"Unsere Gemeinde steht finanziell so gut da, wie noch nie. Ja, ich will wieder Bürgermeister werden, ich will weiter den Bürgern helfen." Mit diesen Worten empfahl sich Johann Burger für eine weitere Amtszeit. Gleichzeitig kündigte er an, auch weiter eine zukunftsorientierte und bürgernahe Politik machen zu wollen.
Bei der Nominierungsversammlung der Freien Wähler im Gasthaus "Finkenstich" erhielt der 56-jährige Johann Burger von allen 34 Stimmberechtigten ein Ja für seine erneute Kandidatur. Burger ist seit sechs Jahren Bürgermeister der Gemeinde Leonberg. Nach der Nominierung stehen am 15. März bei der Bürgermeisterwahl Johann Burger (Freie Wähler) und Max Ernstberger (CSU) zur Wahl.
Kipferl und Wohlrab nicht dabei
Das Aufstellungsprozedere zur Gemeinderatswahl wurde erst bei der Nominierungsversammlung festgelegt. 17 Kandidaten der Freien Wähler bewerben sich um einen Platz im 12 Mitglieder umfassenden Gemeinderat. Ausscheiden werden Zweiter Bürgermeister Helmut Kipferl und Michael Wohlrab. Beide stellen sich nicht mehr zur Wahl. Auf der Liste sind drei Frauen vertreten.
Bürgermeister Burger blickte nochmals auf die Anfänge seiner Arbeit als Bürgermeister im Jahr 2014 zurück. Dabei bedauerte er ausdrücklich, dass es keine geregelte Amtsübergabe mit seinem Vorgänger gab. "Ich wurde damals ins kalte Wasser geworfen", sagte Burger, zumal es damals keinen genehmigten Gemeindehaushalt gab. Die haushaltslose Zeit sei nicht einfach gewesen für die Gemeinde, so Burger im Rückblick. Und da stand noch ein Antrag im Raum, auf Eingemeindung der Gemeinde Leonberg nach Mitterteich. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass beide Kommunen keinen Vorteil hätten.
Dennoch konnte nach schwierigem Beginn vieles in den vergangenen Jahren für die Gemeinde geschaffen werden. Einige Höhepunkte stellte Burger heraus und nannte als erstes die Sanierung des Pfarr- und Jugendheims. Weiter erwähnte er den Neubau der Feuerwehrhäuser in Pfaffenreuth und Großensees, die Asphaltierung von Teilen der Ortsdurchfahrt durch Leonberg, der Hochwasserschutz für Leonberg, verschiedene Baumaßnahmen für Straßen und Regenwasserkanäle, sowie den Neubau des Hochbehälters in Pfaffenreuth und der Kriegermühlbrücke.
Burger verschwieg nicht, dass er noch große Ziele habe und nannte unter anderem den Ausbau der Straßen zu den einzelnen Orten. Weitere Themen der Zukunft sind die Sanierung des Imkerhauses, die Neugestaltung des Bauhofs, die Sanierung der Pfarrkirche, sowie die Asphaltierung der Buswendeplätze in Hungenberg und Münchsgrün. Burger erinnerte daran, dass viele der getroffenen Beschlüsse im Gemeinderat einstimmig gefällt wurden. "Wir haben vieles erreicht und dabei den Geldbeutel unserer Bürger geschont", sagte Burger. Möglich wurde dies auch durch die Gewährung der Stabilisierungshilfe.
403 Euro Pro-Kopf-Schuld
Stolz war Burger auf die Schuldenentwicklung seiner Gemeinde. Die 1020 Einwohner zählende Gemeinde hat aktuell 411 650 Euro Schulden, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 403 Euro gleichkommt. Bei Amtsantritt lag die Verschuldung weitaus höher. Nach dem einstimmigen Votum für Johann Burger erhielt auch die 17 Kandidaten umfassende Gemeinderatsliste das einstimmige Votum der Mitglieder.
Im Anschluss nutzte Freie Wähler-Landratskandidat Ely Eibisch die Möglichkeit, sich bei den Leonberger vorzustellen und für sich zu werben. Der 51-jährige sieht sich bestens gerüstet, die 30 Jahre mit Freien Wählern an der Spitze des Landratsamts fortzusetzen. Seit 1998 ist er in der Politik engagiert, seit 2008 Kreisrat. Ausdrücklich betonte er, dass er bei einer Wahl die fraktionsübergreifende Arbeit von Wolfgang Lippert als Landrat fortsetzen wolle. "Ich mache Politik für die Bürger, dies ist auch der Beweggrund, mich politisch zu betätigen".
Seine Unterstützung sicherte Eibisch Johann Burger zu. Er will gegen die Trasse für die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) notfalls klagen. "Das ist top, da bin ich dabei", so Eibisch und forderte eine wiederkehrende Leistung für die Landwirte. "Wir geben unseren Grund und Boden her, dann wollen wir auch etwas davon haben", kündigte er harten Widerstand der Landwirte an. Abschließend machte Eibisch deutlich, dass er bei einer erfolgreichen Landratswahl mit allen sprechen wird, mit allen Generationen. Gleichzeitig kündigte er die Einführung einer regelmäßigen Sprechstunde einmal pro Monat an, wo er sich als Landrat den Fragen der Bürger stellen wird.
Drei Frauen auf der Liste der Freien Wähler
Mit dieser Kandidatenliste treten die Freien Wähler in der Gemeinde Leonberg zur Kommunalwahl am 15. März an: 1. Johann Burger, 2. Tanja Wettinger, 3. Peter Wührl, 4. Thomas Lindner, 5. Alexandra Burger, 6. Helmut Graßold, 7. Franz Weiß, 8. Bernhard Voith, 9. Detlef Bornemann, 10. Franziska Thurn, 11. Josef Weiß, 12. Josef Hecht, 13. Michael Schurig, 14. Robert Lipfert, 15. Alexander Fachtan, 16. Andreas Gleißner und 17. Hubert Wilfling. (jr)














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