Das Bundesnaturschutzgesetz sieht vor, unvermeidbare Beeinträchtigungen bei Maßnahmen wie etwa Baugebieten oder auch Straßen mit Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege auszugleichen. Bei der Ausweisung des Baugebietes „Am Pfarrhäusl“ musste die Kommune fast 40 000 Euro für Ausgleichsmaßnahmen im ehemaligen Steinbruch Michldorf einplanen. Auf der Suche nach geeigneten Objekten kam Bürgermeister Kappl auf das „Binnergassl“ in Leuchtenberg mit einigen leer stehenden Bierkellern.
Die Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Neustadt war Grundlage. Die Behördenvertreterin Ingeborg Roßmann sah darin tatsächlich eine hochwertige Ausgleichsmaßnahme. Der Gemeindechef hatte zu diesem Zeitpunkt schon Josef Schieder im Visier. Der Leuchtenberger, aktiv in Sachen Fledermaus und Vögel beim OWV Leuchtenberg, ist Fledermausbetreuer im Landkreis Neustadt/WN. Für Schieder war es eine Herausforderung, die beiden Bierkeller, die früher von den Leuchtenbergern zur Lagerung des im Kommunbrauhaus gebrauten Biers genutzt und in den letzten fast hundert Jahren ein Dasein fristeten, mit Leben zu erfüllen.
Schieder weiß, dass es in Leuchtenberg Fledermäuse gibt. Derer Ansiedlung scheint bei der Maßnahme geglückt zu sein. Die Keller, bei der Dorferneuerung von 25 Jahren schon einmal saniert, waren zugewachsen und daher für Fledermäuse nicht nutzbar. In Zusammenarbeit mit der beim Bau der Straße Michldorf-Kleinpoppenhof ausführenden Baufirma wurden die Kellerwände außen ausgebessert und dann in den beiden Türen oben ein breiter Schlitz für die Fledermäuse und unten zugleich für Amphibien angelegt.
Durch Entfernung von Gestrüpf im Umfeld musste zugleich die Einflugschneise für die Fledermäuse hergestellt werden. Dies alles geschah in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde. Darin waren zudem acht Fledermauskästen im Umfeld enthalten. Die tierischen Mieter haben bereits Einzug gehalten, Schieder hat die „Brauner Langohren“ registriert.













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