13.05.2019 - 17:07 Uhr
KulmainOberpfalz

Mit Sanierung Zeichen setzen

Nach vier Jahren Planungs- und Finanzierungs- sowie drei Jahren Bauphase sind die Schmuckstücke Rathaus und Daddy-Anlage in Kulmain fertig. Jetzt präsentierten sie sich den Bürgern.

von Arnold KochProfil

Das Sprichwort "Was lange währt, wird endlich gut" trifft auf das ehemalige Alte Schloss als generalsaniertes neues Rathaus inmitten der Ortschaft zu. Nach sieben Jahren Vorbereitungs- und Bauzeit stellte die Kommune im "Tag der Städtebauförderung" ihr Schmuckstück der Bürgerschaft vor, das zudem mit der Daddy-Anlage den ökumenischen Segen erhielt.

Zum kleinen Festakt hatten sich unter anderem die Referentin für Städtebauförderung bei der Regierung der Oberpfalz, Baudirektorin Regina Harrer, Pfarrer Markus Bruckner, Architekt Josef Weber, Landtagsabgeordneter Tobias Reiß, Ebnaths Rathauschef Manfred Kratzer, dritter Bürgermeister Eberhard Besold aus Immenreuth, Mitglieder des Kreis- und Gemeinderates, zweiter Bürgermeister Albert Sollfrank, Rathausbedienstete, Vertreter der an der Sanierung vertretenen Firmen und Bürger im Bürgermeisterzimmer eingefunden. Hausherr Günter Kopp gab einen Rückblick über den Sanierungszeitraum.

2011 habe es seitens der Bediensteten wachsende Beschwerden über Feuchteschäden, Schimmel und sich verschlechternde Arbeitsverhältnisse gegeben. Dies veranlasste die Kommune, die Gemeindeverwaltung im Oktober 2011 für die Dauer von sieben Jahren ins Schulgebäude auszulagern. Der Gemeinderat habe die weitere Verwendung des maroden Gebäudes als Museum bis zum generalsanierten Rathaus und neuen Verwaltungssitz diskutiert. "Die Grundidee, sich als Gemeinde nicht aus der Ortsmitte zu verabschieden, leitete uns sich für die Generalsanierung zu entscheiden", erklärte Kopp. Bei der Aufwertung und Stärkung der Ortsmitte wollte man mit gutem Beispiel voranzugehen. Die Zusammenarbeit mit dem Städtebaureferat bei der Regierung und dem Landesamt für Denkmalpflege sei gut gewesen, blickte er zurück.

Das Kriterium "Denkmalgeschütztes Altes Schloß" im Sanierungsgebiet Städtebauforderung öffnete den Weg zu einer gesicherten Finanzierung. Das mit 1 665 000 Euro veranschlagte Projekt sei mit Mitteln der Städtebauförderung (800 000 Euro), Bayerischen Landesstiftung (130 000), des Bezirks (45 000) und Landkreises (5000) bezuschusst worden. Inklusive der neuen Büroeinrichtung und EDV-Anlage werde mit Gesamtkosten von rund 1,85 Millionen Euro gerechnet.

Die Bauzeit reichte vom Juni 2015 bis zum Wiedereinzug im Oktober 2018. Der Gebäudezustand erforderte die statische Verbesserung des Dachstuhles und des Umfassungsmauerwerks. Der zunächst aufgebaute Trockenfirst musste aus Gründen des Deckmalschutzes durch einen gemauerten First ersetzt werden. Das Gebäude wurde entkernt, Deckenlagen entfernt und die Gewölbekeller von jahrhundertealtem Bauschutt befreit. Die Hohlräume füllte man mit Dämmmaterial, zog neue Betondecken ein und stabilisierte die Außenwände mit Zugankern. Die alte Mann-an-Mann-Decke über dem Erdgeschoss wurde erhalten, das in den Felsen und Gewölbekeller eindringende Schichtenwasser abgeleitet, Eingang, Böden und Kellerwände samt Aufgang wurden instandgesetzt und trockengelegt. Das Gebäude erhielt eine mit Pellet befeuerte Fußboden- und Wandheizung. Die Heizung samt Hausanschlussraum und Pelletlager sind im Nebengebäude untergebracht, dass zurückgebaut und ebenfalls saniert wurde.

Das Gebäude erhielt mit Flossenbürger Granit belegte Estrich- oder Holzböden auf Holzlager in den Obergeschossen, neue Fenster und Türen. Die Räume im Erdgeschoss mit behindertengerechten WC sind barrierefrei zu erreichen, die Türen können per Taster geöffnet werden. Dazu wurden die Parkflächen und Zugangsbereiche abgesenkt und die Parkflächen neu angelegt. Der Zugangsbereich samt Treppe und Auffahrt ist neu angelegt, begrünt und mit erhöhten Geländern und Rammbords gesichert worden. Kopp betonte, dass alle Entscheidungen einstimmig oder mit großen Mehrheiten getroffen wurden.

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