12.11.2018 - 17:06 Uhr
Liebenstein bei PlößbergOberpfalz

In Liebensteiner Kartonagenwerk den Ernstfall geprobt [mit Video]

Gut 200 Einsatzkräfte von 14 Feuerwehren und die BRK von der Fachgruppe UAS üben den Extremfall beim Liebensteiner Kartonagenwerk.

Nicht nur die schweren Chemikalienschutzanzügen, sondern auch der dichte Rauch erschwerte die Arbeit.
von DTRProfil

Am Samstag um 14 Uhr wurden die Feuerwehren alarmiert. Die Liebensteiner und Plößberger waren als erste am Einsatzort. Dann trafen nach und nach auch die anderen Wehren ein. Sie wurden mit mehreren realistischen Szenarien auf der gut 30 Hektar großen Anlage des modernen Werkes konfrontiert. Einen ständigen Überblick über die komplexen Lagen boten die Drohnenspezialisten von der Fachgruppe UAS vom BRK mit Live- sowie Wärmebildern aus der Luft.

Zügig mussten die Aktiven eine Löschwasserversorgung aufbauen. Als Brandherd wurde ein Lkw angenommen, den die Aktiven mit Schaum bekämpften. Unterstützt wurden die Kräfte von den Feuerwehren aus Lengenfeld und Tirschenreuth. Erschwert wurde die Lage durch einen angenommenen Waldbrand nahe der Industrieanlage. Gerade die lange Schlauchlänge von gut 400 Metern brachte die Löschspezialisten reichlich ins Schwitzen.

Unser Video zur Großübung im Kartonagenwerk

Heikel wurde es, als kurze Zeit später beim nächsten Übungsabschnitt gefährdete Personen aus einem Büroraum im ersten Obergeschoss geborgen werden mussten. Routiniert nahmen sich die Feuerwehren Bärnau, Tirschenreuth, Schwarzenbach und Falkenberg der Aufgabe an. Wegen starker Rauchentwicklung mussten sie mit schwerem Atemschutz in das Gebäude vorrücken. Zwei Atemschutz-Geräteträger mussten von ihren Kollegen mit Hilfe von Rettungstragen über das Treppenhaus ins sichere Freie befördert werden.

Das umfangreichste Szenario des Tages forderte perfekte Absprachen und Zusammenarbeit zwischen allen Einsatzkräften. Nicht nur ein Brand sondern auch ein Gefahrgutaustritt machte die Situation für die Einsatzkräfte brenzlig. Dabei mussten sogar die schweren Chemikalienschutzanzüge eingesetzt und ein Dekontaminationsplatz eingerichtet werden. Hier standen speziell die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (ÖEL), die Unterstützungsgruppe für Gefahrengut und der Fachberater für Gefahrgut, Fritz Leicht, mit Rat und Tat beiseite stehen.

Im Laufe des Einsatzes wurden verschiedene austretende Gefahrstoffe festgestellt, Leckagen abgedichtet und zwei Personen aus dem Gefahrenbereich gerettet. Einen weiteren "Brand" im Außenbereich des Palettenlagers bekämpften die Feuerwehren Schönficht, Schönkirch, Beidl und Thanhausen.

Die Bilanz bei der Nachbesprechung fiel sehr positiv aus. "Selbst bei derart umfangreichen Szenarien mit zusätzlich eingespielten Ausfällen von Tragkraftspritzen und Unfällen von Atemschutz- und CSA-Trägern arbeiten die Kräfte bedacht und professionell", erklärte Kreisbrandinspektor Lorenz Müller. Die Zusammenarbeit sei beachtenswert gewesen. Er stufte solche Großübungen als besonders wichtig ein.

Ein besonderer Dank ging an die Geschäftsführung des Liebensteiner Kartonagenwerk, welche die aufwendige Übung möglich gemacht hatte.

Was mit einem LKW-Brand begann spitzte sich im Übungsverlauf extrem zu.

Was mit einem LKW-Brand begann spitzte sich im Übungsverlauf extrem zu.

14 Feuerwehren und die UAS des BRK waren mit 200 Kräften im Einsatz:

14 Feuerwehren und die UAS waren im Einsatz

- Feuerwehr Liebenstein

- Feuerwehr Plößberg

- Feuerwehr Lengenfeld

- Feuerwehr Bärnau

- Feuerwehr Tirschenreuth

- Feuerwehr Schwarzenbach

- Feuerwehr Mitterteich

- Feuerwehr Schönficht

- Feuerwehr Beidl

- Feuerwehr Thanhausen

- Feuerwehr Waldsassen

- Feuerwehr Wiesau

- UG-ÖEL

- UG-Gefahrengut

- Fachgruppe AUS des BRK

Die Spezialisten von den Feuerwehren sind nicht nur auf Brandlöschung sondern auch in der Ersten Hilfe geschult.

Die Drohnenspezialisten von der Fachgruppe UAS des BRKs lieferten ständig aktuelle Live- und Wärmebilder aus der Luft

Auch bei der Dekontaminierung und Rettung war ein Hochaufgebot an Einsatzkräften gefordert.

Mit schwerem Atemschutz betraten die Feuerwehren den Büroraum im ersten Obergeschoß.

Bei diesem Übungsverletzten ist die Dekontaminierung bereits abgeschlossen. Er kann von seinem Schutzanzug befreit werden.

Mit schwerem Atemschutz rückten die Feuerwehren in das Gebäude vor.

Unter dichtem Rauch musste der verletzte Feuerwehrmann zum Dekontaminationsplatz verbracht werden.

Ein Hochaufgebot an Einsatzkräften wurde in realistischen Szenarien gefordert.

Der dichte Rauch erschwerte den Spezialisten die Arbeit.

Ein Hochaufgebot an Einsatzkräften wurde in realistischen Szenarien gefordert.

In schweren Chemikalienschutzanzügen mussten die Verletzten zum Dekontaminationsplatz verbracht werden.

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