28.07.2019 - 13:26 Uhr
MähringOberpfalz

Beten, Bitten und Danken und Gott rühmen

Zum 30. Mal findet die Sankt-Anna-Wallfahrt von Mähring nach Planá statt. Hauptzelebranten sind die Bischöfe Rudolf Voderholzer aus Regensburg und Bischof Tomáš Holub aus Pilsen.

von Oswald ZintlProfil

Die grenzüberschreitende Jubiläumswallfahrt zur Heiligen Mutter Anna nach Planá ist seit 30 Jahren eine Brücke, die für Frieden und Aussöhnung zwischen Deutschen und Tschechen steht. Ins Leben gerufen hat diese Wallfahrt der verstorbene Pfarrer Georg Maria Witt nach dem Wegfall des Eisernen Vorhangs am 27. Juli 1990.

Am Freitag trafen 76 Gläubige, darunter der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, um sich auf den Fußmarsch von Mähring nach Planá zu machen. Im Mittelpunkt der Gebete der Wallfahrer standen die Verständigung und der Friede der Völker von Tschechien und Deutschland, innerhalb Europas und der ganzen Welt. Zur Frühstückspause an der Kapelle in Promenhof überraschten die Ortsbewohner mit vielen erfrischenden Köstlichkeiten.

Während die Wallfahrer aus Mähring sicher von der Polizei eskortiert Richtung Planá weiterzogen, traf sich eine weitere Pilgergruppe mit dem Pilsner Bischof Tomáš Holub in Planá und machte sich unter Begleitung durch tschechische Blasmusiker auf den Weg zum Annaberg. Kurz vor dem Ziel beim Bahnübergang trafen sich beide Pilgergruppen und zogen gemeinsam zum Gotteshaus.

Die musikalische Begleitung des Festgottesdienstes, der von den beiden Bischöfen zelebriert wurde, übernahmen der Männergesangverein Tirschenreuth unter der Leitung von Horst Schultes und dem Organisten Wilhelm Heidtmann sowie Sophie Legat – sie studierte am Konservatorium in Pilsen - mit ihrer Alt-Blockflöte.

„Beten, Bitten, Danken und Gott zu rühmen“, diese Werte stellte Bischof Rudolf in den Mittelpunkt seiner Predigt, die sein Amtsbruder aus Pilsen ins Tschechische übersetzte. Dabei machte Voderholzer deutlich, dass der Glaube von Generation zu Generation – wie auf dem Altarbild von der Heiligen Anna, an die Gottesmutter Maria und das Jesuskind – weitergegeben und vorgelebt werden müsse: „Lassen wir den Funken des Glaubens überspringen in die Herzen der Kinder und die künftigen Generationen.“

Der Prediger nahm die neue Wallfahrtstafel in die Hand und befand, dass es sich lohnt die zurückliegenden 30 Jahre Revue passieren zu lassen, in der sich die Freundschaft der Menschen und auch der beiden Diözesen Regensburg und Pilsen vertieft haben: „Nutzen wir unsere Freiheit um füreinander und die ganze Welt zu beten.“

Die Wallfahrtswege bezeichnete der Bischof als Pulsadern Europas über alle Sprachgrenzen hinweg. „Überall, wo wir als Christen hinkommen, sind wir zu Hause“, ergänzte Voderholzer. Bischof Tomáš an die Gläubigen: „Ihr seid immer willkommen am Annaberg und bleibt eurer Tradition treu.“

Nachdem Schlusssegen dankte Herbert Konrad allen Helfern und Unterstützern für ihr Engagement um die grenzüberschreitende Wallfahrt nach Plan. Ein herzliches Vergelt‘s Gott sagte er an die Adresse der Sänger und Musiker, an Reinhard Legat für die Neugestaltung des Ehrenwappens und des Wallfahrtsbüchleins, an Rosa Schöner als Wegbereiterin für die Wiederbelebung der Wallfahrt, an Pfarrer Jaroslav Sasek für seinen unermüdlichen Einsatz, an Pilgerführer Max Schön sowie an die verantwortlichen Kommunalpolitiker in Tirschenreuth, Mähring und Planá. Zum Abschluss der Wallfahrt trafen sich alle Pilger zu einem kleinen Fest am Fuße des Gotteshauses.

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