13.11.2018 - 15:24 Uhr
KulmainOberpfalz

Seele für viel Diridari

In der guten Stube des Bergbauernhofes raucht`s und der Pfarrer hat wegen des Schwefelgeruchs einen heftigen Nießanfall. Es wird geflucht und „Fix, Teife Halleluja“ begeistert die Besucher

Blasius Etzgruber (Josef Scherm, Mitte) flucht wieder einmal. Da lässt der Teufel (Wolfgang Schmidt, links) nicht lange auf sich warten. Der Pfarrer (Rudolf Söllner, rechts) hält Blasius dazu an, das vakante Mesneramt, das Sammeln mit dem Klingelbeutel, zu übernehmen.
von Arnold KochProfil

So heißt die neue Bühnenposse in drei Akten, die am Samstag nach dem Vorjahreserfolg "Der Latschenbauer Sepp auf Brautschau" bei der Premiere für Furore sorgte. Unter der Regie von Christine führten die authentisch auftretenden Laienschauspieler - angeführt von "Teife" Wolfgang Schmidt - das Bauerntheater des Stückeschreibers Xaver Huisenbeck zum Bühnenerfolg.

In der Handlung, die auf dem Etzgruberhof in den bayerischen Bergen spielt, sparten die Besucher beim 25. Bühnenjubiläum der agilen Theatertruppe des Trachtenvereins Goldbachtaler nicht mit herzhaftem Lachen und Szenenapplaus: Fluchen sollte man nicht. Aber dem Berghofbauern Blasius, gespielt von Josef Scherm, kommt so mancher über die Lippen. Beim nächsten "Fix, Teife, Halleluja"-Fluch tritt Adular Graf von Schwarzenberg (Wolfgang Schmidt) mit Schwefeldampf und Lichtgeflacker in die Bauernstube des geldgierigen Etzgrubers. Blasius' neuer "Freund" trinkt mit ihm nicht nur ein Stamperl Schnaps, sondern schlägt ihm ein Geschäft vor. "Ich hilf da beim Diridari und Du gibst'ma dei Seel", ist sein Vorschlag, den Blasius schließlich annimmt.

Nießanfall des Pfarrers

Der Pfarrer (Rudolf Söllner) hält Blasius dazu an, das vakante Mesneramt, das Sammeln mit dem Klingelbeutel, zu übernehmen, der mit manchem Hosenknopf gefüllt ist. Dabei hat der Pfarrer ob des seltsamen Geruchs einen Nießanfall. Doch Blasius lehnt ab. Ihn sticht der geplante Eisenbahnbau mit einem Bahnhof auf seiner Wiese ins Auge, auf den er einen Abgeordneten-Spezi angesetzt hat.

Die oft flunkernde Ratsch-Kathl Maultaschner (Maria Stich) kommt Hutza auf den Etzgruberhof, und erzählt der Etzgruber-Bäuerin Genoveva (Theresia Horn) ihren neuesten Traum vom ihr erschienenen "Leibhaftigen". Der Graf rät Blasius zum Grundstückstausch, als ihm sein Spezi mitteilt, dass der Bahnhof nicht auf seinem sondern auf dem Nachbargrundstück des ahnungslosen Landarztes Dr. Brösl (Wolfgang Merkl) gebaut werden soll. Bei seinem Hausbesuch wird er vom Grafen und Blasius zum Grundstückstausch überredet.

Doch das Blatt wendet sich gegen Blasius, als sein Spezi es durchsetzt, dass der Bahnhof trotzdem auf dem ehemaligen Etzgruber-Grundstück gebaut wird. Zudem kommt Dr. Brösl für seinen Traum eines Sanatoriumneubaus das plötzlich aufgetretene Sprudeln einer Heilquelle auf seinem neuen Grundstück weiter zu gute.

Weniger Hosenknöpfe

Derweil geht Kathls Traum vom Liebesabenteuer und ihrer Geburt eines Siebenpfünders nicht in Erfüllung. Deshalb nimmt sie mit Genoveva mit Hilfe des Casanova-Buches Nachhilfe in Sachen Liebesabenteuer. Da der Graf plötzlich nach der Pleite von Blasius' Seite weicht, besinnt sich Blasius auf sein fast schon verlorenes Seelenheil. Auf Druck des Pfarrers wird er Mesner, Klingelbeutelsammler, Vorbeter beim Bittgang und muss künftig die weniger werdenden Hosenknöpfe aus der Kirchensammlung aussortieren.

Für Licht und Technik war Wolfgang Lorenz verantwortlich. Die Bühne baute Reinhard Prechtl. Für die Maske sorgte Kathrin Prechtl.

Die Ratsch-Kathl Maultaschner (Maria Stich, links), Dr. Brösl (Wolfgang Merkl, Mitte) und Bergbäuerin Genoveva Etzgruber (Theresia Horn, rechts).
Der ahnungslose Dr. Brösl (Wolfgang Merkl, links) schaut bei Familie Etzgruber vorbei, die oft flunkernde Ratsch-Kathl Maultaschner (Maria Stich, Mitte) kommt oft Hutza auf den Hof. Bäuerin Genoveva (Theresia Horn) lauscht deren neuesten Träumen.
Der Teufel (Wolfgang Schmidt).
Der Teufel (links) und Blasius bei der Vertragsunterzeichnung zum Seelenverkauf.
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