19.01.2020 - 23:22 Uhr
Letzau bei TheisseilOberpfalz

Tabularasa in Wilchenreuth?

Auf öffentlichem Grund bohrt ihr nicht, sagt der Gemeinderat Theisseil und verbietet der Tennet Probebohrungen für den Süd-Ost-Link. Ebenso grundsätzlich ist die Debatte um die Feuerwehr Edeldorf.

Beidseitig der Ortszufahrt von Wilchenreuth sieht man die Stümpfe der entfernten Bäume.
von Ernst FrischholzProfil

Mit dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderats, Probebohrungen auf Gemeindegrund für die Stromtrasse zu untersagen, erhofft sich das Gremium einen „Mitzieheffekt“ dahingehend, dass auch Privatgrundbesitzer dies untersagen. Bürgermeisterin Marianne Rauh zeigte in der Gemeinderatssitzung deutlich, dass sie „sauer“ ist. Sie sprach von bisherigen Alibiveranstaltungen. Einwände wurden hier nicht wahrgenommen. „Damit werden wir die Stromleitung nicht verhindern, aber wir setzen ein Zeichen, dass man so mit Kommunen nicht umgeht“, sagte die Gemeindechefin.

Wo soll das Feuerwehrhaus hin?

Eine grundsätzliche Feuerwehrdiskussion setzte die Bauvoranfrage auf Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Theisseil in Gang. Wie Rauh anführte, ist der Bauantrag der Feuerwehr Edeldorf auf Neubau ihres Feuerwehrhauses in Wilchenreuth bereits positiv beschieden. Nun taucht mit der neuen Bauvoranfrage der Wehr die Absicht für einen neuen Standort auf. Die Lage wäre mit Sicherheit zentraler, merkt die Bürgermeisterin an. Für den Standort müsste jedenfalls ein Lärmgutachten erstellt werden. Sepp Herrlein warf die grundsätzliche Frage eines zentralen Feuerwehrhauses für die Ortsfeuerwehren auf. Die Bürgermeisterin stellte dazu fest, dass das Ansinnen schon von den Feuerwehren kommen müsste, denn sie sehe keinen Anlass, an den drei Ortsfeuerwehren nicht festzuhalten. Eine neue Bedarfsplanung sei dann notwendig. Zweiter Bürgermeister Heribert Schiller zitierte die Feuerwehrführung des Landkreises, wonach die drei Feuerwehren für den großen Gemeindebereich erforderlich sind. Der Bauanfrage wurde zugestimmt, das Landratsamt als Genehmigungsbehörde soll entscheiden.

Schnelles Internet für Zentrum

Kein Interesse besteht für eine Glasfaseranbindung des Gemeindezentrums in Letzau. Kämmerer Andreas Voigt führte ein Förderprogramm an, wonach hierfür die Gemeinde bei Kosten von 47000 Euro einen Anteil von 5000 Euro tragen müsste. Die Bürgermeisterin erklärte, dass ein Internetanschluss vorhanden sei und dieser genüge, da keine Verwaltung im Haus ist. Bei fünf Gegenstimmen wurde dann aber der Förderantrag beschlossen.

Rätsel um „Kahlschlag“

Aufregung gab es am Ende der ruhigen Sitzung. Günter Meißner prangerte einen „Kahlschlag in Wilchenreuth in Form einer Nacht- und Nebelaktion“ an. Dazu führte der Gemeinderat aus, dass im Zuge der Straßenbaumaßnahme Einfahrt-Wilchenreuth vor Beginn fünf Bäume zur Entfernung markiert waren. Bei der eigentlichen Aktion wurde aber dann alles, was sich in dem Bereich links und rechts befand „abrasiert“. Das wären nicht fünf, sondern mindestens 25 gewesen. Laut Bürgermeisterin Rauh wurden vom Förster Bäume zum Entfernen festgelegt. Rauh kündigte eine Klärung des Sachverhalts an.

Zustimmung gab es für die Bauvorhaben zum Abbruch eines Wohnhauses mit Ersatzbau in Aich, dem Neubau einer landwirtschaftlichen Maschinenhalle in Edeldorf und einem Wintergarten in Hammerharlesberg.

Die abgesägten Bäume sind auf drei Haufen gelagert. Mehr wie fünf sind es auf jeden Fall.

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