03.12.2019 - 14:31 Uhr
KulmainOberpfalz

Nicht nur im Alter vorsorgen und verfügen

Vorsorge im Alter durch Vollmacht und Verfügung ist wichtig, um rechtzeitig das in die Wege zu leiten, was man will oder auch nicht möchte. Erläuterungen dazu gab es beim Kulmainer Ortsverband der IG Bau.

Mit Blumen dankte IG Bau-Vorsitzender Thomas Hecht Ute Jaschke für ihren Vortrag.
von Arnold KochProfil

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sind für Ute Jaschke von der Betreuungsstelle Tirschenreuth des Bayerischen Roten Kreuzes nichts, was auf die lange Bank geschoben werden sollte. Beides garantiere ein hohes Maß an Selbstbestimmung und sei nicht immer einer Frage des Alters, erklärte sie beim Ortsverband der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau, wir berichteten).

Laut der Referentin ist eine Vorsorgevollmacht ist eine rechtsverbindliche Erklärung einer Person. Für den Fall, nicht mehr selbst über ihre Lebensgestaltung oder medizinische Maßnahmen entscheiden zu können, erteile sie Verfügungen und Vollmachten zum Handeln. Liege sie nicht vor, setze das Vormundschaftsgericht einen gesetzlichen Betreuer ein.

Nur dieser verwalte das Vermögen der zu betreuenden Person, erledige Bankgeschäfte, organisiere ambulante Hilfe oder einen Platz im Pflege- oder Altenheim.

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sollten mit den nächsten Verwandten und Ehepartnern besprochen werden. Sie setzten ein hohes Maß an gegenseitigem Vertrauen voraus und die Bereitschaft den Willen des Vollmachtgebenden umzusetzen, betonte Jaschke. Eine Vorsorgevollmacht könne handschriftlich, per PC oder Vordruck erteilt werden. Letzteres biete zudem Rechtssicherheit.

Immer enthalten sein müsse eine genaue Definition des Vollmachtumfangs. Die Vollmacht, die über den Tod hinaus bis zur Abwicklung des Begräbnisses reichen könne, dürfe auch mehreren Personen gleichzeitig erteilt werden, wobei dann bei Entscheidungen Einigkeit herrschen müsse. Besser sei es, eine Vollmachtreihenfolge festzulegen.

Als sinnvoll erachtete es die Rednerin, dem Bevollmächtigten auch Entscheidungen in Sachen Rente, Pflegegeld, Sozialhilfe, Therapie- sowie Operationsentscheidungen zu übertragen. Sofern kein Haus- und Grundbesitz vorhanden sei, reiche eine eigenhändig erstellte Vollmacht. Diese könne unter Wissen des Bevollmächtigten zu Hause aufbewahrt werden und gelte ein Leben lang.

Eine Patientenverfügung sollte alle drei bis vier Jahre erneuert werden. Dabei sollte ein Arzt die Unterschrift und die Geschäftsfähigkeit bestätigen. Sie garantiere, dass der Wille des Patienten durchgesetzt werde. Ein solches Dokument sei eine Vorausverfügung für spätere ärztliche Behandlungen oder Unterlassungen, die auch die passive indirekte Sterbehilfe unter Beachtung der rechtlichen Normen mit einschließen kann. Sie kann auch das Unterlassen bereits begonnener Maßnahmen enthalten. "Hierbei ist der Patientenwille absolut verbindlich", versicherte Jaschke. Die Betreuungsstelle gibt Hilfestellungen und hält dazu Schriften und Vordrucke bereit.

Mit einem Präsent bedankte sich Ortsvorsitzender Thomas Hecht bei der Referentin.

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