16.06.2020 - 14:59 Uhr
KulmainOberpfalz

Unbeliebter Gast auf erneutem Besuch

An dem Baum fanden die Verantwortlichen des Schäferhundevereins eine Ansammlung von Raupen des Eichenprozessionsspinners.
von Arnold KochProfil

Drei Jahre hintereinander ist eine Tierart bei den Kulmainer Hundefreunden zu Gast. Auf diese Besucher könnten sie aber gerne verzichten.

Gäste und Mitglieder bewirtet die Ortsgruppe des Schäferhundevereins gerne und häufig im Vereinsheim. Natürlich ruht der Betrieb des Vereinsheimes durch die Corona-Pandemie seit März. Aber ungebetene Besucher, die den Betrieb komplett lahm legen, sind auch in diesen Zeiten nicht willkommen. Gemeint ist der Eichenprozessionsspinner, der zum wiederholten Male auf dem Vereinsgelände ist.

Die Verantwortlichen des Vereins haben feststellen müssen, dass sich am Stamm der einzigen Eiche auf dem Übungsgelände nahe des Vereinsheimes eine Gruppe dieser Spinnraupen auf den Weg in die Baumkrone gemacht hat. Schon 2018 hatten sie erstmals mit ihnen Bekanntschaft gemacht. Da die Gesundheitsgefährdung durch diese Schädlingsart bekannt war, informierte der Hundeverein die Gemeinde. Daraufhin wurde der Bereich um die befallene Eiche mit Trassierband abgesperrt. Schilder informieren über den Grund der Absperrung und warnen vor dem Schädling. Wirtschaftliche Nachteile für den Verein traten nicht ein, da dessen Heim wegen der Pandemie schon seit langem geschlossen ist.

Bereits zum dritten Mal ist diese rund 40 Jahre alte Eiche vom Prozessionsspinner befallen. Neben ihr mussten auch weitere Bäume, so zum Beispiel in der Feldflur Mauswinkel, abgesperrt werden. Wie auch in den vergangenen beiden Jahren wollte die Gemeinde den Maschinenring mit der Schädlingsbekämpfung mittels Absaugen beauftragen.

Da der Prozessionsspinner die Eiche erneut befallen hat, stellt sich die Frage, ob dem Schädling nicht durch Fällen und Neupflanzung einer anderen Laubbaumart ein Riegel vorgeschoben werden sollte. Zudem kostet die jährliche Entfernung des Schädlings der Gemeinde auch Haushaltsmittel.

Hintergrund:

Toxische Reaktion durch Raupenhaare

Die sehr feinen Brennhaare des Eichenprozessionsspinners enthalten das Eiweißgift Thaumetopoein, das beim Menschen eine Raupendermatitis auslösen kann. Die Brennhaare der Raupe brechen leicht und werden bei günstiger Witterung durch Luftströmungen über weite Strecken getragen. Die Larvenhäute bleiben nach der Häutung in den „Nestern“, weshalb die Konzentration an Brennhaaren oft sehr hoch ist.

Alte Gespinstnester sind eine anhaltende Gefahrenquelle. Die Raupenhaare reichern sich über mehrere Jahre in der Umgebung an, besonders im Unterholz und im Bodenbewuchs. Für den Menschen gefährlich sind die Haare des dritten Larvenstadiums im Mai und Juni. Sie halten sich auch an den Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührungen stets neue toxische Reaktionen aus. Sie dringen leicht in die Haut und Schleimhaut ein und setzen sich dort mit ihren Häkchen fest. Die Raupendermatitis kann sich in drei verschiedenen klinischen Erscheinungsbildern zeigen. Man sollte deshalb grundsätzlich die Befallsgebiete meiden, unbedeckte Hautbereiche schützen sowie Raupen und Gespinste nicht berühren. Ein sofortiger Kleiderwechsel und Duschen nach möglichem Kontakt ist ratsam. Auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen sollte verzichtet werden, solange Raupennester erkennbar sind. Die Bekämpfung sollte nur durch Fachleute erfolgen.

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