05.01.2022 - 14:26 Uhr
LeonbergOberpfalz

Dorferneuerung, Stromtrasse und Wasserpreis Themen in Gemeinde Leonberg

In der Gemeinde Leonberg soll sich 2022 wieder einiges bewegen. Bürgermeister Johann Burger berichtet von anstehenden Projekten, zeigt aber auch auf, welche Probleme es gibt. Strom und Wasser spielen dabei eine große Rolle.

Bis zum Frühjahr soll die Sanierung des Imkerhauses Leonberg abgeschlossen sein, dem neuen Dorfmittelpunkt. Dann folgen noch Arbeiten an den Außenanlagen.
von Josef RosnerProfil

Durchaus zufrieden ist Leonbergs Bürgermeister Johann Burger damit, wie sich seine Kommune zu Beginn des neuen Jahres präsentiert. „Wir konnten 2021 vieles umsetzen und haben unsere Gemeinde gemeinsam nach vorne gebracht." Burger, der seit 2014 im Amt ist, erinnert sich besonders gern an das jüngste Treffen des Gemeinderats im Dezember. „Das war meine schönste Sitzung, die ich als Bürgermeister geleitet habe. Harmonie ist mir immer wichtig." Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien wagt er einen Ausblick auf 2022.

Erstes Thema ist die Zukunft des Wasserzweckverbandes „Pfaffenreuther Gruppe“. Burger, der auch Verbandsvorsitzender ist, macht deutlich, dass die Gemeinde alles versuchen werde, diesen Zusammenschluss zu erhalten. Doch die Kostenentwicklung bereitet Sorgen. So wurden vergangenes Jahr 330.000 Euro für den Wasserleitungsneubau in Königshütte ausgegeben, zuvor schon 90.000 Euro für die Erschließung des neuen Baugebiets in Pleußen. Dies alles muss der Wasserzweckverband aus eigenen Mitteln tragen. Den Schuldenstand zum Jahresende 2021 beziffert Burger auf rund 729.000 Euro. In diesem Jahr soll der Wasserleitungsbau in Kondrau erfolgen, auch hier warten Ausgaben von rund 400.000 Euro auf den Verband. Burger erhofft sich dafür aber erstmals einen Zuschuss.

Sinkender Wasserverbrauch

Probleme bereite der bei anhaltend hohen Investitionen immer weiter sinkende Wasserverbrauch. Daher werde der Wasserpreis, der aktuell noch knapp unter 2 Euro liegt, wohl künftig auf bis zu 2,28 Euro steigen. Und zwar vielleicht schon 2022, spätestens 2023. Burger betont: „Der Wasserzweckverband muss sich selber tragen. Wir dürfen weder Gewinne noch Verluste machen." Letztendlich müssten die Bürger entscheiden, ob der Wasserzweckverband selbstständig bleibt oder einem größeren benachbarten Verband zugeschlagen wird.

Ein weiterhin brennendes Thema für den Bürgermeister ist der Bau der Gleichstromtrasse, von der die Gemeinde Leonberg besonders betroffen ist. „Rund sieben Kilometer Stromleitung führen durch unser Gebiet“, sagt Burger. Eingebaut werden in den Leitungskanal je zwei Stromleitungen und zwei Leerrohre. Die Trasse ist von Pechofen her kommend über Hungenberg nach Amesmühle, Themenreuth und Großensees geplant, um weiter in Richtung Tirschenreuth zu verlaufen. „So viel ist sicher, diese Stromtrassen verhindert kein Bürgermeister mehr“, ist Burger realistisch. Dennoch wolle er gegenüber der Firma Tennet hart bleiben: „Ich habe bisher die Durchfahrt großer Lastwagen auf unseren Gemeindestraßen und Flurbereinigungswegen untersagt und werde auch künftig standhaft bleiben."

Feuerwehr feiert in Zirkenreuth

Erfreulich sei, dass in diesem Jahr die Imkerhaus-Sanierung und das neue Feuerwehrgerätehaus in Zirkenreuth fertiggestellt werden. „Bei beiden Projekten sind fleißige Bienen am Werk, vieles geschieht in Eigenleistung“, zeigt sich der Bürgermeister voll des Lobes. Die Arbeiten am Imkerhaus sollen im Frühjahr abgeschlossen werden, danach folgen noch Maßnahmen an den Außenanlagen. Das neue Gerätehaus der Feuerwehr Königshütte in Zirkenreuth soll mit einem Fest vom 17. bis 20. Juni eingeweiht werden. „Bei der Feuerwehr Königshütte könnte es für einen Bürgermeister nicht besser laufen, die ziehen alle an einem Strang“, sagt er über die Brandschützer. Ausdrücklich erwähnt Burger in diesem Zusammenhang Thomas Siller vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft Mitterteich: „Ich danke ihm für seine großartige Unterstützung, er arbeitet absolut verlässlich und hat an beiden Bauwerken großen Anteil."

