15.11.2018 - 11:05 Uhr
Luhe/Luhe-WildenauOberpfalz

Meisterköchin aus Luhe

Johann Lafer, Alfons Schuhbeck, Tim Mälzer oder Cornelia Poletto sind für viele ein Begriff. Sie kochen, wie viele andere ihrer Kollegen, im Fernsehen fast schon rund um die Uhr. Doch wer kennt Margaretha Schandri aus Luhe?

Am Gebäude Marktplatz 25 erinnert eine Tafel an die dort geborene spätere Meiisterköchin Marie Schandri, deren Todestag sich am 10. November zum 150. Mal jährte. Heimat- und Geschichtsforscher Josef Eimer (Mitte) berichtete den Mitgliedern von LuhKulTour über das Leben Schandris.
von Walter BeyerleinProfil

Wahrscheinlich nur diejenigen, die sich für die Geschichte Luhes oder Regensburgs interessieren. Margaretha Schandri, in ihrem Leben nur kurz „Marie Schandri“ genannt, ist die berühmte Meisterköchin aus Regensburg, mit Geburtsort Luhe, die sich rühmen kann, Kaiser, Könige, Fürsten, Minister und Gesandte kulinarisch verwöhnt zu haben. Am 10. November vor 150 Jahren ist Marie Schandri in Regensburg gestorben und wurde auf dem dortigen sogenannten Lazarusfriedhof beerdigt.

Die Meisterköche der heutigen Zeit müssen sich aber anstrengen, wollen sie der Autorin des „Regensburger Kochbuches“ auch nur annähernd das Wasser reichen. Das „Regensburger Kochbuch“ ist mittlerweile in der 100. Auflage erschienen. Freilich mit seinen Bildern immer wieder der Neuzeit angepasst, inhaltlich aber identisch mit den Kochideen und Rezepten Schandris.

Am 150. Todestag trafen sich Mitglieder von LuhKulTour und gedachten am Geburtshaus Marie Schandris, unterhalb der dort von Bildhauer Werner Fleischer angebrachten Gedenktafel, der Meisterköchin.

Josef Eimer blätterte im Leben von Marie Schandri, die im Jahr 1800 in Luhe geboren wurde. Vermutlich war das der 16. Juni, weil dieser Tag auch als Tauftag laut Matrikel der Pfarrei St. Martin eingetragen ist. Etwa 1820 kam sie nach Regensburg, wo sie vier Jahrzehnte als Köchin im Gasthof „Zum goldenen Kreuz“ am Haidplatz arbeitete und Berühmtheit erlangte. Zur ihrer Zeit zählte Schandri zu den bekannten Regensburger Persönlichkeiten.

Beim Blick auf die Gästeliste des Gasthofes „Zum Goldenen Kreuz“ kommt ohne jeglichen Zweifel die Erkenntnis, dass das Deutschlands berühmteste Lokalität war.

Erst gegen Ende ihres Lebens ließ sich Marie Schandri überreden, ihren Erfahrungsschatz aus der Küche im „Regensburger Kochbuch“ zu veröffentlichen. 934 Rezepte der bürgerlichen Küche sind niedergeschrieben.

Neun Jahre nach ihrem Tod im Jahr 1868 waren bereits 75.000 Kochbücher verkauft worden. Heimat- und Geschichtsforscher Josef Eimer dankte bei der kleinen Gedenkfeier besonders Bürgermeister Karl-Heinz Preißer für dessen Engagement, die Geschichte Luhes und seiner Bürger der Nachwelt zu erhalten. Das Marktoberhaupt hatte aus nicht näher beschriebenen Quellen alte Kochbücher von Marie Schandri erworben, die er an Bildhauer Werner Fleischer, Josef Eimer, Gaby Preisser und Isolde Gewargis weitergab.

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