14.05.2019 - 15:26 Uhr
KulmainOberpfalz

Mittel effektiv verwendet

Wie das Rathaus hat die Gemeinde Kulmain das Daddy-Grundstück mit Städtebaumitteln saniert. Das mehrere Jahre leerstehende, früher als Wohn-, Wirtshaus und Ladengebäude genutzte Anwesen hatte sie im Zuge des Leerstandmanagements erworben.

Die Sanierung der Daddy-Anlage beinhaltete auch Arbeiten an den vier Felsenkellern.
von Arnold KochProfil

Kulmain.(ak) Wie Bürgermeister Günter Kopp bei der Einweihung des Rathauses (wir berichteten) und des Daddy-Areals am "Tag der Stadtebauförderung" in einer Feierstunde ausführte, seien 260 000 Euro bei 156 000 Euro Zuschuss in den Gebäudeabbruch und Neugestaltung investiert worden. Die alten Umfassungsmauern seien saniert, Zufahrts- und Verweilflächen gepflastert, Ruhemöbel aufgestellt und eine Streuobstwiese angelegt worden.

Unfallfreie Arbeiten

Mittels einer Eselstreppe sei der Burgweg nun von der Hauptstraße aus zu erreichen. Unterhalb der Fläche befinden sich vier sanierte und zugängliche Felsenkeller. Sie erhielten neue Zugänge und schmiedeeiserne Tore, Steinfußböden und Mauerbögen im Inneren zur Stabilisierung. An die Historie erinnert eine Stele mit text- und bildlichen Erläuterungen. Beiden Baustellen konnten unfallfrei beendet werden.

Kopp dankte allen Behörden, beauftragten Firmen und Gemeinderat für die gute Zusammenarbeit sowie Bauhof und Verwaltung für die Arbeitsleistungen, wobei Bauhofmitarbeiter Josef Reindl die Hauptlast bei den Eigenleistungen zur Rathaussanierung getragen habe.

Landtagsabgeordneter Tobias Reiß gratulierte der Gemeinde zum Mut, mit vereinten Kräften das alte und neue Rathaus wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Die Staatsmittel seien sinnvoll zur Stärkung von Ort und Kommune eingesetzt worden. Solche Maßnahmen stärkten das Selbstbewusstsein der Bürgerschaft, des Ortes sowie der Region und werteten den Ortskern auf.

Baudirektorin Regina Harrer von der Regierung der Oberpfalz berichtete, dass bundesweit 550, landesweit 70 Gemeinden, davon 11 in der Oberpfalz und 4 im Landkreis am "Tag der Städtebauförderung" teilnehmen. Dieser sei der richtige Tag für die Einweihung und Vorstellung des generalsanierten Rathauses. Die Städtebaumittel seien hier sinnvoll und effektiv mit Beteiligung der Bürger eingesetzt worden.

Weiter mit Bürgerhaus

Das städtebauliche Entwicklungskonzept sieht mit der Neugestaltung des Speckermühlplatzes und des alten Feuerwehrgerätehauses sowie Umbau des Haus des Gastes zum Bürgerhaus weitere Projekte vor, die aus diesem Fördertopf und der Nordostbayern-Initiative bezuschusst werden. Die Regierung begleitet die Planung, bewilligt die Förderung und unterstützt die Umsetzung dieser Maßnahmen. Kopp ergänzte, dass das Bürgerhaus mit 3,5 Millionen Euro Baukosten zur Verwirklichung ansteht und heuer - bei einem voraussichtlichen Zuschuss von bis zu 2,8 Millionen Euro - begonnen werden soll.

Laut Architekt Josef Weber beinhaltet das städtebauliche Entwicklungskonzept energetische, klimatische und städtebaulich relevante Aspekte. "Sie befinden sich an einem historischen Ort. Wir müssen froh sein, dass sich die Gemeinde entschieden hat, hierher zurückzukommen", erklärte der Planer bezüglich des Rathauses. Er erläuterte die Geschichte des ehemaligen Goebel'schen Schlosses anhand von Bildern, alten Zeichnungen und Stichen. Bei einem Rundgang durch das Gebäude erläuterte er die geschichtlichen Bauphasen und berichtete am Daddy-Platz vom erfolgreichen Leerstandmanagement und den erledigten Baumaßnahmen. Mit Präsenten bedankte sich die Kommune bei Harrer und Weber für die Unterstützung und Zusammenarbeit.

Großen Anklang findet auch das sanierte Rathaus.

Nach einem Rundgang und gemeinsamen Weißwurstfrühstück segneten die Pfarrer Dirk Grafe und Markus Bruckner das sanierte Rathaus mit Daddy-Anlage. "Immer das richtige Wort für die Bürger finden, die notwendige Geduld haben und immer den Menschen hinter allen Entscheidungen sehen; Gottes Segen für das sanierte Gebäude, alle die hier arbeiten und für alle getroffenen Entscheidungen im Sinne der Nächstenliebe", war ihr Wunsch. Beide überreichten Kopp ein Glaskreuz.

Am Nachmittag erläuterte Weber bei Führungen die baulichen Anlagen und deren Geschichte. Der Tag der Städtebauförderung schloss mit einem gemeinsamen Kaffee-Kuchent-Tisch im Martinsaal.

Eine Stele am gepflasterten Ruhebereich weist auf das abgebrochene Daddy-Haus hin.
Anpflanzungen werten die Daddy-Anlage zusätzlich auf.
Dem Ruhebereich ist eine Streuobstwiese vorgelagert.
Blick auf die Daddy-Anlage von Osten.
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