16.07.2019 - 11:57 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

Treter mit Reifenstücken

Mit Kicken auf der „Kühtrifft“ hielt 1949 der Fußball Einzug in Leuchtenberg. Der FC Leuchtenberg gründete sich und feiert am Wochenende sein 70-jähriges Jubiläum, nicht als FC, sondern als DJK.

Sie kickten vor 70 Jahren auf der Kühtrifft: Vorstand Karl Frischholz, Hans Kellner, Hans Kraus, Kurt Kriemer, Erhard Wittmann, Josef Süß (stehend, von rechts), Anton Balk, Hans Lindenberger, Franz Pinkny (knieend, von rechts), Gottfried Pinkny, Fred Tschierschke und Horst Frank.
von Ernst FrischholzProfil

Pessimisten sagten dem FC Leuchtenberg bei seiner Gründung nur ein kurzes Leben voraus. Diese war am 16. Juli 1949 im Zanner-Wirtshaus und Karl Frischholz wurde Gründungsvorsitzender. Sein Stellvertreter war Lehrer Sepp Kraus. Schriftführer wurde Fred Tschierschke und Kassier Georg Kraus. Gründungsmitglieder waren Baptist Böhm, Alfons Maier, Michael Maier, Josef Süß, Kurt Kriemer, Hanns Beer, Josef Beer, Hubert Uschald, Josef Bock, Ludwig Uschold, Hans Hartwig, Hans Lindenberger, Wilhelm Winter, Karl Bauer, Erich Wildenauer und Vereinswirtin Josefa Hartwig.

Es war nicht leicht für die Fußballpioniere, einen aktiven Spielbetrieb auf die Beine zu stellen. Ein Sportplatz fehlte ebenso wie die geeignete Ausrüstung. Fußballschuhe waren unerschwinglich. Da nagelten sich die Fußballbegeisterten Streifen von Autoreifen an die Schnürstiefel, die der Vorsitzende beschafft hatte und hatten so Treter. Die Gemeinde stellte als Spielfeld die ehemalige Kühtrift, ein mit Steinen übersätes abschüssiges Gelände zur Verfügung. Heraus brachte man ein Spielfeld mit 60 Metern Länge, 40 Metern Breite und einem Längsgefälle mit 5,80 Meter auf 60 Meter.

Nach einem Jahr mit Freundschaftsspielen, zu denen die Spieler zu Fuß oder per Fahrrad nach Luhe, Roggenstein oder Kaimling gelangte, trat der Verein 1950 in den offiziellen Spielbetrieb ein und begann hier in der untersten Liga, der B-Klasse Ost. Das erste Team setzte sich aus Torwart Fred Tschierschke sowie aus Josef Süß, Erhard Wittmann, Kurt Kriemer, Hans Kraus, Hans Kellner, Franz Pinkny, Hans Lindenberger, Anton Balk, Horst Franz und Gottfried Pinkny zusammen.

Seither ist der FC, der sich 1963 in DJK umbenannt hat, sieben Jahrzehnte mit mehreren Mannschaften und Auf- und Abs im Spielbetrieb. 1959 wurde Georg Kraus Vorsitzender, der ein erstes Hoch einleitete. Mit der Umbenennung in DJK gab es neben einer Förderung des Fußballverbands auch Gelder von der Kirche und so gelang es mit unzähligen Arbeitsstunden in Eigenleistung und Kosten von 68.000 Mark einen neuen Sportplatz mit Sportheim zu errichten. Erstmals hatte der Verein Umkleidekabinen und eine Dusche. Dies brachte einen sportlichen Aufschwung, denn schon 1969 gelang die erste Meisterschaft in der C-Klasse und die DJK stieg in die B-Klasse (heute Kreisklasse) auf. 1975 erspielten sich die Fußballer sogar den Aufstieg in die A-Klasse (heute Kreisliga). Spieler wie Albert Steger, Helmut Zanner oder Norbert Lopatta waren damals die Größen.

Es folgten Jahre mit Auf- und Abstiegen und dann wohl die erfolgreichste sportliche Zeit. Nach dem Abstieg in die C-Klasse schaffte der Verein 1987 den sofortigen Wiederaufstieg in die B-Klasse, marschierte durch und holte sich in begeisternden Aufstiegsspielen in Pirk gegen den FC Luhe und gegen die Spvgg Windischeschenbach vor 600 Zuschauern den Aufstieg in die A-Klasse (heute Kreisklasse) in der der Verein drei Jahre spielte. Dass es nicht für länger reichte, war sicherlich der Gründung der DJK Irchenrieth geschuldet. Die Spieler aus Irchenrieth waren tragende Säulen der Leuchtenberger Fußballer, auf die sie nun verzichten mussten.

In diese Zeit fiel auch der größte Meilenstein der Geschichte des Sportvereins: Der Bau der neuen Sportanlage mit zwei Spielfeldern, Hartplatz, Laufbahn und Gebäude mit Umkleideräumen und Duschen. Diese Anlage ist auch bis heute Schulsportplatz. Der Bau kostete damals 1,8 Millionen Mark. Bauherr und Eigner der Sportanlage ist die Marktgemeinde. In den 70 Jahren hatte die heutige DJK eine Vielzahl Vorsitzender. Am längsten stand Georg Kraus (16 Jahre) an der Spitze des Vereins. Einen Schub brachte das Jahr 1988, als sich die bis heute überaus aktive Frauengymnastikgruppe als Abteilung der DJK anschloss. Heute verläuft der aktive Spielbetrieb der DJK auf Sparflamme. Die Senioren haben eine Spielgemeinschaft mit der DJK Letzau und heuer im Jubiläumsjahr gelang der Aufstieg in die A-Klasse. Vorsitzender ist derzeit Robert Zirngibl.

Vor 20 Jahren, beim 50-jährigen Jubiläum, spielte ein Nostalgieteam (stehend) gegen die erste Mannschaft.
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