06.12.2019 - 15:28 Uhr
Lochau bei PullenreuthOberpfalz

Nadeln, Blumen und Wein

Ehrungen standen im Mittelpunkt der Herbstversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Lochau-Riglasreuth. Die Ehrennadel in Gold für 40 Jahre Treue bekamen Gerda Hacker, Josef Rödl, Alfred Skalsky, Richard Stock und Karlheinz Wegmann.

Karlheinz Wegmann (sitzend, von links) und Gerda Hacker wurden für vier Jahrzehnte Mitgliedschaft im Obst- und Gartenbauverein mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet. Der Vorsitzende des OGV Lochau-Riglasreuth, Volker Pöhlmann (stehend, rechts), wurde für ein Vierteljahrhundert Treue zu den Gartlern geehrt. Die Urkunden überreichte Kreisfachberater Harald Schlöger (stehend, links).
von Autor ÖTProfil

Urkunden und Präsente überreichten in der Bergschänke Kreisfachberater Harald Schlöger und Vorsitzender Volker Pöhlmann. Für ein Vierteljahrhundert Mitgliedschaft im Verein wurden Martina und Volker Pöhlmann sowie Martina und Peter Schmid mit der Ehrennadel in Silber belohnt. Die Damen durften einen Blumenstock und die Herren eine Flasche Wein mit nach Hause nehmen. Der Kreisfachberater hob hervor, diese Auszeichnungen sollten Ansporn für andere sein. Schlöger erinnerte auch an das 125. Gründungsjubiläum des Landesverbands. Aus diesem Grunde wurden in zahlreichen Orten im Freistaat Silberlinden gepflanzt. Ebenso warf er einen Blick zurück auf den „Tag der offenen Gartentür“. Im Jahr 2020 findet dieser in Mitterteich statt. Weiter sei ein Vorständeseminar in Hahneneggaten bei Waldeck, eine Lehrfahrt nach Ingolstadt und eine Jahrestagung in Neualbenreuth geplant.

Der Klimawandel betrifft jeden. Auch die Gartenfreunde in der Region werden vor neue Herausforderungen gestellt. Kreisfachberater Harald Schlöger griff in seinem Vortrag dieses Thema auf und sprach über „Tockenheitsverträgliche und hitzetolerante Gehölze und Stauden“.

Vorzeitiger Blattabfall bei Birken im Sommer weise auf Veränderungen des Klimas hin. Bei Trockenheit bestehe inzwischen die Gefahr von Verlusten bei Fichtenbeständen. Der Borkenkäfer trage ebenso dazu bei. Globalisierung und weltweiter Handel begünstigen durch die Ausschaltung natürlicher Barrieren die Ausbreitung von Schädlingen, unterstrich der Referent. Durch die heiße Sonneneinstrahlung entsteht bei Bäumen Rindenriss. Diesem könne jedoch durch einen weißen Stammanstrich entgegengewirkt werden.

Seit 1881 sei die Temperatur in Deutschland stärker angestiegen als im globalen Mittel. Verbunden damit sei auch der Anstieg der mittleren Jahrestemperatur in Bayern um bis zu zwei Grad. Schlöger führte aus, die Niederschläge könnten künftig im Frühjahr und Spätwinter ansteigen, aber im Sommer um mehr als 20 Prozent abnehmen.

Hohe Ozonwerte schädigen das Blattgewebe. Ebenso sei Sonnenbrand bei Äpfeln und sowie Erd- und Himbeere zu beobachten. Wichtig als Klimaregulator sei gerade das Stadtgrün. Diese Frischluftschneisen sind wichtig für den Luftaustausch.

Wasser wird durch den Klimawandel kostbar. In der Oberpfalz seien künftig leicht abnehmende Niederschläge zu verzeichnen, während sie weltweit zunehmen. Gerade im Sommer werde ein Mangel an Grundwasser erwartet. Deshalb sei es wichtig die richtige Pflanzenauswahl zu treffen. Dies berge aber die Gefahr von invasiven Pflanzen.

Ziel müsse eine breite Pflanzenvielfalt sein. Gewinner des Klimawandels sind Feldahorn und Hainbuche sowie Robinie, Hopfenbuche, Zürgelbaum und Wollapfel. Bei den Gehölzen eigne sich die Ballhortensie an schattigen Plätzen. Wacholder komme ebenso gut mit Trockenheit zurecht.

Verlierer des Klimawandels sind Beetstauden, wie Astern und Phlox. Als Gewinner bezeichnete Harald Schlöger Heiligenkraut, Lichtnelke, Kugeldistel, Lavendel Steppenwolfsmilch und Wollziest. Gute Stauden wären auch Blauraute, hohe Fetthenne, Silberbusch und roter Sonnenhut. Stabil seien auch Zwiebel- und Knollenpflanzen.

Spornblume und Palmlilie eignen sich für trockene Plätze. Auch Lampenputzergras, Federgras und Eisenkraut empfahl der Kreisfachberater. Der Klimawandel begünstige auch Weinsorten wie Kischmisch, verschiedene Birnenarten und die echte Mispel. Mittelmeerpflanzen benötigten jedoch trockene und durchlässige Standorte. Zum Ende seines Vortrages resümierte Harald Schlöger, es werde sich einiges ändern. Im Anschluss an den offiziellen Teil der Herbstversammlung lud OGV-Vorsitzender Volker Pöhlmann die Mitglieder zur Einstimmung auf den Advent zu Punsch, Stollen und Plätzchen ein.

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