15.12.2019 - 14:21 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

Wunsch der Leuchtenberger: Rathaus soll wieder öffnen

In der Bürgerversammlung wartet Bürgermeister Anton Kappl mit positiven Zahlen und Fakten auf. Zugleich richtet er den Blick auf 2020. Es gibt auch einen Wunsch der Bürger.

Ob man in der Kleinen Dorferneuerung beim Buswendeplatz die Sicherheitsprobleme beseitigen kann, ist mehr als fraglich.
von Ernst FrischholzProfil

Bürgermeister Anton Kappl blickt in der Bürgerversammlung zunächst zurück. Die Gemeinde hat 2019 10 Einwohner weniger. Nun leben 1145 Menschen in Leuchtenberg. Diese haben noch eine Pro-Kopf-Verschuldung von 46 Euro. Zentrale Ausgaben für die Gemeinde waren 83 800 Euro für die Schule, 124 000 Euro für den Kindergarten, 50 600 Euro für das Feuerlöschwesen, 229 000 Euro für den Straßenunterhalt, 35 000 Euro für die Straßenbeleuchtung, 326 600 Euro für den Bauhof mit Winterdienst und 275 100 Euro Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft.

Der Kindergarten ist mit 58 Kindern überbelegt. Ein Anbau wird notwendig werden. Die Grundschule besuchen in den zwei Kombiklassen 26 Kinder. Schlüsselprojekte waren 2019 das Erfolgsmodell "Baugebiet Pfarrhäusl", das schnelle Internet im ganzen Gemeindegebiet, das Großprojekt Straße Michldorf-Kleinpoppenhof, das neue Einsatzfahrzeug für die Feuerwehr Lerau sowie auch ein Kommunaltraktor für den Bauhof.

Immer noch läuft die Sanierung der Mehrzweckhalle. Festgestellte Baumängel während der Bauzeit haben den Stopp verursacht. "Wer übernimmt die Verantwortung und Kosten hierfür?", stellte sich die Fragen. Das ist in der Klärung. 2020 sollte aber alles bereinigt sein. Für die gemeindeeigene Photovoltaikanlage an der Autobahn ist das Bauleitverfahren abgeschlossen und man könne im Frühjahr beginnen.

Der direkte Glasfaseranschluss für die Schule, die Ausweisung zweier weiterer Baugebiete (Ringelbrunnen III und Am Pfarrhäusl II) wird 2020 fortgeführt. Mit der Wasserleitung in Lückenrieth soll begonnen werden. Im Zug der Maßnahme wird auch ein Straßenteilstück zur Hammermühle hin saniert. Lückenrieth liegt auch in einem Mobilfunkloch. Dieses soll durch einen Mobilfunkmasten beseitigt werden.

Nach den umfangreichen Ausführungen von Bürgermeister Kappl, gibt es in der Diskussion noch einige Nachfragen. Gerhard Kammerer wollte das Umlageverfahren wissen, wenn in Lückenrieth die Wasserleitung neu gebaut wird. Höchstwahrscheinlich erfolgt da die Umlage auf alle Anschlieger, die an die Wasserversorgung in Leuchtenberg angeschlossen sind, antwortete Kappl. Sebastian Zanner fragte an, ob nach zuletzt den Straßen Döllnitz und Michldorf für 2020 weitere Straßenbaumaßnahmen geplant sind.

Ins Auge gefasst sind für die nähere Zukunft die Straßen von Kleßberg Richtung Kainzmühle, von Steinach nach Lerau und in Döllnitz die zweite Auffahrt von der Bundesstraße 22. Dies alles aber nicht so aufwendig, sondern einfach mit einem neuen Oberbau, merkte Bürgermeister Kappl dazu an. Die Verwaltung im Rathaus wurde vorübergehend aufgrund des Personalengpasses in der Verwaltungsgemeinschaft verlagert.

Josef Zitzmann wollte wissen, wann das Rathaus wieder besetzt sei, da die Personalprobleme ja nicht mehr bestehen. Dazu wäre es auch widersprüchlich, wenn man beim derzeit laufenden Bau des Gemeindezentrums die Rathausfunktion mit Verwaltungsräumen integriere, wenn keine Besetzung mehr erfolge. "Wir zahlen die gleiche Verwaltungsumlage wie Tännesberg", sagte Zitzmann. "Wenn wir immer nach Tännesberg fahren müssen, dann ist das gegen jede übliche Richtung, die nach Vohenstrauß und Weiden tendiert", fügte er an.

Bürgermeister Kappl stellte dazu fest, dass die Notwendigkeit der vorübergehenden Schließung gegeben war. Aber nun sollte es wieder machbar sein, den ursprünglichen Zustand herzustellen. Der neue Geschäftsleiter der VG, Lothar Kipp, fügte dazu an, dass der Bürgermeister darüber schon einige Male mit ihm gesprochen habe. Der Wunsch der Leuchtenberger sei nachvollziehbar, von der Umsetzung her aber nicht ganz einfach.

Info:

Leuchtenberg auffrischen und an einigen Problemschrauben drehen - das ist das primäre Ziel der "Kleinen Dorferneuerung Leuchtenberg", für die im Jahr 2020 die Planungsphase beginnt. Bürgermeister Anton Kappl setzte hierzu in der Bürgerversammlung bereits Eckpfeiler. Das sind die Friedhofsallee mit dem Gehweg und Schulvorplatz, der Badeweiher, der Buswendeplatz und die eingestürzte Mauer am Turnierplatz.

Beim Buswendeplatz hat man ein Sicherheitsproblem, weil im Winter auf dem Pflaster die Busse beim Umfahren wegen des Gefälles abrutschen. Wie man da Abhilfe schaffen kann, sei mehr als schwierig und von den Kosten her mehr als intensiv. Auch die Mauer am Turnierplatz, die wohl hunderte von Jahren alt ist und unter Denkmalschutz steht, müsste saniert werden. "Wenn es da nicht eine Sonderförderung gibt, dann müsse man die Hände davon lassen", sagte Kappl. Vom Amt für ländliche Entwicklung (AFLE) war Erik Bergner anwesend. Er stellte heraus, dass derzeit nach den zwei Seminaren, in denen Anregungen eingebracht wurden, von der beauftragten Planerin alle Maßnahmen in einem Dorferneuerungsplan gebündelt werden. Aus diesem heraus muss eine baureife Detailplanung entstehen. "Wir am Amt werden differenzieren müssen, wie die Fördermittel eingesetzt werden können", sagte Bergner. Klar sei, dass nichts gemacht wird, hinter dem die Leuchtenberger nicht stehen. Nach dem heutigen Stand wäre eine Förderung von 72 Prozent möglich.

Weiteres Thema bei dieser Dorferneuerung sei die Beseitigung von Leerständen. Hier gibt es das Sonderprogramm "Innen statt Außen". Für Leerstandsbeseitigungen kann es eine Förderung bis zu 90 Prozent geben. Die Gemeinde muss aber Besitzer dieser Anwesen werden. Man müsse auch nicht alles mit Gewalt erhalten. Es sei auch eine Umnutzung ober ein Abbruch möglich. Gleichlaufend ist auch die Förderung von Privatmaßnahmen möglich. Hierüber wird es eine Informationsveranstaltung geben.

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