Kulmain
22.05.2018 - 20:00 Uhr

Schaffe, schaffe ...: Neues altes Rathaus bald fertig

Die Verwaltung im Rathaus muss wegen der Sanierung des Alten Schlosses ins Schulgebäude umziehen. Nun können die Angestellten bald wieder zurück. "Wir wollen bis zum 30. Juni fertig sein und umziehen können", erklärt Bürgermeister Günter Kopp.

2011 hatte die Gemeinde festgestellt, dass der bauliche Zustand des Rathauses auch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr den Anforderungen gesunden Arbeitens entspricht. Eine grundlegende Sanierung sah sie als dringend erforderlich an. Abstimmungen zwischen den beteiligten Behörden, Architekt, Statiker, Fachplaner sowie der Kommune waren aufgrund der besonderen Konstellation Rathaus - Denkmalschutz - Städtebauförderung notwendig und schoben den Baubeginn hinaus.

Nach vier Jahren Planung sowie Koordination und vorab erfolgter Trockenlegung der Rathausostseite begann im Juni 2015 die Sanierung. Die Kommune übernahm nach der Räumung die Freilegung der Innenflächen. Mit Schaufel, Kelle und Besen befreite Bauhofmitarbeiter Josef Reindl Kellergewölbe, Zwischendecken und Dachboden von 500 Tonnen Schüttmaterial, Unrat und Gerümpel. Erster Sanierungspunkt waren der Dachstuhl und die Decke des Obergeschosses. Diese hatte sich verformt, Fassadenrisse zeigten die Drucklast des Dachstuhls auf das Mauerwerk. Nach der Stabilisierung und waagerechter Ausrichtung des Dachstuhls, Einschalung und Eindeckung mit einen Biberschwanzziegeln wurde das gesamte Gebäude entkernt. Das Durchfeuchtungsproblem löste größtenteils eine neue, rund drei Meter tiefe Drainage zwischen Kirche und Rathaus.

Bei der Freilegung der Grund- und Außenmauern offenbarte sich Geschichtsträchtiges. Reste der alten Außenmauer Richtung Kirche, zugemauerte Fenster samt Rahmen und Glasscheibe sowie steinerne, von Gebäudebrand gezeichnete Relikte aus der Bauzeit des Gebäudes erzwangen Baustopps, erneute Untersuchungen und Dokumentationen von Archäologen und Denkmalschutz.

2016 begannen der Wiederaufbau des Gebäudekerns und neuer Geschossdecken sowie die Stabilisierung der Kellergewölbe. Eine Herausforderung war die Trockenlegung des Erdgeschosses sowie Felsen- und Gewölbekeller. Die vom Schutt der Jahrhunderte befreiten Leerräume wurden mit stabilem und leichtem Dämmmaterial verfüllt. Mit in der Außenmauer befestigten Zugstäben und Betondecken erhielt das Gebäude neue Stabilisierungselemente und Geschossdecken. Anschließend begann der Wiederaufbau der Innenraumwände entsprechend der geänderten Raumaufteilung im Unter-, Ober- und Dachgeschoss.

Beim Einbau der CO2-neutralen Pelletheizung kam es zu räumlichen Verschiebungen im Nebengebäude. Aufgrund bau- und brandschutzrechtlicher Vorschriften war ein über das unmittelbar anschließende Nebengebäudedach ein rund sieben Meter hoher Schornstein aus Edelstahl angedacht, der jedoch aus Sicht des Denkmalamtes nicht im Einklang mit dem historischen Gebäude stand. Die neue Heizzentrale wanderte daher ans nördliche Gebäudeende in den Garagenbereich. Dort entstand ein gemauerter Kamin. Zur dauerhaften Entfeuchtung des Erdgeschosses kam in die Wände eine Warmwasserheizung und auf die östliche Außenwand ein Spezialputz.

Die neuen Verwaltungsräume sind mit einer aufwendigen Elektro- und EDV-Installation ausgestattet worden. Die auf der Westseite außerhalb des Gebäudes liegenden Keller erhielten eine neue Deckenabdichtung. Der straßenseitige Türeingang mit klaffender Schrägstellung von 14 Zentimetern wurde ausgerichtet, hinter der Steinfassade innen ausgemauert und nach oben abgedichtet.

Der später mit einem Eisengitter verschlossene Kellerzugang und Öffnungen im Mauerwerk sorgen für die Belüftung der Felsenkeller sowie Entlüftung des neuen Serverraumes im Obergeschoss, der gekühlt werden muss, und des Dachraumes.

Wir wollen bis zum 30. Juni fertig sein und umziehen können.,Bürgermeister Günter Kopp

 
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