05.06.2019 - 13:41 Uhr
Luhe/Luhe-WildenauOberpfalz

Frauenbund Luhe mit starken Wurzeln

„Grüaß Gott, liabe Leit, wir feiern heit 100 Joahr“, singt das „Trio Z’sammg’stimmt“. Zum Jubiläum des Frauenbunds Luhe lobt Diözesanvorsitzende Schlecht die "feste Größe in Pfarrei, Bezirk und Verband", äußert aber auch einen Appell.

Ehrung langjähriger Vorsitzender: (von links) Maria Lehnert, Resi Friedl, Christa Frimberger, Betty Stangl und Katharina Schwab; hinten Mitte mit blauen Tüchern das Vorstandsteam mit Pfarrer Arnold Pirner, Diözesanvorsitzender Karin Schlecht und Bezirksvorsitzender Margit Konze (ganz rechts)
von FSBProfil

In ihrer Festansprache vor Mitgliedern und Festgästen strich Karin Schlecht zum Jubiläum die Bedeutung des Frauenbunds Luhe mit seinen über 110 Mitgliedern heraus. Er vertrete seit einem Jahrhundert Schwerpunkte wie Gemeinschaft, Bildung, Glaube und soziales Engagement, so die Diözesanschefin. Wie auch der Ortsverband leiste der Dachverband Lobbyarbeit für Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft, biete ein vielseitiges Bildungsprogramm an und gestalte das Leben vor Ort aktiv mit. In der Diözese Regensburg sei der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) mit fast 60 000 Mitgliedern (bei 180 000 bundesweit) eine große Gemeinschaft.

Zu den bedeutendsten Zielen gehöre es, Frauen in den jeweiligen Lebenssituationen zu unterstützen. Vision sei eine Gesellschaft, in der Frauen selbstbewusst und engagiert ihre Rechte verwirklichen. Schon die Gründerinnen des Frauenbunds hätten mit viel Energie, tief verwurzelt im Glauben für Gleichberechtigung und die Würde von Frauen gekämpft. Schlecht rief alle Mitglieder auf, stolz auf ihr Können zu sein und die Leistungen des Zweigvereins offen darzustellen.

Dies tat dann auch das vierköpfige Vorstandsteam – Rita Gleißner, Rita Hösl, Petra Irlbacher und Luise Köllner – mit Auszügen aus alten Chroniken. Beginnend mit der Fahnenweihe und Vereinsgründung 1919 über die Unterdrückung und das Verbot in der Zeit des Nationalsozialismus hin zur Wiedergründung 1950 und die Entwicklung zu einem sehr aktiven Verein wurden vor allem in den letzten Jahrzehnten bedeutende Ereignisse geschildert. Aus diesen waren vereinsinterne, mit Humor und großer Spendenbereitschaft verbundene Aktionen zu ersehen, aber auch historische und gesellschaftliche Aspekte. So gab es beispielsweise vor Jahrzehnten Vorträge über „Richtiges Einfrieren“, „Schlank werden und schlank bleiben“ oder über „Tupperware-Produkte“. Interessant auch, dass Frauenbundmitglieder beim Bürgerfest 1994 sieben Zentner Kartoffeln zu Dotsch verarbeiteten.

Ein Rückblick wäre aber nichts ohne die handelnden Personen: Die ehemaligen Vorsitzenden Betty Stangl (1970 – 1978), Katharina Schwab (1978 – 1990), Christa Frimberger (1990 – 2002), Therese Friedl (von 2002 – 2010 im Vorstandsteam) und Maria Lehnert (ab 2002 im Vorstandsteam und von 2010 – 2018 Vorsitzende) erhielten für ihr Wirken ein Blumengeschenk.

In ihrem Grußwort verglich die Bezirksvorsitzende Margit Konze den Frauenbund mit einem Baum: Gott als die Wurzel allen Lebens, treue Mitglieder als festen Stamm und die aktiven Mitwirkenden als tragende Äste mit Früchten, um den Neulingen Mut für Neues zu geben. Pfarrer Arnold Pirner dankte allen Mitgliedern und den Priestern, die den Frauenbund, einer der tragenden Säulen der Pfarrei, begleitet haben, mit einem herzlichen Vergeltsgott und zitierte das Augustinus-Wort „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.“

PGR-Sprecherin Ulrike Duschner bezeichnete den Frauenbund als Bereicherung für die Pfarrgemeinde. Bürgermeister Karlheinz Preißer überbrachte die Glückwünsche des Markts und erinnerte daran, dass Frauen erst vor 100 Jahren studieren und erst vor etwa 50 Jahren selbst Arbeitsverträge unterschreiben durften. Der Patenverein Oberwildenau überreichte ein Blumenkränzchen als Geschenk, ehe nach dem Lied „Vågelts Gott“ die Feierlichkeiten mit einem Mittagessen und einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen ausklangen. Musikalisch gab das „Trio Z’sammg’stimmt“ − das sind Rita Gleißner, die auch die Texte verfasst hatte, Resi Lorenz und Ulrike Schwab – mit Liedern wie „Då Frauenbund, der schaut zurück“ harmonisch den Ton des Nachmittags vor. Der „weltlichen“ Jubiläumsfeier im Pfarrheim war ein Gottesdienst mit gekonntem Dreigesang und Gitarrenbegleitung vorangegangen.

Diözesanvorsitzende Karin Schlecht bei ihrer Festansprache.
Das Vorstandsteam (von links) Rita Gleißner, Rita Hösl, Petra Irlbacher und Luise Köllner begrüßt die Gäste und gibt einen Rückblick auf 100 Jahre KDFB Luhe.
Dank an die Festrednerin Karin Schlecht (rechts) von den Vorstandsteamfrauen Petra Irlbacher (links) und Rita Gleißner.
Das „Trio Z’amm-g’stimmt“ (von links) Resi Lorenz, Ulrike Schwab und Rita Gleißner sorgt für musikalische Unterhaltung.
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