Der ländliche Raum hat nach wie vor Nachholbedarf, um gleichartige Lebensverhältnisse für alle Bayern zu gewährleisten. Deshalb wollen die Freien Wähler (FW) die aktuelle Politik korrigieren.
Nach der Begrüßung durch Ortsverbandsvorsitzendem Günter Bäte umriss Landtagsdirektkandidat Bernhard Schmidt beim politischen Frühschoppen seine Zielvorstellungen. Nach dem Aus der Studiengebühren, des G 8 und der Straßenausbaubeiträge gab der Erbendorfer die Abschaffung der Kita-Gebühren als eines der nächsten Ziele vor. Die FW forderten zudem mehr Betreuungskräfte, deren bessere Bezahlung und Verringerung der Ausbildungszeit. Es mangle an Lehrkräften, die vielfach mit Angestelltenverträgen abgespeist werden, und dem Handwerk an Lehrlingen. "In Spanien sind 60 Prozent des Landes mit Glasfaser fürs Breitband erschlossen, bei uns sind es 4 Prozent", verdeutlichte Schmidt. Demnächst gingen 4500 Ärzte in den Ruhestand. 900 Arztstellen könnten dabei nicht mehr besetzt werden.
Listenkandidat Thomas Riedl monierte das Baukindergeld, das nur bezahlt werde, wenn Kinder bereits zu Baubeginn zur Familie zählten. "Die Zukunftsfähigkeit der ländlichen Region steht durch die Abwanderung der Jugend auf dem Spiel", erklärte der Eschenbacher. Mit Stärken der wirtschaftlichen Struktur, Abbau von Wirtschaftshemmnissen und besserer Versorgung müsse hier gegengesteuert werden. Holger Götz plädierte für kommunale Ärzteversorgungszentren nach Erfordernis, die Übernahme von Krankenhausdefiziten durch den Staat und die Abschaffung der vielen Auflagen für Direktvermarkter von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Zudem müssten Studenten, Uni, FH und Betriebe besser miteinander verzahnt sowie der öffentliche Personennahverkehr ausgebaut und gefördert werden, forderte der Bezirktags-Direktkandidat aus Speinshart.
Listenkandidat Wolfgang Lippert zeichnete ein positives Bild des Landkreises. Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze nahmen in seit 2008 um 20 Prozent zu, die Arbeitslosenzahl sank auf 2,8 Prozent und neue Firmen siedelten sich mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen an. Mit eigenen Initiativen wie dem Baxi-Anrufbus, E-Baxi und "Der mit'n Boart"-Bus trage der Landkreis zum Erhalt der Infrastruktur bei. Die Pilotinitiative zur Unterstützung von Heimatunternehmen und der Zusammenschluss in der Steinwald-Allianz zeigten Erfolge. "Der Landkreis ist selbstbewusster geworden - junge Leute kommen wieder hierher zurück."
"Viele Eltern kennen nur mehr ihre Rechte und nicht ihre Pflichten", bedauerte Lippert. Das sei ein wachsendes Gesellschaftsproblem an unseren Grundschulen, dass mittels Jugendsozialarbeitern in den Griff bekommen werden müsse. Mit Tschechien gelte es, das Problem der Asia-Märkte als Umschlagplatz für Drogen und Waffen, mit dem Staat die Finanzierung des Krankenhausdefizite und mit dem Freistaat den Schutz der Teiche vor Kormoran, Biber und Fischotter zu lösen. Eine Reform im Baurecht bei Brand- und Denkmalschutz sowie allgemeiner Bauvorschriften sei überfällig. "Im Bezirkshaushalt stehen 440 Millionen Euro. Ein Teil davon muss auch wieder in den Landkreis fließen", antwortete Lippert auf die Frage, weshalb er für den Bezirkstag kandidiere.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.