bezahlen solle, weil es für private Anbieter nicht wirtschaftlich ist. Zudem verwies Bürgermeister Günter Kopp auf den Widerstand in der Bevölkerung bei der Aufstellung eines Funkmasten auf dem Birkenbühl. Auf privatem Grund steht er und durch die Bestrahlung befürchten viele gesundheitliche Auswirkungen. Die Notwendigkeit weiterer Funkmasten wurde nicht gesehen, nur weil jeder mit einem „Affenkastl“ rumrenne.

Ärger bereitet das Biberaufkommen in Bereich Witzlasreuth. „Alles wurde zugestaut“, berichtete der Rathauschef Günter Kopp. Mit Genehmigung des Landratsamtes seien einige Tiere gefangen und umgesiedelt worden.

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