20.10.2019 - 17:14 Uhr
LauterhofenOberpfalz

Kapitelsjahrtag des katholischen Dekanats Habsberg

Geistliche, pastorale Mitarbeiter sowie die Mitglieder des Dekanatsrats waren zum Kapitelsjahrtag eingeladen: Den festlichen Höhepunkt im Jahresablauf beging das Dekanat Habsberg.

Die Teilnehmer beim Kapitelsjahrtag, dem Höhepunkt in der Arbeit des katholischen Dekanates Habsberg.

Beim Kapitelsamt, das von den Kirchenchören aus Litzlohe und Pilsach, musikalisch umrahmt wurde, ging Dekan Elmar Spöttle auch auf die Veränderungen im Gemeinwesen und in den Pfarrgemeinden vor Ort ein, teilt das Dekanat mit. Priester wie Laien fragten sich oftmals, wie es noch zu schaffen sei, auf die so unterschiedlichen Erwartungen und Ansprüche der heutigen Lebenswelt einzugehen. Auch wenn kirchliche Mitarbeiter sich manchmal mit einem regelrechten "Glaubensschwund" konfrontiert sähen, bedeute dies nicht, dass "die Ernte unserer Bemühungen völlig ausbleiben."

Spöttle ermunterte dazu, "die fruchtbaren Flecken menschlicher Sehnsucht und Hoffnung ausfindig zu machen". Dazu würden aber nicht nur hauptamtliche Theologen und Religionspädagogen, sondern auch begeisterte Christen vor Ort gesucht, die ihren eigenen Glauben einbringen.

Zuvor hatte sich eine Konferenz der Geistlichen und pastoralen Mitarbeiter mit der Frage beschäftigt, wie es gelingen könne, dass engagierte Christen über den christlichen Glauben ins Gespräch kommen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass Pfarrgemeinden nur dann in ein sich zunehmend säkularisierendes Umfeld ausstrahlen könnten, wenn vor Ort ein spirituelles Leben gepflegt werde und auch Lebensfreude spürbar sei. Die Seelsorger müssten unbedingt von einer überbordenden Bürokratie befreit werden. Sehr viel versprachen sich die Pfarrer von einem Verbund in der Trägerschaft von Kindertageeinrichtungen.

Nach dem Kapitalsamt traten die Mitglieder des Dekanatsrats zu ihrer Vollversammlung zusammen. Die Vertreter der Pfarrgemeinderäte und katholischen Einrichtungen und Verbände beschäftigten sich mit der Frage, wie kirchliche Gremien sich zukünftig auch stärker als geistliche Weggemeinschaft verstehen könnten. In einem Impuls gab Dekan Spöttle konkrete Hilfestellungen dazu, wie Pfarrgemeinderatsarbeit mehr als nur das technische Abarbeiten nüchterner Tagesordnungspunkt sein kann.

Dekanatsreferent Christian Schrödl referierte anschließend über den "synodalen Weg", den die katholische Kirche in Deutschland eingeschlagen hat. Die Teilnehmer äußerten sich dabei sehr kritisch über das Bild, das die deutschen Bischöfe im Vorfeld dieses Prozesses abgegeben hatten. Ein Teilnehmer sprach sogar von einer "regelrechten Schlammschlacht".

Derzeit sei völlig unklar, wie die geplanten Gesprächsforen aus Bischöfen und Experten mit den Erfahrungen und Anliegen der Basis in Verbindung gebracht werden könnten. Schrödl stellte fest, dass ein solcher Weg nur gelingen könne, "wenn nicht nur bezahlte Profis Beschlüsse fassen, sondern das Volk Gottes beteiligt wird."

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