07.10.2019 - 11:02 Uhr
Luhe/Luhe-WildenauOberpfalz

Sportlergespräch: BLSV weiß um Probleme der Vereine

Gute Resonanz beim Sportlergespräch mit dem Kreisvorstand des Bayerische Landessportverband beim FC Luhe-Markt. Klubs müssen sich für die Zukunft aufstellen.

Ein offenes Ohr für die Vereine: Vertreter des BLSV-Kreisvorstands treffen sich mit den Klubs des südlichen Landkreises zum Sportlergespräch.
von Autor LSTProfil

Der Bayerische Landessportverband (BLSV), Kreis Weiden-Neustadt/WN, geht auf seine Mitglieder zu. „Wir suchen den Meinungsaustausch vor Ort, wollen die Anliegen der Vereine hören und ihnen Lösungsvorschläge für ihre Probleme an die Hand geben“, sagte BLSV-Kreisvorsitzender Ernst Werner beim Sportlergespräch, das beim FC Luhe-Markt mit Vertretern des Gastgebers, des SC Luhe-Wildenau und der Schachfreunde Luhe-Wildenau über die Bühne ging.

Die Resonanz seitens der Clubs hätte durchaus besser sein können, so fehlte leider der TSV Neudorf, denn die BLSV-Veranstaltung war für alle aus der Region der Großgemeinde Luhe-Wildenau gedacht. Immerhin waren mit den Verantwortlichen des FC Luhe-Markt (547 Mitglieder in sechs Sparten) und des SC Luhe-Wildenau (463 Mitglieder in drei Sparten) zwei der größten Vereine aus dem südlichen Landkreis vor Ort.

Andreas Hammer, Vorsitzender des FC, gab zu Beginn einige Infos über seinen Klub, dessen Sparten und dessen Angebote. „Wir verstehen uns als Sportverein für die ganze Familie und alle Generationen. Unser Kinderturnen startet ab zwei Jahren, die älteste aktive Turnerin unserer Damenriege ist 80 Jahre alt“, sagte Hammer. Er lobte dabei das außerordentlich hohe Engagement vieler Mitglieder im sportlichen, aber auch im gesellschaftlichen, Bereich. Auch hob der FC-Chef die tolle Zusammenarbeit und das gute Verhältnis zu den anderen Vereinen in Luhe hervor, was die Arbeit sehr erleichtere.

Jährlich veranstaltet der FC den Rosenmontagsball, einen Kinderfasching, ein zweitägiges Sommerfest sowie die Marktmeisterschaften für alle Bürger in verschiedenen Disziplinen. Seit vielen Jahren findet zudem im Januar und September der Baby- und Kinderbasar statt. „Ohne die überragende Mitarbeit unserer Mitglieder wäre dieses Programm nicht zu stemmen. Die Einnahmen fließen dann in die Sportstätten sowie in die Ausrüstung“, erklärte Hammer. „Ich denke, wir erbringen tatsächlich einen nicht unerheblichen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität des Gemeindelebens.“

Stolz sei man auch darauf, dass sicherlich mehr als 80 Prozent der aktiven Fußballer im Seniorenbereich Eigengewächse aus der eigenen Jugend sind. Dies spiegele die gute Jugendarbeit wieder. Sehr aktiv seien die auch die Tänzerinnen und Tänzer. Die Tanzgruppen würden nicht nur bei vereinsinternen Veranstaltungen auftreten, sondern seien auch schon mehrfach „extern“ gebucht worden. Mit Blick auf die Turnabteilung erklärte Hammer, dass viele bereits mit Kinderturnen beginnen würden und dann später auch zum Tanz oder auch zum Judo wechseln. „Unsere Damenriege wurde bereits im Januar 1970 gegründet. 2020 feiert diese Sparte 50-jähriges Bestehen.“ Ganzjährig laufe auch Body-Shape, geleitet von Lisa Windisch, Abgerundet werde das FC-Angebot durch Skigymnastik und eine Tagesskifahrt, Yoga, Badminton, Tischtennis und der jungen Judo-Abteilung.

„Der BLSV bewegt“, sagte Kreisvorsitzender Ernst Werner zu Beginn. Die 162 Vereine mit ihren über 50.000 Mitgliedern im Kreis würden mit ihren Angeboten einen unersetzlichen Beitrag zum Wohl der Bevölkerung leisten: „Wir wissen um die Probleme in den Vereinen und sehen uns als deren Helfer. Daher will der BLSV mit seinen Mitgliedern Hand in Hand gehen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen“, so Werner, der die vielen Beratungs-, Förder- und Weiterbildungsangebote des Verbandes sowie das Internetportal „QualiNet.“ kurz erläuterte.

„Wir, der BLSV, verstehen uns als Lobbyist und Interessensvertreter unserer Mitgliedsvereine, als Servicedienstleister für die Erarbeitung von Initiativen und Konzeptionen im Breitensport, Leistungssport und allen anderen Bereichen sportlicher Betätigung“, so der Kreisvorsitzende, der vor allem die Zusammenarbeit mit der Bayerischen Sportjugend (BSJ) zum Wohle der Jugendlichen hervorhob. Ein ganz wichtiger Punkt der Aufgaben des BLSV sei auch die Unterstützung und Förderung des Ehrenamtes. „Es ist und bleibt die wichtigste Säule − nicht nur im Sport, sondern auch in unserer Gesellschaft. Ohne das ehrenamtliche Engagement können unsere Sportvereine nicht bestehen“, machte Werner deutlich. Um auch fit für die Zukunft zu sein, seien neue Wege, Strukturen und Arbeitsweisen gefragt, damit neue Mitglieder für ein Ehrenamt im Verein gewonnen werden können.

Dementsprechend sei auch der Entwicklung und der Aktualität der angebotenen Sportmöglichkeiten stets größte Beachtung seitens der Verantwortlichen des Vereins zu schenken. Die Orientierung des organisierten Sports an der zukünftigen Gesellschaft und an der Sportentwicklung sei elementar, denn auch die soziale und politische Relevanz des organisierten Sports habe enorm zugenommen. „Aufgabenfelder wie Prävention und Aufklärung im Gesundheitsbereich, Auswirkungen des demographischen Wandels und Differenzierung in den Zielgruppen sind für die zukünftige Ausrichtung des Sports, seiner Vereine und Strukturen verstärkt von Bedeutung“, blickte Werner in die Zukunft.

Er sah zudem einen weiteren Lösungsansatz, in dem die Klubs ihre zweifelsohne herausragenden und günstigen Angebote noch besser vermarkten und kommunizieren müssen, um so auch den gewerblichen Anbietern wie Volkshochschule oder Fitness-Studios künftig Paroli bieten zu können. „Früher oder später führt sicherlich auch kein Weg daran vorbei, dass Vereine mit vielen Mitgliedern Unterstützung und Entlastung ihrer Ehrenamtlichen durch fest angestellte Bürokräfte generieren müssen“, so der Kreisvorsitzende, der eingestand, dass der BLSV kein Patentrezept bieten könne, aber in München die entsprechenden Ansprechpartner für alle Belange und Probleme zur Verfügung habe.

BLSV-Vorstandsmitglied Sabine Stahl, die bei der Geschäftsstelle der DJK Weiden angestellt ist, gab hierzu einige wichtige Anregungen, berichtete über ihre täglichen Erfahrungen und gab zudem einen Überblick über den Frauen- und Seniorensport beim BLSV. Günther Paul hatte Tipps zum Freiwilligen Soziale Jahr (FSJ), zur Ganztagsschule und zu Sportarbeitsgemeinschaften (SAG) parat.

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