30.07.2020 - 16:05 Uhr
LeonbergOberpfalz

Noch kein Engpass bei der Wasserversorgung

Der Wasserzweckverband "Pfaffenreuther Gruppe" hat sich neu formiert. Vorsitzender bleibt aber wie bisher der Bürgermeister von Leonberg, Johann Burger. Für ihn und seine Mitstreiter gibt es in nächster Zeit viel Arbeit.

Die konstituierende Verbandsversammlung des Wasserzweckverbandes „Pfaffenreuther Gruppe“ fand im Pfarr- und Jugendheim Leonberg statt. Dabei wurden die neuen Verbandsvorsitzenden gewählt. Unser Bild zeigt die Führungsmannschaft, (von links) mit Bürgermeister Stefan Grillmeier, Bauamtsleiter Thomas Grillmeier, Verbandsvorsitzenden Johann Burger, Wassermeister Wolfgang Haberkorn, Bürgermeister Bernd Sommer und Kämmerer Thomas Seitz.
von Josef RosnerProfil

Bei der konstituierenden Sitzung im Pfarr- und Jugendheim wurde Bürgermeister Johann Burger, Leonberg, als Vorsitzender des Wasserzweckverbands „Pfaffenreuther Gruppe“ in geheimer Wahl einstimmig im Amt bestätigt.

Stellvertreter des Verbandsvorsitzenden bleibt Bürgermeister Bernd Sommer aus Waldsassen, neuer weiterer Stellvertreter ist Bürgermeister Stefan Grillmeier aus Mitterteich. Er löst seinen Vorgänger Roland Grillmeier ab, der dem Zweckverband nicht mehr angehört. Den Rechnungsprüfungsausschuss bilden Bernhard Thoma (Vorsitzender) sowie Max Ernstberger und Andreas Riedl.

42 Cent täglich Entschädigung

Die Verbandsversammlung billigte geschlossen die Satzung, die nach Vorgabe des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes neu ausgearbeitet worden war. Verbandsmitglieder sind Vertreter der Kommunen Leonberg, Mitterteich und Waldsassen; räumlich einbezogen sind die Leonberger Gemeindeteile Altenhammer, Forkatshof, Hofteich, Königshütte, Neuhof, Neumühle, Pfaffenreuth und Terschnitz, aus der Stadt Mitterteich die Orte Steinmühle, Pleußen und Gulg sowie aus Waldsassen der Ort Kondrau, sowie die äußere Mitterteicher Straße, die Raiffeisenstraße und die Marcoussisstraße.

Festgelegt wurde die Entschädigung der Verbandsvertreter – pro Sitzung eine Pauschale von 10 Euro. Der Verbandsvorsitzende erhält eine jährliche Aufwandsentschädigung von 153,39 Euro – „42 Cent pro Tag“, wie Johann Burger feststellte.

Kostspielige Maßnahmen

Viel Diskussionsbedarf gab es über die Bedingungen für die In- und Außerbetriebnahme von Wasseranschlüssen. Dafür werden pro Tag zwei Euro, mindestens aber 25 Euro berechnet. Die Leihgebühr für ein Standrohr mit Wasserzähler und Sicherheitseinrichtung beträgt pauschal 25 Euro. Weiter wurde festgelegt, dass für das ganze Jahr 2020 die Mehrwertsteuer mit dem reduzierten Satz von fünf Prozent abgerechnet wird.

Zur Kenntnis bekam die Versammlung die Jahresrechnung 2019: Der Schuldenstand betrug zum Jahresende 492.897,36 Euro. Kämmerer Harald Seitz stellte den Haushaltsentwurf 2020 vor, der später einstimmig gebilligt wurde. Der Verwaltungshaushalt umfasst 293.300 Euro, der Vermögenshaushalt 83.100 Euro.

„Für heuer sind keine größeren Maßnahmen geplant“, sagte Seitz. Dagegen sind für 2021 die Auswechslung der Wasserleitung in Königshütte (TIR 3) für rund 215.000 Euro vorgesehen, außerdem die Erneuerung der Wasserleitung in Kondrau (Klostergasse und Schmiedplatz) im Rahmen der Dorferneuerung vorgesehen. Mögliche Kosten hierfür sind 345.000 Euro.

Verschuldung steigt

Durch die dringend notwendig werdenden Investitionen steigt die Verschuldung zum Jahresende 2021 auf dann voraussichtlich 1,0 Million Euro. Vor der Abstimmung forderte Max Ernstberger in Anbetracht dieses prognostizierten Anstiegs ein Konzept, wie die Verschuldung reduziert werden kann.

Bürgermeister Johann Burger nannte die Wasserversorgung eine Pflichtaufgabe. Andreas Riedl forderte größere Einheiten in der Wasserversorgung. „Sonst laufen uns die Kosten davon.“ Weiter kritisierte der Sprecher, dass in den vergangenen Jahren zu wenig in die Instandhaltung der Wasserversorgung investiert wurde.

Infobox:

Studie prüft Zusammenarbeit mit Kommunen

Der Punkt „Studie über Verbundmöglichkeiten“ war für den nichtöffentlichen Teil vorgesehen, wurde dann aber auf Antrag von Bernhard Thoma öffentlich beraten. Die Studie laufe seit Januar 2020, informierte Johann Burger. Konkret geht es um die Kooperation des Zweckverbands mit den Städten Mitterteich und Waldsassen sowie Bad Neualbenreuth. Der Umfang der Studie umfasst alle wichtigen Aussagen und Berechnungen, die für eine Entscheidung mit Hinblick auf eine Zusammenarbeit und soll bis Ende 2020 vorliegen. "Dann gibt es eine Besprechung aller Bürgermeister über das weitere Vorgehen“, kündigte Burger an. Bürgermeister Stefan Grillmeier setzte bereits jetzt viele Erwartungen in die Ausarbeitung und sah darin"eine Chance und die Grundlage für die Zukunft“. Sonja Schmid setzte sich dafür ein, Bürger zum Wassersparen aufzufordern, „wenn es prekär wird". Einen Wasserengpass, so Wassermeister Wolfgang Haberkorn, gebe es derzeit keinen. "Aber für die Zukunft brauchen wir sicherlich Konzepte“. Johann Burger bat der Studie nicht vorzugreifen und zuerst das Ergebnis abzuwarten.

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