23.12.2020 - 11:12 Uhr
Lennesrieth bei WaldthurnOberpfalz

Trauer um Elisabeth Kleber

Der Tod kam völlig überraschend. Elisabeth Kleber fühlte sich nicht besonders wohl und ging zum „Ausruhen“ wie sie sagte freiwillig ins Krankenhaus. Dort verstarb die Lennesrietherin einige Tage später im Alter von 81 Jahren.

Elisabeth Kleber.
von Franz VölklProfil

„Elisabeth Kleber aus Lennesrieth hat sich zu Gott aufgemacht, den sie als tiefgläubige Frau Zeit ihres Lebens gut kannte“, sagte der Waldthurner Pfarrer Norbert Götz. Der Geistliche zelebrierte in der Pfarrkirche St. Sebastian in Waldthurn die Begräbnismesse für die Verstorbene zusammen mit Dekan Alexander Hösl aus Vohenstrauß.

Das Leben der sympathischen Frau, die alle im Dorf als „Vein Liese“ kannten, war von ihrem Glauben geprägt. „Obwohl es oft genug Grund dafür gab, hat sie nie gejammert und lamentiert“, sagte Götz. Das Kirchenjahr habe ihren Jahresrhythmus bestimmt– der Glaube und die Kirche samt Gottesdiensten habe ihr viel Kraft gegeben.

Götz blickte auf das Leben der Verstorbenen zurück. Sie war als Elisabeth Bäumler als zweitjüngstes von fünf Kindern in Waldthurn am 24. Februar 1939 zur Welt gekommen. Sie arbeitete kurz bei der Firma Seltmann, heiratete im Oktober 1960 Johann Kleber und wurde die Vein-Bäuerin von Lennesrieth.

Vier Kindern hat Kleber das Leben geschenkt. Als sie erst 34 Jahre alt war, verstarb ihr Ehemann und sie war mit den Kindern im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren allein, die Schweigereltern waren auch mit auf dem Hof. Kleber führte mit ihrem ältesten Sohn die Landwirtschaft weiter und war zu dieser Zeit nicht mal im Besitz eines Traktorführerscheins. Diese Situation führte dazu, dass die Familie enorm zusammengehalten hat.

Die „Vein Liese“ war damals wie heute die Mitte ihrer großen Familie mit Enkel und Urenkel. Die Arbeit, ob im Haushalt oder in der Landwirtschaft, habe sie gerne getan. Sie brachte sich bei den Blumenfreunden Lennesrieth ein, den Dorfanger in Lennesrieth pflegte sie gerne mit.

Auch bei den bekannten Brotbäckerinnen von Lennesrieth gehörte sie zu den tragenden Stützen. Seit 1987 schürte sie regelmäßig mit den Dorffrauen den Lennesriether Backofen an, der sich am Veinhof befindet, und produzierte die bekannten Backspezialitäten. Zu Weihnachten habe sie die gesamte Verwandtschaft mit selbstgestrickten Socken vom Veinbauernhof versorgt.

Seit 1969 war Kleber Mitglied des Katholischen Frauenbund Waldthurn, von 1982 bis 1998 war sie Mitglied des Pfarrgemeinderates. Kleber war laut Götz ein zufriedener Mensch und bis zuletzt aktiv, hat alles auch für das bevorstehende Weihnachtsfest sauber gehalten und habe sich sehr für die Landwirtschaft ihres Sohnes interessiert.

Musikalisch umrahmten Georg Schmidbauer an der Orgel und Hans-Peter Reil, Manuela Grünauer und Hanna Reil die Begräbnismesse der „Vein Liese“. Die Beerdigung am Lennesriether Friedhof fand im engsten Familienkreis statt.

 

 

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