10.09.2018 - 14:40 Uhr
Luhe/Luhe-WildenauOberpfalz

Seniorenanlage verzögert sich

Der "Wohnpark Luhetal" sollte schon Ende Juli Thema im Marktrat sein. Dann wäre bald auch klar gewesen, wer die Investoren hinter dem 45-Millionen-Euro-Projekt sind. Doch eine Behörde tritt jetzt auf die Bremse.

Auf diesem Grundstück in Luhe plant eine Investorengruppe 54 Wohnhäuser für Senioren, die noch agil und mobil sind. Nach Ansicht der Regierung der Oberpfalz sind die Pläne aber etwas überdimensioniert.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

(phs) Dass es wohl noch Wochen und Monate dauert, bis die Gemeinde Flächennutzungsplan und Bebauungsplan für 54 Wohnhäuser nahe der A 93 für mobile Senioren auf den Weg bringen kann, liegt für Bürgermeister Karl-Heinz Preißer an der Regierung der Oberpfalz. Die hält das Vorhaben für zu groß dimensioniert. "Einerseits will man immer Ballungsräume entlasten und dann verweist man darauf, dass es nicht passt, weil bei uns die Bevölkerungszahl zurückgeht", kritisiert Preißer die Regensburger Behörde.

Das Landratsamt und Träger öffentlicher Belange wie Staatliches Bauamt, Naturschutz und Technischer Umweltschutz hätten grünes Licht signalisiert. Die Regierung verlange dagegen, dass das Projekt in das Konzept der Innenraumverdichtung des Markts Luhe-Wildenau integriert werde. Das ist laut Preißer schwierig, schließlich gehe es nicht um ein Betreutes Wohnen mit einem Dutzend Plätzen, sondern um eine stattliche Anlage samt Pflegedienst, Friseur und Wäscherei für "Silver Ager". Das sind Menschen zwischen 50 und 60, die noch mobil sind, aber für die Zeit vorsorgen möchten, wenn es eben nicht mehr so geht. "Ich denke dabei zum Beispiel an Golfspieler in Schwanhof", sagt Preißer.

Die Marktgemeinde konzentriert sich seit zweieinhalb Jahren auf Innenraumverdichtung, weil sie aufgrund der Berechnungen zum 100-jährigen Hochwasser an Naab und Luhe schlecht Baugebiete in Außenbereichen ausweisen kann. Der Wohnpark wäre eine Ausnahme. "Noch haben wir im Ortskern keine Leerstände, aber wenn wir niemanden herbekommen, werden wir das Problem bald kriegen", fürchtet der Rathauschef.

Er ist trotzdem optimistisch, dass sich eine Lösung finden lässt. Vertreter der Regierung hätten jedenfalls zeitnah ein Gespräch mit den Investoren angekündigt. Wie die auf die Einwände aus Regensburg reagieren, ist offen. Ihre Sprecherin Thea Görner war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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