25.03.2020 - 12:08 Uhr
KulmainOberpfalz

Verständnisvolle Bürger hinterm Plexiglas

Nachbarschafts- und Hilfe für Mitbürger in einer Gemeinde wie Kulmain sind oft neu entdeckte Werte, die Leute in Notsituationen näher zusammenrücken lassen. Auch der Vorsorge kommt mehr Bedeutung zu.

In der Metzgerei von Susanne Thiem dient eine Plexiglaswand über der Theke sowohl ihr als auch den Kunden als Infektionsschutz.
von Arnold KochProfil

Bürger von Kulmain und seiner nahen Nachbarorte können sich noch glücklich schätzen, auf eine Grundversorgung im Ort bauen zu können. Rita's Dorfladl, die Metzgereien Thiem und Wiesend sowie die Holzofenbäckerei Schmid garantieren frische Wurst, Fleisch, Backwaren sowie Grundnahrungs- und Lebensmittel für den täglichen Bedarf. Die aufgrund der Coronapandemie staatlich angeordnete Ausgangsbeschränkung schränkt die Bewegungsfreiheit der Menschen jedoch ein.

Zwar ist der Einkauf für jeden noch möglich, für ältere und kranke Bürger und solche mit Herzkreislauf-, Immun- und Atemsystemerkrankte birgt der Gang zum Einkauf oder Apotheke durch die Ansteckungsgefahr jedoch erhebliche Gefahren. Und wer unter Quarantäne steht, darf die Wohnung sowieso nicht verlassen.

Café-Ecke geschlossen

Das merkt auch Rita Braun. Die Betreiberin von Rita's Dorfladl hat kurz vor der Coronakrise ihren Laden umgebaut und eine Café-Ecke mit Sitzgelegenheiten eingerichtet. Diese musste sie jetzt schließen. "Die Ausgangsbeschränkung trifft kleine Läden besonders. Diese Woche merkt man den Kundenrückgang schon. Die Lage dadurch wird nicht einfacher. Ich werde kämpfen müssen, um den Laden halten zu können", erklärte die Betreiberin. Maximal fünf Kunden können ab sofort - aber ohne Kaffeepause - einkaufen.

Kreuze auf dem Boden

In der Bäckerei zeigen vier mit Isolierband auf den Boden geklebte Kreuze die maximale Kundenanzahl, die sich im Verkaufsraum aufhalten darf. In der Metzgerei Thiem sind drei zugelassen. "Der Rest wartet geduldig draußen oder bleibt gleich im Auto sitzen. Die Leute sind aber alle verständnisvoll", berichtet Susanne Thiem. Eine Plexiglaswand über der Theke bietet dem Metzger-Ehepaar und Kunden Schutz vor Infektion. "Alle Kunden erkennen den Ernst der Lage und zeigen für die von uns getroffenen Maßnahmen und für die Ausgangsbeschränkung Verständnis", sagen alle der befragten Geschäftsleute.

Hilfsdienst, Infektionsschutz Rita`s Dorfladl
Die neue Café-Ecke in Rita's Dorfladl ist verwaist. Im Geschäft dürfen sich aktuell gleichzeitig nur noch fünf Kunden aufhalten.
Hintergrund:

Helfergruppe bietet Einkaufsdienst an

Für den Gemeindebereich haben Pfadfinder und Junge Union wegen der Coronakrise einen kostenlosen Einkaufsdienst für Personen, die zur Risikogruppe gehören, ins Leben gerufen. 14 Helfer stehen zur Verfügung. Weitere sind willkommen. Sie übernehmen das Einkaufen von Lebensmitteln in den örtlichen Geschäften, Medikamentenabholung in der Apotheke und Haustierversorgung. Die Bestellung wird telefonisch aufgenommen. Fünf Minuten vor der Ankunft wird der zu Versorgende angerufen und ihm der zu zahlende Betrag mitgeteilt. Das Geld soll möglichst passend in einen Briefumschlag vor die Tür gelegt werden.

Die Helfergruppe übernimmt bei Anruf selbstständig die Planung und Disposition durch die eingerichtete Whatsapp-Gruppe. Es wird aber gebeten, diese Einrichtung nicht als „täglichen Brötchendienst“ auszunutzen. Der erledigte Einkauf sollte nach Möglichkeit für drei bis vier Tage reichen. Eilige Besorgungen wie Medikamente sind jederzeit und auch täglich möglich.

Der Hilfsdienst ist erreichbar unter folgenden Telefonnummern: 0151/581 342 76, 09642/702 215 (Ansprechpartner Paul Birkner); 0151/558 599 26, 09642/8296 (Eva und Felix Linkel); 0151/275 461 55 (Georg Redl).

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.