Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) ist dem Beispiel anderer Organisationen nicht gefolgt, die auf Kreisebene fusioniert haben. Doch jetzt nähern sich die BLLV-Kreisverbände Schwandorf und Nabburg an. „Gezwungenermaßen“, wie die Schwandorfer Vorsitzende Maria Karg-Pirzer bei einer Versammlung in der Schießl-Tafferne in Kemnath bekanntgab. Weil Nabburg derzeit ohne Führung sei, habe man um Aufnahme in Schwandorf gebeten. „Damit werden wir ein neuer starker Verband mit 350 Mitgliedern“, gibt Maria Karg-Pirzer zu verstehen. Die Fusion soll zu Beginn des neuen Jahres erfolgen.
Die Schwandorfer BLLV-Kreisvorsitzende sprach den „gravierenden Lehrermangel“ an den Grund- und Mittelschulen im Landkreis an. Drei Monate nach Schulbeginn fragt sich die Leiterin der Kreuzbergschule: „Wie sollen wir dieses Schuljahr nur durchhalten?“ Ihre Lehrer seien schon jetzt „am Limit, wütend und frustriert“.
Das Personal bestehe mittlerweile aus Studenten, Pensionisten, Einfachlehrkräften, Brückenbau-Lehrern und Drittkräften. „Inzwischen arbeiten 26 verschiedene Berufsgruppen an den Schulen“, so die Rektorin. Die Folge: Es komme regelmäßig zu Kürzungen, Streichungen und Unterrichtsausfall. „Und das bei ständig wachsenden Herausforderungen“, erklärte Maria Karg-Pirzer. Wenn der Kultusminister behaupte, an den bayerischen Schulen laufe alles nach Plan, dann sei dies „ein Schlag ins Gesicht all derer, die an der Front tätig sind“, so die Personalrätin am Schulamt. Sie bekommt immer öfter Anrufe von Kollegen, „die ihren Beruf aufgeben wollen“. Unter diesen Bedingungen könne die Schule Lernerfolg und Bildungsqualität nicht sichern.
Die Grenze des Machbaren sei in den Augen der Verbandsfunktionärin längst überschritten. „Es ist nicht fünf vor, sondern fünf nach zwölf“, gab Maria Karg-Pirzer zu verstehen. Sie forderte eine langfristige Personalpolitik der bayerischen Staatsregierung, „denn der Lehrermangel wird uns noch Jahre begleiten“. Die Anhebung der Grundschullehrer-Besoldung erachtete die BLLV-Vorsitzende als „Schritt in die richtige Richtung“. Daneben seien aber auch „attraktive Arbeitsbedingungen und eine flexible Lehrerbildung“ erforderlich.













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