26.08.2018 - 16:24 Uhr
Oberpfalz

Kunst, die für sich selbst spricht

Was für eine geniale Ausstellung: Die Künstler Hans-Georg Schulze und Anton Eichinger zeigen im Kunsthaus in einer ungewöhnlich starken Symbiose, wie unterschiedlich und reich die vielen Facetten der Kunst sein können.

Die Werke von Hans-Georg Schulze und Toni Eichinger harmonieren in der gemeinsamen Ausstellung im Kunsthaus Waldsassen sehr gut.
von Ulla Britta BaumerProfil

Kein Platz mehr war frei im Kunsthaus, als am Samstag Hans-Georg Schulze und Anton Eichinger ihre Gemeinschaftsausstellung eröffneten. Die beiden Künstler sind in Tirschenreuth stadtbekannt und freuten sich über zahlreiche Freunde, Bekannte oder einstige Berufskollegen aus der Kreisstadt. Gleichzeitig fanden viele Mitglieder aus der Künstlergilde der Klosterstadt sowie Interessierte den Weg ins Kunsthaus. Dort sollte an diesem Abend eine der "Best-off-Ausstellungen" eröffnet werden.

Die Gäste kamen aus den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt/Waldnaab, aus Weiden und sogar aus Niederbayern. Unter den Besuchern war auch zweiter Landrat Dr. Alfred Scheidler, Stiftland-Gymnasiumleiter Georg Hecht, die Vorsitzende des Kunstvereins Tirschenreuth Petra Schicker, zahlreiche Arztkollegen des pensionierten Zahnarztes Hans-Georg Schulze und viele Lehrerkollegen des ehemaligen Kunstlehrers Toni Eichinger.

Spannender Querschnitt

Mit "Best-off" sei nicht zu viel versprochen, sagte KuWa-Vorsitzender Wolfgang Horn, der einen weiteren großen Kreativen des Stiftlands ankündigte. Der hochkarätige Musiker Jakob Schröder übernahm die musikalische Umrahmung gerne für die Vernissage. Schröder spielte Werke von Dimitri Schostakowitsch, die er als fantasiereich wie die Kunstwerke hier bezeichnete. Große Worte seien nicht nötig. Hier werde Kunst gezeigt, die für sich selbst spreche, meinte Horn.

Hans-Georg Schulze und Toni Eichinger begrüßten ihre Gäste und bedankten sich mit Geschenken bei ihren Helfern. Die Laudatoren Jürgen Klein (für Anton Eichinger) und Stefanie Schulze (für ihren Vater Hans-Georg Schulze) vermittelten einen spannenden Querschnitt aus der Schaffenskraft der Aussteller.

Letzte große Ausstellung

Für Stefanie Schulze war es eine große Freude, ihren Vater und ehemaligen Kunstlehrer vorstellen zu dürfen. Kunstobjekte, erklärte Stefanie Schulze, hätten bei ihrem Vater immer eine große Rolle gespielt. Doch erst im Alter von 74 Jahren sei er selbst Künstler geworden. "Damit hat er sich komplett neu erfunden." Hans-Georg Schulze interpretiere in seinen Werken persönliche Erlebnisse, Weltgeschehen und auch Politik.

Der Künstler besticht bei seinen Figuren in Bronze und Keramik durch witzige und skurille Details. Von sich selbst sagte der 87-Jährige, dies werde wohl seine letzte große Einzelausstellung sein, da es nun anstrengend sei für ihn, eine derart große Präsentation aufzubauen.

"Wenn auch Toni Eichinger oftmals schwierige Themen aufgreift, gibt er ihnen durch die Farbigkeit wieder Leichtigkeit", sagte Laudator Jürgen Klein über den 65-jährigen Kunstpädagogen. Eichinger sei ein Suchender, der es sich nicht leichte mache, seine Gedanken umzusetzen. Über 60 Malereien und Zeichnungen Eichingers sind in der Ausstellung zu sehen. Dabei fällt bei ihm in Sachen Farbgebung wie Darstellung die unterschiedliche, häufig wechselnde Kraft und Ausdrucksweise ins Auge. Unter anderem beachtenswert sind die Großformate sowie sogenannte "Locharbeiten". Insgesamt zeigen die Künstler 125 Exponate, Gemälde, Zeichnungen, Grafiken und Objekte.

Ausstellung:

Die Ausstellung von Hans-Georg Schulze und Anton Eichiner im Kunsthaus Waldsassen ist noch bis 23. September jeweils am Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Gruppen können auf Anfrage auch wochentags vorbeikommen. Infos und Terminvereinbarungen bei Künstler Toni Eichinger, Telefon 09631 3800.

Für Eichingers "Locharbeiten" ist eine Lupe notwendig. Hinter den ausgestanzten Löchern liegen unzählige Bilder verborgen.

Mit viel Freude begrüßt KuWa-Vorsitzender Wolfgang Horn (Mitte) die Helfer, Künstler, Musiker und Laudatoren Werner Müller, Hans-Georg Schulze, Stefanie Heinrich, Jürgen Klein, Toni Eichinger und Jakob Schröder (von links).

Zahlreiche Gäste waren zur Vernissage gekommen und erlebten dank Jakob Schröder zudem einen sehr kunstvollen Musikgenuss.

Die Gäste, unter anderem aus Vohenstrauß, wie dieses Paar, ließen sich viel Zeit zum Betrachten der Werke.

"Sternstunde" heißt dieses beeindruckende Werk von Toni Eichinger.

Musiker Jakob Schröder spielte passend zur Kunst skurill-heitere Tänze und Märsche eines russischen Komponisten.

Toni Eichinger und Hans-Georg Schulze (von rechts) bedankten sich bei den Laudatoren Stefanie Schulze und Jürgen Klein (von links) mit Geschenken.

Viele Gäste, wie hier Hans-Günter Lauth, Georg Hecht und Wolfgang Minssen (von links) nutzten die tolle Ausstellung für ausführliche Gespräche über Kunst und Kultur.

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