03.12.2018 - 11:32 Uhr
Letzau bei TheisseilOberpfalz

Diskussion über Straßenbäume

Eine zufriedene Gemeinde. Anders kann es nicht sein, wenn in der Bürgerversammlung nur über große Bäume am Straßenrand diskutiert wird, die eventuell mit ihren Wurzeln die Asphaltdecke beschädigen.

von Gabi EichlProfil

Als Bürgermeisterin Marianne Rauh mit ihrem Bericht geendet und die Bürger das Wort hatten, ging es tatsächlich nur um Bäume. Da gab es die Auffassung, dass Bäume grundsätzlich nichts in unmittelbarer Nähe einer Straße verloren hätten, da sie die Straße schädigten. Solche Bäume gehörten entfernt, sagte ein Bürger. Auf der anderen Seite stand die Meinung, dass man soviel Grün erhalten müsse wie möglich. Die Gemeinde sei eine ländliche, man könne doch nicht überall Bäume am Straßenrand fällen, sagten die Baumfreunde. Da müsse man vielleicht auch die eigene Einstellung ändern. Eine Zuhörerin plädierte für den Kompromiss, Ersatz zu pflanzen für jeden gefällten Baum.

Nicht ohne Landratsamt

Rauh verwies in dieser Frage auf die Untere Naturschutzbehörde. Die Gemeinde habe an ihren rund 26 Straßenkilometern überall Bäume. Sie als Bürgermeisterin werde ganz sicher keinen Baum mehr fällen lassen ohne Genehmigung des Landratsamts. Die Gemeinde habe sich schon zweimal aus genau diesem Grund eine Anzeige eingehandelt.

Zu den Schäden im Rahmen der Dorferneuerung Edeldorf (unter anderem Risse im Asphalt) verwies Rauh auf die Gewährleistung. Man habe diese Fälle gemeldet, die Schäden würden beseitigt.

Vor der kurzen Diskussion mit den Bürgern hatte Rauh einen Überblick über die Situation der Gemeinde gegeben. Ihren Worten zufolge habe man 2018 „einiges auf den Weg gebracht“. Schmerzhaft seien die enormen Preissteigerungen im Baugewerbe gewesen, „da mussten wir bei den Vergaben oftmals schlucken“. Das sei auch der Grund, warum die zwei Millionen Euro für die Dorferneuerung nicht ausreichten; das Amt für ländliche Entwicklung (ALE) habe jedoch bereits zugesagt, dass die Fördermittel aufgestockt würden, damit die Maßnahmen in den Ortsteilen Wilchenreuth und Roschau in Angriff genommen werden könnten. Die Dorferneuerung in Letzau werde im kommenden Jahr abgeschlossen, aber es stünden bereits weitere Maßnahmen an.

"Ärgerlich und ungerecht"

Zur Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung sagte Rauh, entscheidend sei nun, dass es einen Ausgleich für finanzschwache Gemeinden wie Theisseil gebe. Wiewohl finanzschwach wirtschafte die Gemeinde jedoch zu gut, wie Rauh sagte, um in den Genuss von Mitteln zu kommen, mit denen andere Gemeinden unterstützt würden, die weniger auf ihre Finanzen achteten. Das sei ärgerlich und ungerecht, sagte sie, „denn die, die gespart haben, werden bestraft“.

Die Bürgermeisterin nannte konkrete Zahlen. Demnach kostet die Dorferneuerung Letzau 1,7 Millionen Euro, der Gemeindeanteil liegt bei 550.000 Euro. Für die Erweiterung des Kindergartens muss die Gemeinde um die 100.000 Euro aufwenden, die Gesamtkosten betragen etwa 570.000 Euro. Im April soll der Anbau bezugsfertig sein. In die Sanierung von Straßen hat die Gemeinde 280.000 Euro investiert.

Sparsam gewirtschaftet

Die Einwohnerzahl und der Schuldenstand sind ziemlich stabil. Aktuell hat die Gemeinde 1178 Einwohner (Vorjahr 1179), die Pro-Kopf-Verschuldung ist von 394 Euro auf 351 gesunken. Die letzte Zahl zeige, dass man sparsam gewirtschaftet habe, sagte die Bürgermeisterin; sie verhehlte jedoch nicht, dass diese in den nächsten Jahren wieder steigen werde, da man viele anstehende Aufgaben zu schultern habe. Sie bat daher um Verständnis dafür, dass man nach wie vor viel Wünschenswertes nicht finanzieren könne.

Ein großes Lob sprach Rauh dem Kinder- und Jugendteam aus, das den Worten Martina Heimanns zufolge wieder mehr als 30 Aktionen angeboten hat. Dieses Team sei beispielgebend im Landkreis, sagte die Bürgermeisterin.

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