15.03.2019 - 10:16 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

Jäger hoffen auf Landwirte

Angesichts der Vermehrung der Wildschweine ist die Rehjagd fast zur Nebensache geworden. Bei der Versammlung der Jagdgenossenschaft Leuchtenberg appellieren die Jäger an die Landwirte, beim Maisanbau Schussschneisen zu belassen.

von Walter BeyerleinProfil

33 Jagdgenossen waren zur Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Leuchtenberg in den Gasthof Maier gekommen. Vorsitzender Karl Humbs informierte die Mitglieder, dass der Kindergarten Leuchtenberg zur Verbesserung seiner Ausstattung 300 Euro erhalten hat. Während seiner zwei Jahrzehnte langen Tätigkeit habe das Wildschweinproblem mit seinen Folgen erheblich zugenommen, sagte der Vorsteher. Zum Schluss seines Berichts erklärte Humbs seinen Verzicht auf eine Wiederwahl als 1. Vorsteher, gleichzeitig aber seine Bereitschaft, als 2. Vorsteher weiter im Vorstand mitzuwirken. Er regte die Übernahme des Amts durch Gerhard Kammerer an und schlug den Jagdgenossen vor, den weiteren Vorstand in der derzeitigen Besetzung wieder zu wählen. Bei der anschließenden Abstimmung über die Verwendung des Jagdpachtschillings sprach sich eine große Mehrheit für die Auszahlung aus. Innerhalb der nächsten sechs Monate kann beim 1. Vorsteher oder dem Kassier die Auszahlung beantragt werden.

Jagdpächter Helmut Paulin schilderte die Probleme bei der Jagd: Die Wildschweinplage habe dazu geführt, dass die Erfüllung des Abschussplans beim Rehwild fast zur Nebensache geworden ist. „Heute nimmt der Jäger statt des Gewehrs einen Rechen mit, um die Wühlschäden an den Wiesen zu beseitigen“, meinte der Jagdpächter. Die Bejagung der Wildschweine erfordere das Zusammenwirken der Jagdgenossen, der Landwirte und der Jäger. Der Pächter bat die Landwirte, den Mais nicht bis an den Waldrand anzubauen, sondern eine mindestens zehn Meter breite Schussschneise zu belassen. Angesichts der bevorstehenden Mähzeit bittet der Jagdpächter einen Tag vorher um entsprechende Verständigung über geplante Mäharbeiten, um die Wiesen nach Rehkitzen absuchen zu können. Ein „leidiges Problem“, nannte der Jagdpächter das Freizeitverhalten mancher Menschen, das Unruhe ins Revier bringe. Dazu komme auch, dass manche Hundebesitzer ihre Vierbeiner frei laufen lassen, was zur Panik beim aufgescheuchten Wild führen könne.

In seinem Grußwort sagte Bürgermeister Anton Kappl, zur geplanten Gleichstromtrasse, die die Jagd beeinträchtigen könne, werde es einen Infoabend geben. Die Veranstaltung ist am Dienstag, 26. März, 19.30 Uhr im Gasthaus Kappl in Wieselrieth.

Neuwahlen:

Bürgermeister Anton Kappl leitete die Neuwahlen. Neuer 1. Vorsteher ist nach einstimmigem Entscheid der Jagdgenossen Gerhard Kammerer, Stellvertreter ist Karl Humbs. Als Beisitzer wählt die Versammlung Josef Pausch und Gerhard Scharff. Die Kasse führt Gerhard Beer, Schriftführer ist Helmut Paulin. Die Kasse prüfen Josef Lukas und Gerhard Pausch.

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