Leonberg
01.04.2019 - 15:47 Uhr

Vorsicht Falle bei Blühstreifen

Neuwahlen, Ehrungen und die Sorge über Atomabfall-Einlagerungen aus Gundremmingen ins Mitterteicher Atommüll-Lager: Die Kreisgruppe des Bund Naturschutz hatte bei der Jahreshauptversammlung jede Menge zu tun.

Bild: ubb

Davon können manche Vereine nur träumen: Zur Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe des Bundes Naturschutz konnte Vorsitzender Josef Siller im Gasthof "Finkenstich" etwa 50 Mitglieder begrüßen. Zwei wichtige Gründe für die vielen Teilnehmer waren die nach vier Jahren anstehenden Neuwahlen und die Ehrung zahlreicher treuer Mitglieder. Der etwa 1000 Mitglieder zählende Kreisverband ist zudem wichtig genug, dass der Einladung auch Landratsstellvertreter Roland Grillmeier sowie Tirschenreuths Bürgermeister Franz Stahl folgten. Von der BN-Landesvertretung war Stefan Maurer gekommen.

Bayerwald statt Rom

Vorsitzender Siller ging auf drei Schwerpunkte ein. Unter anderem lag ihm der Klimaschutz am Herzen. "Ich bin auch Lehrer. Von mir aus können meine Schüler jeden Freitag schwänzen", stellte er seinen jungen Leuten einen Freibrief für den Kampf um den Klimaschutz aus. Allerdings müssten die Schüler aus Glaubwürdigkeitsgründen statt beim Schulausflug nach Rom zu fliegen dann auch im Bayerischen Wald wandern gehen. "Und wenn wir Erwachsenen endlich mehr Verantwortung zeigen, können die Schüler wieder am Freitag in die Schule", betonte Siller, der es paradox fand, dass die Kanzlerin die Schulschwänzerei begrüße.

Der Erfolg des Volksbegehrens für mehr Artenvielfalt zeige, dass immer mehr Menschen eine andere Politik wollten. Man müsse aber auch das eigene Verhalten überdenken. Blühstreifen, die Kommunen und Landwirte nun anlegen wollten, würden für Insekten zur Falle, sobald das Feld daneben "wie üblich behandelt wird". Besser seien Blühflächen. Als dritten Brennpunkt ging er auf die Energiewende ein. Niemand brauche die Höchstspannungsleitungen, sagte Siller. Diese dienten nur dem Transport von Europastrom. Siller baut vielmehr auf Windkraft, die niemand am Kamm des Steinwaldes sehen wolle. Aber in Bärnau, wo bereits Windräder vorhanden seien, könne man sie bündeln. Man müsse auf Windkraft, Photovoltaik und Erdwärme setzen. Als eine Möglichkeit sah Siller den Ausbau und das Forcieren der Stadtwerke.

Zum Gerücht über das Einlagern von Atommüll aus dem Abbau vom Block B des Kraftwerks Gundremmingen ins Atommülllager Mitterteich ergriff Bürgermeister Roland Grillmeier das Wort. Seines Wissens dürfe davon nichts nach Mitterteich kommen, sagte er. Der Mitterteicher meinte, dass der BN mit seinen vielen Mitgliedern durchaus eine Macht sei. Wichtig sei beim Artenvielfalt- Volksentscheid nun der Dialog. "Bei der Energiewende hätte man klarere Konzepte fordern müssen", meinte er weiter und bedauerte, dass der Landkreis nicht wie Oberfranken mehr auf Windkraft gesetzt hat. Grillmeier informierte zudem über Verhandlungen zur Verlegung der HGÜ-Leitung entlang des A 93-Standstreifens. Natürlich sei damit nicht die Grundsatzfrage zu dieser Stromtrasse gelöst. Aber es würden weniger Menschen und Natur beeinträchtigt.

Letzte Kandidatur

Vor den Wahlen gaben Josef Siller und sein Stellvertreter Werner Schubert bekannt, dass sie sich aus Altersgründen diesmal zum letzten Mal als Vorsitzende zur Wahl stellen. Beide wurden einstimmig bestätigt. Weiter wurden wieder gewählt: Gerald Hoch (Schatzmeister), Luis Waldmüller und Gerald Schmid (Delegierte), Karin Neuper-Schenkl (Kassenprüferin), Klaus Krützfeld, Roland Bönisch, Konrad Zier, Erwin Möhrlein, Lisa Rauh, Gerald Schmid, Wolfgang Schödel, Eckhard Deutschländer, Harald Hertel, Gisela Fanck-Reiter, Anja Klarner und Oliver Ulbrich (Beisitzer). Neuer Besitzer ist Robert Janke.

Für mindestens 25-jährige Treue bekamen etliche Mitglieder eine Ehrenurkunde sowie das BN-Abzeichen in Bronze. Dies waren Eckhard Deutschländer, Vorsitzender Josef Siller, Johann von Hippel, Hedwig Hage, Marianne Stangl, Wolfgang Sill, Wenz Brenner, Karin Neuper-Schenkl, Hans Enders, Martina und Martin Werner, Dagmar Schmidt, Lorelies Grüschow, Richard Schiedeck, die Grundschule Krummennaab, der Landkreis Tirschenreuth, Sybille und Gerd Bayer, Günther Fichtner, die Städte Tirschenreuth und Waldershof, Angelika Pöllath, Hans Schrembs, Cornelia und Erich Rieß sowie Hans Lindner.

Bei den Neuwahlen konnte nahezu der gesamte Vorstand bestätigt werden. Die beiden Vorsitzenden Josef Siller und Werner Schubert (Zweiter und Dritter von rechts) wollen aber bei der nächsten Wahl in vier Jahren ihre Ämter abtreten. Bild: ubb
Bei den Neuwahlen konnte nahezu der gesamte Vorstand bestätigt werden. Die beiden Vorsitzenden Josef Siller und Werner Schubert (Zweiter und Dritter von rechts) wollen aber bei der nächsten Wahl in vier Jahren ihre Ämter abtreten.
 
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