Luhe/Luhe-Wildenau
10.03.2019 - 12:57 Uhr

Norbert Wildenauer wirft hin

Schockstarre bei den Mitgliedern der CSU Luhe: Vorsitzender Norbert Wildenauer kündigte in der Jahreshauptversammlung an, dass er für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung steht.

FU-Vorsitzende Sigrid Ziegler und CSU-Kreisvorsitzender Stephan Oetzinger (von links) freuen sich über die Übernahme der Ehrenämter in der CSU-Luhe durch Vorsitzenden Hans Anzer, den Stellvertretern Tobias Kick, Helena Hotek, Schatzmeister Peter Müller, Schriftführer Martin Kick (vordere Reihe von links) und den Beisitzern. Bild: bey
FU-Vorsitzende Sigrid Ziegler und CSU-Kreisvorsitzender Stephan Oetzinger (von links) freuen sich über die Übernahme der Ehrenämter in der CSU-Luhe durch Vorsitzenden Hans Anzer, den Stellvertretern Tobias Kick, Helena Hotek, Schatzmeister Peter Müller, Schriftführer Martin Kick (vordere Reihe von links) und den Beisitzern.

Auffallend dabei: Das Wort „Bürgermeister“ verwendete Wildenauer in seinen Abschiedsworten nicht. Der CSU-Ortsverband wird künftig von Hans Anzer geführt.

In seinem Jahresbericht nannte Wildenauer zunächst die wichtigsten Strukturdaten. Demnach zählt der größte CSU-Ortsverband im Markt Luhe-Wildenau 72 Mitglieder. Allein die Anwesenheit von 36 Mitgliedern in der Ortshauptversammlung sei beachtenswert, betonte er. Erfreulich sei auch, dass im vergangenen Jahr sechs Neumitglieder aufgenommen wurden. Bei den Aktivitäten des Ortsverbands nannte der Vorsitzende die Beteiligung am Krammarkt, die Besichtigung des Dachstuhles und des Glockenturmes der Luher St.-Martin-Kirche, die Beteiligung am Ferienprogramm mit einem Selbstverteidigungskurs für Kinder im Alter von 5 bis 10 Jahren mit einem „bombastischen“ Zuspruch, die Teilnahme an der Marktmeisterschaft der Schützengilde Luhe, den Betrieb einer Apres-Ski-Bar bei der Luher Kirwa und die Organisation der Christbaumsammelaktion. Auf dem politischen Sektor lud der Ortsverband zu zwei Hauptversammlungen ein, besuchte die Großkundgebung in Weiden mit Ministerpräsident Markus Söder, die Neujahrsempfänge in Oberwildenau und Weiden sowie zuletzt den Politischen Aschermittwoch in Passau.

Dann kam der eigentliche Hammer. Im Interesse seiner Familie und seinen beiden Kindern werde er nicht mehr als Ortsvorsitzender zur Verfügung stehen, erklärte Wildenauer.

Schatzmeister Peter Müller gab einen ausführlichen Einblick in die Finanzen des Ortsverbandes. Die Kassenprüfer bescheinigten eine einwandfreie Kassenführung.

Fraktionssprecherin Sigrid Ziegler berichtete aus dem Marktrat. Dazu nannte sie das Haushaltsvolumen mit seinem ständigen Anstieg, den kontinuierlichen Schuldenabbau und die erfreulich hohen Gewerbesteuereinnahmen. Viel Lob gab es von der Fraktionssprecherin für das Gewerbegebiet „Obere Tratt“, in dem sich aktuell bereits wieder ein neuer Betrieb ansiedelt, aber auch für die Entwicklung und Erweiterung der Baugebiete. Damit sei der Markt beim privaten Wohnungsbau „sehr gut aufgestellt“. Die Teerung des Fußwegs zum Nettomarkt sei eine „tolle Sache“, der Bau der Brücke über die Luhe zwangläufig notwendig, weil eine Fußgängerbrücke unmittelbar an der bestehenden Staatsstraßenbrücke nicht möglich gewesen sei. Im Marktrat bestehe Einvernehmen darüber, dass es vorrangig sei, die Gemeinde nach vorne zu bringen und die Zukunft im Auge zu haben.

Ohne Aussprache zu den Berichten wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Dann beschloss die Versammlung auch den neuesten Mitgliedern das Stimmrecht bei den Wahlen zu gewähren.

Nach dem Verzicht von Wildenauer auf eine Wiederwahl wurde Hans Anzer, Glaubenwies, als Nachfolger vorgeschlagen. Er erklärte mit Blick auf die Kommunalwahl seine Bereitschaft zur Kandidatur, sicherte aber auch einem möglichen jüngeren Kandidaten die volle Unterstützung zu. „Wenn ich gewählt werde, mach ich´s“, meinte Anzer abschließend.

Die Mitglieder wählten ihn zum neuen CSU-Ortsvorsitzenden. Stellvertreter sind Tobias Kick, Benedikt Lindner (in Abwesenheit gewählt) und Helene Hotek. Als Schatzmeister bestätigten die Mitglieder Peter Müller, als Schriftführer Martin Kick. Beisitzer sind Georg Schärtl, Stephan Schärtl, Richard Braun, Enrico März, Peter Hentschel, Florian Wittmann, Michael Knorr, Maria Häusler (in Abwesenheit gewählt), Josef Kleber und Georg Kick. Die Kasse prüfen Daniel Müller und Maximilian Hotek.