Nicht ganz verstehen kann der Bürgermeister die Ablehnung von beantragten Temporeduzierungen im Bereich der TIR 22 bei Zirkenreuth sowie auf der B15 im Bereich Themenreuth durch die zuständigen Behörden. „Viele fahren viel zu schnell, da kann es schnell gefährlich werden“, schildert Burger die Lage. Gute Erfahrungen habe man mit dem mobilen Tempomessgerät gemacht, das immer wieder in den verschiedenen Ortsteilen aufgestellt wird. "Die Leute schauen drauf und halten sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit", weiß Burger.

Was steht 2022 noch an? Zum einen soll endlich die Dorferneuerung in Leonberg starten. „Ich erwarte im Frühjahr den Förderbescheid, dann können wir beginnen." Neu gestaltet werden sollen im Zuge dieses Projekts der Bereich rund um das Leonberger Feuerwehrhaus sowie der Kinderspielplatz. Ausgebaut werden sollen heuer auch Gemeindeverbindungsstraßen wie die von Amesmühle zur TIR 22. Auch einige Ortsstraßen sollen nach Möglichkeit saniert werden. Größtes Projekt ist der Ausbau der Straße von Großensees nach Zirkenreuth, Baustart ist am 28. März geplant.

Erneut ein Thema ist der weitere Breitbandausbau, nach Möglichkeit mit Verlegung von Glasfaserkabeln zu jedem Haushalt. In der Januar-Sitzung sollen dafür die Weichen gestellt werden. Als weiteres Ziel nennt Burger die Ausweisung von Baugebieten. „Wenn wir unsere jungen Leute hier halten wollen, dann brauchen wir Bauland." Entsprechende Entscheidungen kündigt er für 2022 an.

Erweitert werden soll die Bauhoffläche. Auch teilt Burger mit, dass die Gemeinde Leonberg entweder eine Vollzeit- oder zwei Teilzeitstellen schaffen will. Dafür muss der Gemeinderat noch grünes Licht geben.

Angegangen werde 2022 zusammen mit dem Landkreis das Thema Kornmühlbach in Königshütte. Bürgermeister Burger informiert, dass der Landkreis im Zuge des Ausbaus der Ortsdurchfahrt von Königshütte (Kreisstraße TIR 3) eine hydrotechnische Berechnung für die Durchlässe unter der Straße erstellen lasse. In diesem Zusammenhang möchte die Gemeinde zusätzlich eine Berechnung zur Ermittlung von Überschwemmungsgebieten in Auftrag geben und hat bereits einen Förderantrag gestellt. Für das Vorhaben wird mit Kosten von 20.000 Euro gerechnet.

In der Pfarrei Leonberg steht ein großes Sanierungsprojekt an

Leonberg
Johann Burger ist für 2022 voller Tatendrang. Seit 2014 führt er die Gemeinde Leonberg als Bürgermeister.

"Bei beiden Projekten sind fleißige Bienen am Werk, vieles geschieht in Eigenleistung."

Bürgermeister Johann Burger zur Imkerhaus-Sanierung in Leonberg und zum Gerätehaus-Neubau in Zirkenreuth

Sorgen bereitet der Gemeinde Leonberg die Zukunft des Wasserzweckverbandes Pfaffenreuther Gruppe. Im Bild der Hochbehälter in Pfaffenreuth.
Bürgermeister Johann Burger will hart bleiben: Keine Freigabe für die schweren Tennet-Fahrzeuge auf Gemeindestraßen oder Flurbereinigungswegen, wie hier bei Hofteich. Die Wege sind nur für Fahrzeuge bis zu vier Tonnen zugelassen.
Weil diese Brücke über die Bundestraße in Richtung Kriegermühle für schwere Lastwagen nicht geeignet ist, will Tennet gemeindliche Wege für den Transport der Kabel nützen. Dagegen sperrt sich Bürgermeister Johann Burger.
Bis zum Frühjahr sollen die Bauarbeiten am Imkerhaus abgeschlossen sein, dann sind die Außenanlagen an der Reihe.

 

 

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