26.11.2019 - 16:27 Uhr
KulmainOberpfalz

Wald wird sich verändern

Mitglieder und Freude der Bürgerliste informierten sich über die prekäre Situation in den heimischen Wäldern. In der Waldabteilung Dachsfelsen im Steinwald sprachen sie mit dem verantwortlichen Förster Wolfgang Schödel über Lösungswege.

Förster Wolfgang Schödel zeigte den Mitgliedern der Bürgerliste vor Ort, wie der Wald auf die geänderten klimatischen Bedingungen vorbereitet werden kann.
von Externer BeitragProfil

Der Witzlasreuther Mitarbeiter der Bayerischen Staatsforsten erklärte, dass der Wald überleben werde - aber nicht in der heutigen Form. Anhand mehrerer vom Borkenkäfer befallener Fichten verdeutlichte er, dass der jetzige Fichtenanteil von 80 Prozent im Steinwald mittelfristig nicht zu halten sein werde. Dieser solle etwa zur Hälfte mit Weißtannen ersetzt werden, weil sie besser an Trockenzeiten angepasst und tiefwurzelnder seien. Der Förster zeigte einige vitale Alttannen mit üppiger Naturverjüngung, denen die zwei sehr heißen und trockenen Sommer nichts anhaben konnten.

Kühlerer Steinwald

Weiter ging es in ein Schutzgebiet mit sehr alten Buchen, das künftig nicht mehr wirtschaftlich genutzt wird. Hier soll die Natur zeigen, wie sie auf die neuen klimatischen Bedingungen reagiert. Obwohl in wärmeren Teilen Bayerns auch die Buche große Probleme mit der Trockenheit hatte, werde sie weiterhin den kühleren Steinwald bereichern.

Dass es nicht einfach ist, den passenden Baum für das wärmere und trockenere Klima zu finden, erklärte Schödel anhand der Eiche. Sie würde mit dem prognostizierten Klima sehr gut zurechtkommen. Doch Schädlinge wie die Raupen des Schwammspinners würden damit noch besser fertig und würden der Baumart massive Schäden zufügen. Eine weitere Unbekannte seien eingeschleppte Schädlinge. So befalle ein Pilz aus Asien, Eschen in ganz Europa und lasse sie großflächig absterben.

Ökosystem justiert sich neu

Das Ökosystem werde sich unter den geänderten Bedingungen neu einjustieren; wie genau, wisse niemand. Deshalb ist es für den Förster sehr wichtig, so viel Baumarten wie möglich auf der Fläche zu erhalten, damit das Risiko gestreut wird. Dieses Konzept wird aber nur erfolgreich sein, wenn die Neuanpflanzungen nicht durch Wildverbiss gefährdet werden. Dass Rehe nur die weitgehend verbissresistente Fichte unberührt lassen, dürfe künftig nicht mehr vorkommen.

Der Vorsitzende der Bürgerliste, Arthur Spörrer, bedankte sich bei Schödel mit einem Geschenk. Spörrer betonte, dass jeder Mensch sein Handeln hinterfragen müsse. Sätze wie: "Da kann ich doch sowieso nichts machen" sollten der Vergangenheit angehören. Abschließend wurden im Gasthof Steinwald die angesprochenen Themen weiterdiskutiert. Im nächsten Jahr soll es wieder eine Waldexkursion geben.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.