Als Delegierte für die Kreisversammlung am 17. Mai wurden Sebastian Meier, Tobias Kick, Benedikt Lindner, Helene Hotek und Florian Wittmann gewählt.

Hans Anzer, als neuer CSU-Ortsvorsitzender, sprach angesichts der anwesenden Hälfte der Mitglieder von einem guten Ortsverband. Der Dank gelte Norbert Wildenauer für die sechsjährige Führung des Ortsverbandes. Er hätte sich gerne eine längere Zeit gewünscht, auch „dass manches anders läuft“, sagte Hans Anzer vielsagend. Der Wunsch wäre auch gewesen, dass Wildenauer Bürgermeisterkandidat geworden wäre. Nach dem Zusammenschluss der anderen Ortsverbände wollte Norbert Wildenauer einem Streit aus dem Wege gehen, sagte Hans Anzer. Jetzt bleibe die Hoffnung, dass sich bis zum 13. April, dem Tag der Nominierungsversammlung, ein Kandidat aus den eigenen Reihen finde, der sich diese Aufgabe zutraut. Eine Neuerung kündigt Hans Anzer für den Ortsverband an: Nach jeder zweiten Marktssitzung wird eine Vorstandssitzung abgehalten, in der Informationen über das Geschehen im Markt gegeben werden.

MdL Stephan Oetzinger dankte Wildenauer im Namen des CSU-Kreisverbandes für die geleistete Arbeit. Der ausgeschiedene Ortsvorsitzende sei in einem Alter, das jederzeit die Rückkehr in die CSU-Politik ermögliche, meinte der Kreisvorsitzende.

2019 sei angesichts der bevorstehenden Wahlen wichtig, weil sich auch mit Blick auf die Kommunalwahlen 2020 entscheide, wie die Politik in den nachfolgenden Jahren gestaltet werden könne. Als Erfolg der CSU auf Kreisebene nannte Oetzinger den Schuldenabbau, aber auch die nochmalige Senkung der Kreisumlage, die den Kommunen Spielraum für die Gestaltung der Heimat der Bürger gebe.

Schwierig nannte es Oetzinger, nach 24 Jahren wieder einen CSU-Bürgermeister zu stellen, ebenso aber auch alle drei Ortsverbände unter einen Hut zu bringen. Deshalb sei Geschlossenheit gefordert, die in der Vergangenheit immer zum Erfolg geführt habe. Es sei notwendig, den Dialog zu suchen, weil bei Streitigkeiten alles in die Binsen gehe.

Mit Blick auf die Tätigkeit im Maximilianeum hob Oetzinger die Bemühungen um das Landestheater Oberpfalz hervor, das einen wesentlichen Beitrag im ländlichen Raum zur Stärkung des kulturellen Angebots leiste. Bei der Europawahl sei es wichtig, die Wähler zu mobilisieren. Es müsse ein „Europa der Vielfalt“ geschaffen werden, betonte Oetzinger, der Brexit mache deutlich, wie unbedeutend ein Land werden könne, das nicht mehr der Europäischen Union angehöre.

In der allgemeinen Aussprache sprach CSU-Ortsvorsitzender Hans Anzer das Thema Erdverkabelungen von Stromleitungen an. Er selbst könne den Parteioberen nicht folgen, die eine Erdverkabelung befürworten. Hochspannungsmasten seien die günstige Lösung, meinte Anzer. Darin stimmten auch andere Mitglieder zu, die eine Verkabelung entlang der Bundesautobahnen als zu teuer ansehen. Oetzinger betonte, dass die Verkabelung entlang der Autobahnen zunächst geprüft werde, dabei aber zu berücksichtigen sei, dass jederzeit ein Ausbau dieser Straßenkörper möglich sein müsse.

Thema war letztlich noch die Bürgermeisterwahl 2020. Hier sieht ein CSU-Mitglied im Falle der Wahl Sebastian Hartls für die CSU Luhe in den nächsten 18 bis 24 Jahren keine Möglichkeit mehr, den Bürgermeister zu stellen. Dies sei schwach für den starken Ortsverband Luhe, war das Fazit des Mitgliedes. Für ihn sei eine Welt zusammengebroche, als er die Entscheidung Norbert Wildenauers hörte, die aber akzeptiert werden müsse.

Zum Schluss der Ortshauptversammlung ehrten Oetzinger, der bisherige Ortsvorsitzende Norbert Wildenauer und Nachfolger Hans Anzer langjährige Mitglieder. Ehrenurkunden gab es für Georg Wildenauer und Michael Knorr für 25-jährige Parteizugehörigkeit und für Marco Schulze, Josef Kleber und Richard Braun für 15-jährige Treue zur CSU.

Norbert Wildenauer, bisheriger CSU-Ortsvorsitzender, CSU-Kreisvorsitzender Stephan Oetzinger MdL (von links) und der neue CSU-Ortsvorsitzende Hans Anzer (rechts) ehrten für die langjährige Treue zur CSU die Mitglieder Georg Wildenauer, Michael Knorr (beide 25 Jahre), Marco Schulze, Josef Kleber und Richard Braun (jeweils 15 Jahre, von links). Bild: bey
Norbert Wildenauer, bisheriger CSU-Ortsvorsitzender, CSU-Kreisvorsitzender Stephan Oetzinger MdL (von links) und der neue CSU-Ortsvorsitzende Hans Anzer (rechts) ehrten für die langjährige Treue zur CSU die Mitglieder Georg Wildenauer, Michael Knorr (beide 25 Jahre), Marco Schulze, Josef Kleber und Richard Braun (jeweils 15 Jahre, von links).
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