19.09.2018 - 14:46 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

Prophet der Kasernen

Es gibt einen Pfarrgemeinderat, der für rund 3500 Bürger in Weiden, Pfreimd, Oberviechtach und Kümmersbruck zuständig ist. Dessen Vorsitzender ist der Leuchtenberger Bürgermeister Anton Kappl.

Stabsfeldwebel und Leuchtenberger Bürgermeister Anton Kappl (rechts) mit dem Militärbischof für die deutsche Bundeswehr, Franz-Josef Overbeck.
von Dominik Konrad Kontakt Profil

Kappl ist soldatischer Pfarrgemeinderatsvorsitzender für den sogenannten "Seelsorgebereich Weiden". Er übt sein Amt bereits seit über sechs Jahren aus. Gemeinsam mit dem Pfarrgemeinderat und Pfarrhelfer Herbert Sturm unterstützt er den Militärpfarrer Alexander Prosche. Dabei ergeben sich immer wieder schöne Begegnungen. Zu seinen Aufgaben gehört etwa die alljährliche Organisation der Soldatenwallfahrt zum Mariahilfberg. Es ist die größte Fußwallfahrt für Soldaten in Deutschland. "Das ist ein großes Miteinander", sagt Kappl. "Da bin ich Teil von sechs Leuten, die das organisieren." Auch bei der internationalen Soldaten-Wallfahrt in Lourdes übernimmt er Verantwortung. Dorthin pilgern neben den Deutschen noch Kroaten, Franzosen, Italiener, Spanier und Österreicher. Insgesamt sind es rund 15.000 Teilnehmer. "Jede der sechs Nationen bringt 40 Leute mit. Den deutschen Ordnungsdienst stellt das Militärpfarramt Weiden und ich bin da der Führer und arbeite in Lourdes mit den anderen Nationen zusammen, um den Ablauf zu gewährleisten."

Hinzu kommen noch weitere kleinere Veranstaltungen, wie etwa Fahrradwallfahrt, Weihnachtsgottesdienst, Osterandacht und Familienwochenenden. Außerdem ist Kappl Mittelsmann zwischen Truppe und Seelsorge. "Ich spreche mich eigentlich ständig mit dem Pfarrer ab", sagt der Bürgermeister. "Vor zwei Jahren hatten wir alle Priester aus dem Dekanat Leuchtenberg zu Gast. Die haben gestaunt, was wir alles machen." Auf Auslandseinsätze fährt Kappl aber nicht in seiner Funktion als Pfarrgemeinderatsvorsitzender. Wohl aber als Bürgermeister. Als er etwa die Leuchtenberger Partnerstadt Manětín besuchte, freute sich der Stabsfeldwebel über ein Zusammentreffen mit dem Pilsener Bischof Tomáš Holub. Eine Zufallsbegegnung, bei der beide viele Gemeinsamkeiten feststellten: Holub war ab 1996 zehn Jahre lang leitender Militärseelsorger der tschechischen Armee und kannte sich in der Militärseelsorge bestens aus. "Der Bischof konnte viel erzählen und kannte auch unseren Militärbischof Franz-Josef Overbeck sehr gut. Da war es nett, das wir viele gute Bekannte haben."

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