02.07.2021 - 11:40 Uhr
Luhe/Luhe-WildenauOberpfalz

Falken im Taubenschlag

Rinder, Hühner und Ziegen auf einem Bauernhof – eigentlich nichts Außergewöhnliches. Doch welchen Weg geht ein Landwirt um zu einer Falkenaufzucht zu kommen?

Den Hof des Landwirtsehepaars Kick (Luhe) haben sich Falken als Brutstätte für ihren Nachwuchs ausgesucht.
von Walter BeyerleinProfil

Das Landwirtsehepaar Georg und Karola Kick vom Aussiedlerhof in Luhe an der Leuchtenberger Straße beherbergt seit drei Jahren im Taubenschlag eine Falkenaufzucht. Doch der „Einzug“ der Falken in den Taubenschlag war mit Problemen verbunden. „Im ersten Jahr hatten wir noch Tauben“, berichtet Karola Kick. Aber im gefiederten „Kampf“ um den Platz waren letztlich die Falken die Sieger. Die Tauben suchten sich andere Nisthöhlen. Im ersten Jahr beließen es die Falken beim Legen der Eier, dann wurden sie nicht mehr gesehen, erinnert sich Karola Kick. Im darauffolgenden Jahr zog das Falkenpaar drei Junge auf.

Die Herkunft der Falken ist für Georg Kick klar: Im Stadel des landwirtschaftlichen Anwesens sind zwei Nester. „Es wird wohl der Nachwuchs gewesen sein, der einen Platz gesucht hat“. Zwei Jahre hintereinander wurden von den „Falkeneltern“ jeweils drei Jungtiere großgezogen, heuer sind vier Jungtiere zu versorgen.

Aus Gülle gerettet

Das mag auch der Grund sein, dass ein „Elternteil“ kürzlich in der Güllegrube unterhalb des jetzigen Falkennestes fast „abgetaucht“ ist. Der Falke saß auf einem „Häufchen fester Gülle“ und wartete offenbar auf seine Rettung. Georg Kick gelang es das Tier aus der Güllegrube zu holen. „Der Vogel war übervoll mit Gülle, er war auch sehr geschwächt“, ergänzt Karola Kick ihren Ehemann. Das hielt aber den Falken nicht ab, mit seinem scharfen Schnabel auf seine Retter „einzuhacken“. Mit lauwarmem Wasser reinigte Georg Kick das Gefieder, setzte den Falken in einen Käfig und wartete dessen Kräftigung ab. Dann durfte der Falke wieder zu seinem Nachwuchs.

Vorher fiel es Karola Kick auf, dass die Jungtiere sehr laut „geschrien“ haben, das sei wohl das Zeichen gewesen, dass das Futter fehle, meinte die Bäuerin. Erst im Zug der Rettung hat Georg Kick gesehen, dass der Falke einen Ring trug. Doch in der Aufregung vergaß er die Nummer zu notieren. Auffallend aber, dass nur ein Elterntier gegenwärtig ist, so dass sich nach den Worten Georg Kicks die Frage nach dem zweiten Elternteil stellt.

Dass Tiere auf dem landwirtschaftlichen Anwesen einen besonderen Stellenwert haben, zeigt sich schon im Hof. Aus dem Stall schauen die Rinder heraus, in den Boxen hüpfen munter die Kälber herum. Seit der „Run“ auf Ziegelmilch nachgelassen hat, haben die Kicks auch den Ziegenbestand verkleinert. Herrschte früher auf dem entsprechend für die Tiere ausgerichteten Grundstücks entlang der Leuchtenberger Straße ein munteres Treiben, sind dort jetzt noch drei Muttertiere vorzufinden. Natürlich fehlt im Hof auch der „Hofhund“ nicht. Etwas entfernt stehen zwei „Hühner-Mobile“.

Bauernhof als Schatzkammer

Die Schließung und den Wegfall von Bauernhöfen sieht Georg Kick als großen Nachteil für die heimische Tierwelt. Wenn auf einem Bauernhof ein Tierbestand vorhanden ist, gebe es Futter, das wiederum die Spatzen anlocke, auf die „freue“ sich wieder der Falke, für vorhandenes kleines Ungeziefer seien die Schwalben dankbar. „Ein Bauernhof bietet die Lebensgrundlage für viele Tiere und ist eine Schatzkammer für die Natur“.

Weiden: Falkenrettung in der Innenstadt

Weiden in der Oberpfalz
Ein Herz für Tiere haben Georg und Karola Kick. Deshalb dürfen die Falken auch die Tauben aus ihrem Stall vertreiben, um dort ein Nest zu bauen und dann nach Nachwuchs groß zu ziehen,.

 

 

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