07.11.2021 - 09:34 Uhr
KulmainOberpfalz

Pfadfinder helfen beim Pflanzen von Waldbäumen in Kulmain

Revierförster Martin Wittmann (rechts mit seinem Hund Bahnu) leitete die Pflanzaktion der Pfadfinder. Der Waldbesitzer bedankte sich bei ihm und den Pfadfindern.
von Josef ZaglmannProfil

Aus der ganzen Diözese Regensburg kamen junge Erwachsene der Pfadfinderschaft St. Georg im Rahmen des jährlich stattfindenden Projekts "red roots" nach Kulmain, um beim Pflanzen von Waldbäumen zu helfen. Sie übernachteten auf dem Gelände des DPSG Stammes Kulmain beim Schulplatz. Schon in der Frühe ging es für sie nach Zinst, wo in einem Wald durch den Borkenkäfer eine Lücke entstanden war.

"Hier hat der Borkenkäfer Fichten befallen und innerhalb kürzester Zeit umgebracht", erklärte ihnen Forstamtsrat Martin Wittmann. Durch den Klimawandel, der immer trockenere und wärmere Jahre mit sich bringt, sei die Borkenkäferpopulation seit Jahren hoch. Die befallenen Fichten mussten so schnell wie möglich gefällt und aus dem Wald gebracht werden.

Das hat der Waldbesitzer in Zinst mit Unterstützung der Forstverwaltung rechtzeitig geschafft. Jetzt stellte sich die Frage, welche Bäume in die Lücke gepflanzt werden sollen. Martin Wittmann, der Förster des Reviers Kemnath, erklärte den Pfadfindern, wie die Auswahl an Baumarten zusammen mit dem Waldbesitzer getroffen wurde. Er erklärte verschiedene Klimamodelle, mit denen die Eignung der Bäume für die Verhältnisse in einer Zukunft mit Klimawandel ermittelt werden. "Das ist gar nicht so einfach, weil die Bäumchen schon heute anwachsen müssen, aber in 100 Jahren noch immer wachsen sollen, ohne unter dem trockeneren und wärmeren Klima zu leiden", betonte Wittmann.

Das funktioniere aber nur bis zu einer Klimaerwärmung von 1,5 bis 2 Grad. Wenn die Erwärmung stärker ausfallen würde, hätte so gut wie kein Baum, der heute gepflanzt wird, eine Chance in der Zukunft. So fiel die Auswahl auf Douglasien, Küstentannen, Winterlinden, Vogelkirschen und Bergahorn. Viele verschiedene Baumarten auf einer kleinen Fläche. "Dadurch soll das Risiko gesenkt werden, wenn eine der Baumarten ausfällt", sagte der Revierförster. Dann packten die Pfadfinder fleißig mit an, gruben Löcher und pflanzten die Bäumchen auf der Fläche. Sie lernten vom Förster schnell, wie man sorgsam mit den jungen und empfindlichen Pflanzen umgeht und was es mit Wurzelschnitt und Pflanzverband auf sich hat. Um die jungen Pflanzen vor Verbiss durch Rehe zu schützen, wurde von den Pfadfindern auch ein Wildschutzzaun um die Fläche gebaut. Der Waldbesitzer war bei dieser Pflanzaktion auch dabei und freute sich über die Unterstützung. "Wald ist eine gelebte Generationenaufgabe, in der, gerade in Zeiten des Klimawandels, die Verantwortung für die zukünftige Generation ernst genommen werden muss", gab Martin Wittmann zu bedenken.

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