16.04.2020 - 10:55 Uhr
KulmainOberpfalz

Viele Fragen zu Lebensraum

Im Ferienausschuss entscheiden die Kulmainer Gemeinderäte über Formalien des neuen Baugebiets. Nicht alles kann dabei geklärt werden.

Mitten im geplanten Gewerbegebiet zwischen Friedhof und Staatsstraße 2177 liegt ein kleines Feuchtbiotop. Dotterblumen blühen dort bereits. Die spannende Frage ist, kann es wie gewünscht verlegt werden?
von Bernhard KreuzerProfil
Mitten im geplanten Gewerbegebiet zwischen Friedhof und Staatsstraße 2177 liegt ein kleines Feuchtbiotop. Dotterblumen blühen dort bereits. Die spannende Frage ist, kann es wie gewünscht verlegt werden?
Blick auf das geplante Gewerbegebiet von der Einfahrt Kulmain West der St. 2177. Links die Eingrünung des Gottesacker, in der Mitte der Bauhof der Gemeinde und rechts davon das Biotop. Die St. 2177 grenzt rechts am Rande das geplante Gewerbegebiet ab
Seit vielen Jahren ist die Dreiecksfläche, begrenzt durch die Lenauer Straße und einen Feldweg, Gewerbegebiet. Keiner will es. Deshalb soll es aufgelöst werden.

Im kleinen, aber beschlussfähigen Kreis des Ferienausschusses tagte am Dienstag der Gemeinderat. Ein ungewohntes Bild bot die letzte Sitzung des 2014 gewählten Gremiums: Bürgermeister Günter Kopp, vier Gemeinderäte, Geschäftsführerin Kathrin König und Corinna Reinhart vom Bauamt verloren sich nahezu im geräumigen Martinssaal des Pfarrzentrums. Dorthin war das Gremium ausgewichen, um ausreichend Abstand zu gewährleisten.

Geänderte Wünsche

Zu Beginn der Sitzung fanden noch zwei Zuhörer in den Saal. Matthias Rühl vom Planungsbüro "Stadt und Land" aus Neustadt/Aisch wurde zu zwei Tagesordnungspunkten begrüßt. Der erste betraf die dritte Änderung des Bebauungsplans "Am Erlenbach" und der zweite die Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich des Friedhofs bis zur Staatsstraße 2177.

Hintergrund der Änderung des Bebauungsplans "Am Erlenbach" sind die geänderten Wünsche Bauwilliger. Die Gemeinde wolle fortschrittlich sein und den Bebauungsplan entsprechend anpassen, betonte Bürgermeister Günter Kopp. Vor einem Monat wurden die Änderungsmöglichkeiten im Gemeinderat beraten. Sie wurden nun vom Planungsbüro eingearbeitet.

Nachverdichtungen sollen zugelassen, die Nutzung von Solarenergie ermöglicht und die Zahl der Geschosse freigestellt werden. Baugrenzen werden zu Bändern zusammengefasst und Festsetzungen vereinfacht. Die Vorschriften und Regelwerke für das 21 800 Quadratmeter große Baugebiet wurden nach den Worten von Matthias Rühl radikal vereinfacht.

Der Ferienausschuss billigte einstimmig den Entwurf und beauftragte die Verwaltung, das Anhörungsverfahren einzuleiten.

"Der Flächennutzungsplan im Bereich des Friedhofs bis zur Ortsumgehung bedarf einer Änderung. Ein Unternehmer erwägt, dort ein Firmengebäude zu errichten", leitete Bürgermeister Kopp den nächsten Tagesordnungspunkt ein. Eine Nettofläche von 3,3 Hektar umschließt das angestrebte neue Gewerbegebiet. Im Gegenzug soll ein kleines, dreieckiges Gewerbegebiet an der Lenauer Straße mit einer Fläche von 1,4 Hektar zurückgenommen werden. Grund: Diese Fläche ist zwar schon lange ausgewiesen, wird aber nicht genutzt.

Viele Fragen offen

Im neuen Gewerbegebiet sieht der Entwurf zusätzliche Parkplätze im Bereich des Friedhofs vor. Ein "Grünpuffer" soll den Gottesacker vom Gewerbegebiet trennen. Viele Fragen blieben bei der Vorstellung der ersten Planungsstufe offen: So standen zahlreiche Fragezeichen hinter dem ausgewiesenen Biotop beim Bauhof. Es muss verlegt werden. "Es wird nicht einfach werden", befürchtete Albert Sollfrank. Ebenso könnte die Bebaubarkeit der Fläche selbst Probleme aufwerfen.

Antworten auf die offenen Fragen wird der nächste Planungsschritt bringen. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung, das Planungsverfahren für die Ausweisung des Gewerbegebietes Friedhof/Schirnitzbach mit gleichzeitiger Auflösung des Gewerbegebietes an der Lenauer Straße einzuleiten.

Absagen:

Absagen

Das Coronavirus legt das gesellschaftliche Leben lahm. So musste Bürgermeister Günter Kopp in der Sitzung des Ferienausschusses, dem verkleinerten Gremium des Gemeinderates, am Dienstag schweren Herzens mitteilen, dass sowohl das Sommerfest des Kindergartensals auch das Bürgerfest aufgrund der Pandemie nicht abgehalten werden können. Weiterhin in der Planung ist noch die 750-Jahr-Feier der Partnergemeinde Purbach am Neusiedler See. Ob diese stattfindet, ist abzuwarten, sagte der Rathauschef. Vom 20. bis zum 23. August beabsichtigt die Gemeinde dorthin zu reisen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.