11.12.2020 - 11:30 Uhr
Lennesrieth bei WaldthurnOberpfalz

Waldthurn: Wasserschutz durch Untersaat

Landwirt Georg Bocka (links) und Martin Schreyer vom AELF Weiden inspizieren das Demofeld des Landwirts und die Untersaat.
von Franz VölklProfil

„Unsere Wasserbauern tun was für die Umwelt und hier speziell was für das Grundwasser“, erklärte Christine Griesbach vom Sachgebiet Wasserschutz der Marktgemeinde. Mit „Wasserbauern“ meinte sie bei einem Ortstermin auf dem Feld von Georg Bocka aus Irlhof die elf Landwirte, die die zwischen den Lennesriether Kreuz und Irlhof nach Albersrieth liegenden 89 Hektar Wasserschutzgebiet bewirtschaften. Diese Bauern haben eine Kooperationsvereinbarung zur grundwasserschonenden Landbewirtschaftung geschlossen. Ziel dieser Vereinbarung ist es, auf freiwilliger Basis diese Flächen so zu bewirtschaften, dass das gewonnene Wasser frei von Rückständen ist und einen niedrigen Nitratgehalt aufweist.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weiden, das Wasserwirtschaftsamt und der Bayerische Bauernverband erarbeiteten und begleiten mit der Kommune diese Vereinbarung mit den jeweiligen Bewirtschaftern der Flächen. Bocka hat auf seiner zwei Hektar großen Maisfläche schon im Sommer verschiedene Parzellen mit unterschiedlichen Weidelgräsern als sogenannten Untersaat angesät. Der Mais war zu diesem Zeitpunkt schon 25 Zentimeter hoch. Verschiede Saattechniken mit und ohne Bodenbearbeitung wurden verglichen. Nach der Silomaisernte wächst das Gras weiter und bildet im Herbst einen dichten Bestand.

Pflanzenbaufachberater Martin Schreyer sowie der Gewässerschutzbeauftragte Michael Lukas vom AELF Weiden, die die Demoanlage inspizierten, sind davon überzeugt, dass die Untersaat eine der wichtigsten Maßnahmen zur Sicherung einer guten Trinkwasserqualität ist. Untersaaten haben zudem noch viele weitere positive Eigenschaften, wie zum Beispiel die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit. Zum Vergleich ist eine sog. Nullparzelle ohne Pflanzenbewuchs in den Versuch mit integriert. Erste Ergebnisse zeigen, dass der Nitratgehalt im Boden durch den Anbau einer Untersaat gesenkt werden kann.

Laut Griesbach habe sich das Weidelgras als Untersaat prächtig entwickelt. Nach der Maisernte werde der Stickstoff gehalten, Bodenerosionen werden vermindert und der vorhandene Stickstoff driftet nicht in die tieferen Grundwasserschichten. Denn der vorhandene Stickstoff bleibe im Weidelgras und wird so im Frühjahr für die Nachkultur, am Bockafeld ist es Sommergerste, wieder zur Verfügung gestellt. „Die Untersaat im Mais ist eine Entwicklung für die Zukunft“, sind sich alle Experten einig.

 

 

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