(ak) Besucher und Mitglieder bewirtet die Ortsgruppe des Schäferhundevereins gerne und häufig im Vereinsheim, Hundefreunde üben auf dem top gepflegten Gelände. Aber Gäste, die den Betrieb komplett lahm legen, sind nicht willkommen. Gemeint sind die Raupen des Eichenprozessionsspinners. Diese hatte am Samstag eine Teilnehmerin an der Hundeleistungsprüfung am Stamm der einzigen Eiche auf dem Übungsgelände entdeckt und zweitem Vorsitzenden Heinz Zucker gemeldet. Da die Gesundheitsgefährdung durch diese Schädlingsart bekannt war, informierte er die Gemeinde und diese das Forstamt. Daraufhin wurde das Gelände um das Vereinsheim mit Trassierband abgesperrt. Schilder im Zugangsbereich warnen vor dem Schädling.
Am Mittwoch mussten die Stammgäste deshalb ohne ihren gewohnten Dämmerschoppen und ohne gemütliche Schafkopfrunde wieder den Nachhauseweg antreten. Ein Fachmann des Forstamtes den Befallsbaum besichtigt. Nachdem der Maschinenring mit der Schädlingsbekämpfung mittels Absaugen bereits beauftragt wurde, hofft der Verein, dass diesen Samstagnachmittag wie gewohnt Dämmerschoppen und Schafkopfrunde stattfinden können.
Die sehr feinen Brennhaare der Raupe, die ein Eiweißgift namens Thaumetopoein enthalten, können beim Menschen eine Raupendermatitis auslösen. Die Brennhaare der Raupe brechen leicht und werden bei günstiger Witterung durch Luftströmungen über weite Strecken getragen. Die alten Larvenhäute bleiben nach der Häutung in den "Nestern", deshalb ist dort die Konzentration an Brennhaaren oft sehr hoch. Die Raupenhaare sind lange haltbar und reichern sich über mehrere Jahre in der Umgebung an. Für den Menschen gefährlich sind die Haare des dritten Larvenstadiums im Mai und Juni. Sie haften auch an Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührungen stets neue toxische Reaktionen aus. Die Raupendermatitis kann sich in drei verschiedenen klinischen Erscheinungsbildern zeigen. Man sollte deshalb grundsätzlich die Befallsgebiete meiden, unbedeckte Hautbereiche schützen, Raupen und Gespinste nicht berühren. Ein sofortiger Kleiderwechsel und Duschen nach möglichem Kontakt ist ratsam. Auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen sollte verzichtet werden, solange Raupennester erkennbar sind.
Die Bekämpfung sollte nur durch Fachleuten durchführt werden. Die Kosten dafür hat der Grundstückseigentümer, in diesem Fall die Gemeinde, zu tragen. Das Fällen der kräftigen Eiche ist jedoch nicht erforderlich.
Kulmain
08.06.2018 - 14:01 Uhr
Raupen legen Betrieb lahm
von Arnold Koch
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