02.04.2020 - 09:47 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

Über allen steht Leuchtenberg

Die Orte haben eine gemeinsame Geschichte, die im Jahr 1814 beginnt: Als "Ortsfreundschaft Leuchtenberg" wollen zehn Städte und Gemeinden der Verbindung neues Leben einhauchen.

Der letzte Herzog von Leuchtenberg. Herzog Nicolaus (rechts) stammt aus der russischen Linie der Leuchtenberger. Bürgermeister Anton Kappl (links) freut sich, dass sich die historische Ortsfreundschaft aufgebaut hat.
von Ernst FrischholzProfil

Die Stadt Eichstätt, Ismaning, Denkendorf, Seeon-Seebruck, Dollnstein, Stein an der Traun sowie der Markt Leuchtenberg, die Städte Pfreimd und Grünsfeld im Badischen und die Landeshauptstadt München haben eine historische Verbindung. Diese geschichtliche Symbiose, der die genannten Orte neues Leben einhauchten, nennt sich „Ortsfreundschaft Leuchtenberg“. Der Ursprung geht zurück auf das Jahr 1814.

Eugene de Beauharnais, der Stiefsohn von Kaiser Napoleon, verheiratet mit Auguste von Bayern, kehrte nach seiner Zeit als Vizekönig von Italien mit seiner Familie nach Bayern zurück. Sein Schwiegervater König Max I, seit 1806 der erste bayerische König, verlieh ihm 1817 den Titel des „Herzogs von Leuchtenberg“ und „Fürst von Eichstätt“. Das Haus der Leuchtenberger war nach dem 17. Jahrhundert praktisch ausgestorben. Der letzte Landgraf Maximilian Adam war 1646 verstorben. Die „Leuchtenbergs“ wurden in Bayern heimisch.

Mittelpunkt war das 1817 begonnene und 1821 fertiggestellte Palais in München. Das Palais Leuchtenberg am Odeonsplatz ist das größte in München, in dem heute das Bayerische Staatsministerium für Finanzen residiert. Die Besitztümer der Leuchtenbergs hatten sich in ihrer Blütezeit ausgeweitet auf die genannten Orte und Städte, die heute noch von den historischen Gebäuden geprägt sind. Die gemeinsame Geschichte der in Historie geeinten Orte dümpelte dahin. 1817 wurde Eugene und Auguste der Sohn Maximilian geboren, der Urgroßvater des heute noch letzten lebenden „Herzog Nicolaus von Leuchtenberg. Der Herzog war mit Initiator, für die Gründung eines „Freundeskreises Leuchtenberg“.

Aus diesem Zusammenschluss heraus bildete sich die „Ortsfreundschaft Leuchtenberg“. Grundlage ich die gemeinsame Geschichte der Landgrafen von Leuchtenberg in Leuchtenberg, Pfreimd und Grünsfeld sowie die der Bayerischen Herzöge von Leuchtenberg in München, Eichstätt, Denkendorf, Isamning, Dollnstein und die der Russischen Herzöge von Leuchtenberg in Seeon und Stein an der Traun. Der russischen auf Sankt Petersburg zurückgehenden Linie gehört zudem Nicolaus von Leuchtenberg an.

Grundlage der Ortsfreundschaft zwischen den Orten ist die Stärkung des Bewusstseins für gemeinsame historische Wurzeln und zugleich die Förderung kultureller und touristischer Beziehungen. Man will auch aufzeigen, wie man in Bayern auf den Spuren der Leuchtenberger wandeln kann. Es ist ein „Leuchtenberg-Tag“, den es bereits beim Freundeskreis in Seeon gibt. Die weiteren Orte wollen sich vernetzen. So traf man sich auch schon in Leuchtenberg. Herzog Nicolaus ist dabei integriert, der sich auch schon in Leuchtenberg an seinem Namensort mit Bürgermeister Anton Kappl traf.

Ein Ausflug der Oberbayern aus Ismaning und Seeon in der Burggemeinde Leuchtenberg brachte schon erste Kontakte. Wobei die Oberbayern nicht nur vom Stammsitz der Leuchtenberger begeistert waren, sondern auch von der Landschaft in der Oberpfalz. "Die wären sonst nie gegen ihre Ausrichtung in die Oberpfalz gekommen", resümiert Leuchtenbergs Gemeindechef Kappl.

Das Palais Leuchtenberg am Odeonsplatz in München. Heute Sitz des Bayerischen Finanziministeriums.

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