(frd) Allein 90 Imme sind noch in Deutschland zugelassen. Einige Liebhaber dieser besonderen Motorräder haben sich 1985 zu einem Freundeskreis zusammengeschlossen. Sie pflegen das Erbe von Norbert Riedel, der das Leichtmotorrad entwickelt und gebaut hat. Alle zwei Jahre treffen sie sich, Schauplatz diesmal war der Landgasthof "Taverne" in Lind.
Produkt der Nachkriegszeit
Seit 30 Jahren organisieren Heinrich Egger und Bernhard Weber dieses Treffen. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien berichten sie, dass dieses Einzylinder-Motorrad in den Jahren 1947/48 erstmals in Muggendorf gebaut und gefahren worden ist, ab 1949 stellte es Entwickler Norbert Riedel im Allgäu in Serie her.
Die Firmenansiedlung in Immenstadt und der Bau des Motorrades seien mit hohen Kosten verbunden gewesen. Riedel habe Kredite aufnehmen müssen und sei stark verschuldet gewesen. Überdies sei er anderen Motorradbauern zu erfolgreich und gefährlich geworden. Es heißt, dass diese die Bank gezwungen hätten, keine Kredite mehr zu geben. Schließlich musste der Konstrukteur und Erbauer der Imme 1951 Konkurs anmelden.
Kaufpreis bei 775 Mark
Insgesamt seien lediglich 12 000 Motorräder des Fabrikats "Imme" gebaut worden. Der Name geht auf den Produktionsort Immenstadt zurück. Die Insolvenz stoppte auch die Produktion eines Zweizylinder-Motorrads, ein Vertreter dieses Typs war am Wochenende auch beim Treffen dabei. Das Zweitakt-Motorrad "Imme R 100D" war einst für 775 Mark zu haben, schaffte mit 4,5 PS zwischen 60 und 70 Stundenkilometer und galt nach mehreren sportlichen Erfolgen als "Deutschlands bedeutendste Schöpfung im Motorradbau der Nachkriegszeit".
Höhepunkt des Treffens war am Samstag eine gemeinsame Ausfahrt durch die Region über 100 Kilometer. Einige "schwächelnde" und schon ins Alter gekommene "Immen" musste das Begleitfahrzeug einsammeln, das dem Zweirad-Tross folgte. Bei einer Versammlung am Abend wurde festgelegt, das Bernhard Weber aus dem Raum Stuttgart die Organisation der nächsten Treffen übernehmen wird. Am Sonntag machten sich die Imme-Enthusiasten wieder auf die Heimreise, einige hatten lange Strecken bis nach Husum oder in die Niederlande vor sich.

















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