26.11.2018 - 12:48 Uhr
Löschwitz bei KemnathOberpfalz

Unterführung optimale Lösung

Ein Dorfrundgang und ein Seminar bilden die Grundlage für das zweite Treffen zur Dorfsanierung in Löschwitz. Darin geht es um die Darstellung erster Ideen und Entwicklung von Zielen.

Architekt und Stadtplaner Emil Lehner (stehend) stellt den Löschwitzern erste Ideen vor.
von C. & W. RupprechtProfil

Architekt und Stadtplaner Emil Lehner sieht in dem Fließgewässer und der bereits vorhandenen Begrünung ein Riesenpotenzial in Löschwitz, auf das aufgebaut werden kann. Schwierig gestaltet sich aus seiner Sicht jedoch die Einfahrt in den Ort. Hinzu kommt, dass Bürger die Geschwindigkeit der Fahrzeuge, die in den Ort hineinfahren, als zu hoch empfinden. Die Tatsache, dass die Straßen für heutige Verhältnisse eher schmal sind, kommt laut Lehner daher, dass die Verkehrsflächen nie für Durchgangsverkehr ausgelegt waren. Aus seiner Sicht wird es spannend, wie man damit umgeht, denn eine Verbreiterung verleitet zu schnellerem Fahren.

Bereits am Tag des Dorfrundgangs erkannte er, dass eine Querung der Staatsstraße 2665 nur schwer möglich sei. Für ältere Personen oder für solche mit Gehbehinderung sei dies nahezu unmöglich. Dies sei ein untragbarer Zustand, meinte Lehner. Die optimale Lösung wäre eine Unterführung.

Ob diese umsetzbar ist, muss sich erst noch zeigen. Soll die Unterführung behindertengerecht ausgeführt werden, dann darf die Steigung nur maximal vier Prozent betragen. Dies führe dazu, dass die Steigungen sehr lang werden und damit die Umsetzung schwieriger. Oft könne nur eine Querungshilfe umgesetzt werden, bei der es auf dem halben Weg eine Zone zum Verweilen gebe, führte der Architekt aus.

Für den angedachten Fußweg nach Kaibitz gibt es drei Ausführungsvarianten: auf gleicher Höhe, halb abgesenkt und ganz abgesenkt, wobei gleiche Höhe auf einer Ebene mit der Straße bedeutet und ganz abgesenkt dementsprechend auf gleicher Ebene wie die Felder und Flur. Für die Umsetzung wird dazu auf jeden Fall das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach benötigt. Lehner zeigte - wie zuvor in Kaibitz - auch den Löschwitzern ein Urkataster des Ortes. Es stammt aus der Zeit von etwa 1830 bis 1870. Man erkennt in Löschwitz in der Nähe der Staatsstraße ein ländliches Muster und dahinter Siedlungsgebiete.

Ein weiteres Thema war das Gemeinschaftshaus für Löschwitz. Der jetzige Standort ist aus Lehners Sicht sehr prominent und hat den Vorteil, dass er nicht direkt an der Staatsstraße liegt. Für Lehner gehört ein Gemeinschaftshaus, wenn es irgendwie machbar ist, immer ins Dorf und nicht an den Ortsrand. Er gab zu Bedenken, dass der Bau von Gemeinschaftshäusern das eine sei. Der Betrieb und die Unterhaltung in den kommenden 10 bis 20 Jahren sei das andere, aber mindestens genauso wichtige Thema.

Auch auf die Ableitung des Niederschlagswassers ging der Architekt kurz ein. Er zeigte anhand eines Höhenplans das zum Teil von beiden Seiten her sehr starke Gefälle hin zum Silberbach. Der Fachmann bat die Bürger, ihm Bilder von Hochwassersituatione zur Verfügung zu stellen, damit diese ausgewertet werden können. Ortssprecher Erwin Lottes fungiert dabei als Sammelstelle. Digitale Aufnahmen können ihm per E-Mail an erwin.lottes[at]t-online[dot]de gesandt werden. Analoge Bilder können direkt bei ihm abgegeben werden. Lottes leitet diese an das Architekturbüro weiter. Dort werden sie gescannt und wieder zurückgegeben.

Lehner gab zu bedenken, dass es sinnvoll wäre, ebenfalls über Baulandreserven nachdenken. Auch Flächen für Kleingewerbetreibende sollten berücksichtigt werden, sofern Bedarf besteht. Er bat darum, sich bei ihm zu melden und betonte, dass es hierfür Förderungen gebe, falls dafür Platz benötigt werde.

Der nächste Termin, die sogenannte "Dorfwerkstatt 2" findet am 24. Januar 2019 um 19 Uhr im Feuerwehrhaus statt.

An der Staatsstraße herscht in Löschwitz ein ländliches Muster. Weiter hinten beginnt dann eine Siedlungsstruktur.
Die baulichen Strukturen von Löschwitz
Emil Lehner zeigt den Löschwitzern das Urkataster von Löschwitz aus den Jahren zwischen 1830 und 1870.
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