13.03.2020 - 12:07 Uhr
KulmainOberpfalz

Vierbeiner als Pflege des Kulturguts

Die Sichtung und Körnung von Schäferhunden war neben der Weiterbildung von Hundeführern und -züchtern das erreichte Ziel einer zweitägigen Veranstaltung des RSV2000 in Kulmain

Zur Hundesichtung und -körung hieß Dr. Helmut Raiser (stehend, 14. von links) viele Hundebesitzer willkommen.
von Arnold KochProfil

Der deutschlandweit agierende Schäferhundeverein RSV2000 hatte rund 30 Halter junger Schäferhunde zu einer Sichtung auf dem Gelände der Ortsgruppe des Schäferhundevereins eingeladen. Der Leiter Ausbildung und Zucht, Helmut Raiser, hieß die Hundefreunde mit Familien auf dem Übungsgelände willkommen.

Die Besten aussuchen

"Die Erhaltung des Deutschen Schäferhundes und seiner genetischen Ressourcen als Gebrauchshund gehört zur Pflege des Kulturgutes. Ziel des Schäferhundevereins RSV2000 ist daher die weltweite Zucht eines gesunden, gebrauchstüchtigen Deutschen Schäferhundes unter Ausnutzung des gesamten Genpools", erläuterte Reiser.

Um einen Gebrauchshund zu züchten, müsse zuvor mit ihm gearbeitet werden. Dann erst erkenne man seine Leistungsfähigkeit und Qualität. Nach Ablegen von Hundeprüfungen könnten wieder die besten Vierbeiner selektiert werden. "Unser Ziel ist es, die Hundebesitzer zu motivieren, mit ihren Hunden zu arbeiten, um das definierte Ziel eines guten Gebrauchshundes zu erreichen", erklärte Raiser.

Am ersten Tag stand zunächst die Talentsichtung von Hunden ab einem Alter von zwölf Monaten aus dem gesamten Bundesgebiet auf dem Programm. Hierbei werden die trieblichen Talente und die Lernfähigkeit des Hundes bewertet. Dazu zählen vor allem das Beute- und Aggressionsverhalten, Gehorsamkeit, Nervenstärke und Führigkeit. Bei der Sichtung prüften die Richter die Reizschwelle im Aggressions- und Beutebereich und deren Potenzial in diesen Triebbereichen. Ein wesentlicher Bewertungsteil ist vor allem die Unterordnung.

All diese Bereiche werden nach einem festgelegten farbcodierten Prüfraster in einer Matrix bewertet und die Reizschwellen und Triebstärken in rund 20 Parametern festgelegt. Ein Wertungskriterium ist auch das Aussehen des Hundes mit 60 anatomischen Parametern als Rassestandard. Wer hier seinen Hund sichten ließ, hat nach den Kriterien des RSV2000 neben der Einhaltung von gesundheitlichen Standards die Zuchtzulassung.

Erbkrankheiten feststellen

Ein Schäferhund hat zum Beispiel ein Idealmaß von 62 bis 63 Zentimetern Körpergröße. Jeweils 1000 Punkte verteilen die Sichter für den anatomischen und mentalen Bereich des Hundes und stellen so die Gebrauchsfähigkeit und Zuchteignung fest. So erhalten Hundebesitzer, Züchter und Verein einen Überblick über die Qualitäten der Hunde. Bei Zuchthunden wird diese mit einer Blutuntersuchung ergänzt, bei der das Genom des Tieres und vorhandene Erbkrankheiten festgestellt werden können.

Am zweiten Tag waren die Körung von acht Hunden mit einem Mindestalter von zwei Jahren und die Ausbildung. Dabei wurde festgestellt, wie sich die Hunde ausbilden ließen und ihre erblichen Qualitäten weiterentwickelt wurden. Zudem erhielten die Hundebesitzer und Züchter wertvolle Informationen von den Ausbildungs- und Zuchtleitern der Kompetenzcenter und wurden weitergebildet.

Die Sichtung und Körung waren ein wichtiger Einstieg in die Arbeit mit dem Hund, aber auch ein wertvolles kameradschaftliches Zusammentreffen von Anhängern des Hundesports und der -züchtung. Ein Dank des Gastvereins ging an den örtlichen Hundeverein, der für die Bewirtung gesorgt sowie sein Übungsgelände und Vereinsheim für diese Veranstaltung zur Verfügung gestellt hatte.

Hundesichtung und -körung mit Dr. Helmut Raiser (Zweiter von links) bei der Ergebnisbesprechung.
Hundesichtung und -körung mit Dr. Helmut Raiser (links) bei der Ergebnisbesprechung.
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