11.08.2020 - 15:16 Uhr
MähringOberpfalz

Bürger gegen Lkw-Umleitung durch Griesbach

Sauer und schockiert sind die Griesbacher Bürger, dass wegen einer Baustelle in Tirschenreuth der Schwerlastverkehr durch Griesbach umgeleitet wird. Es formiert sich Widerstand.

Eine Liste mit fast 200 Unterschriften übergab Christine Kraus (hinten, Dritte von rechts) an Bürgermeister Franz Schöner (Zweiter von rechts). Die Interessengemeinschaft spricht sich klar gegen den Schwerlastverkehr durch Griesbach aus.
von Konrad RosnerProfil

Die Anwohner an der Staatsstraße in Griesbach sind sauer. Die Tatsache, dass ab Mitte August der Schwerlastverkehr wegen einer Baustelle drei bis vier Wochen über Griesbach laufen soll, ärgert die Ortsansässigen (siehe Hintergrund).

In der Marktgemeinderatssitzung am Montag übergab Christine Kraus an Bürgermeister Franz Schöner eine Liste mit rund 200 Unterschriften, die sich klar gegen diesen Schwerlastverkehr aussprechen. Neben den Griesbachern haben sich auch die Redenbacher und die Ascher dieser neugegründeten Interessensgemeinschaft (IG) angeschlossen.

Wegen einer Baustelle in der Mühlbühlstraße wird der Schwerlastverkehr um Tirschenreuth herumgeleitet:

Tirschenreuth

Kraus und weitere Mitglieder der IG erklärten, dass direkt an dieser Straße rund 15 Kleinkinder wohnen, die nicht immer zu bremsen seien. Die Lastwagen donnerten aber dennoch mit hoher Geschwindigkeit durch die Ortschaft, an eine Geschwindigkeitsbegrenzung halte sich fast kein Fahrer. Besonders die Bushaltestelle in Griesbach direkt an der Staatsstraße, an der alle Kinder, die weiterführende Schulen besuchen, sei eine Gefahrenstelle. Zum Ein- und Aussteigen müssten die Schüler die Straße überqueren. Zudem sei in diesem Bereich weder eine Gehweg noch eine Straßenbeleuchtung vorhanden. Kraus betonte, dass Griesbach kein Ziel dieser Schwertransporter sei, zudem sie die kurvige Straße unzureichend für den Schwerlastverkehr ausgebaut.

Auch der Tourismus würde sehr unter diesem Verkehr leiden. Wenn diese Umleitung nicht mehr aufzuhalten sei, forderte sie ein Geschwindigkeitslimit von 30 km/h durch Griesbach sowie verschärfte Kontrollen durch die Polizei. Diese solle vor allem in der Nacht kontrollieren, wenn der Schwerlastverkehr nahezu ungebremst durch Griesbach "hindurch donnere".

Bürgermeister Franz Schöner betonte zunächst, dass diese Umleitung keineswegs mit Tirschenreuths Bürgermeister Franz Stahl abgesprochen sei oder er sie befürwortet, wie es im Artikel "Lastzüge probeweise raus aus dem Ortskern" im Neuen Tag vom 1. August heiße. "Irgendjemand muss da etwas falsch verstanden haben", sagte Schöner, der sich solidarisch mit den Anwohnern zeigte. Er könne die Sorgen der Eltern verstehen. "Eine Umgehung über Griesbach wurde nie besprochen!"

Bürgermeister Franz Stahl widerspricht seinem Kollegen Schöner

Tirschenreuth

Georg Rubenbauer sagte, dass auch die Tschechen gegen den starken Schwerlastverkehr seien. Er forderte, das die Lastwagen nur noch über Schirnding fahren sollten. Er forderte ein Zusammenhalten aller. "Wir müssen nach München fahren und denen oben klar machen, um was es hier geht". Peter Meyer (CWU) forderte eine Allianz mit den tschechischen Anliegern mit dem Ziel, dass über den Grenzübergang in Mähring kein Lastwagen-Verkehr mehr fahre. "Muss denn erst etwas passieren, ehe etwas geschieht."

Bürgermeister Franz Schöner versicherte, dass er noch diese Woche Gespräche mit dem Straßenbauamt und der Polizei führen werde. Er sicherte zu, den fehlenden Gehweg in Griesbach in diesem Bereich noch heuer zu bauen.

Mehr über die Süd-Ost-Tangente bei Tirschenreuth auf Onetz.de

Diese Durchgangsstraße in Griesbach ist völlig unzureichend für den Schwerlastverkehr ausgebaut und nicht geeignet als Testphase der Süd-Ost-Tangente Tirschenreuth.
Christine Kraus, "der LKW-Verkehr rollt fast ungebremst durch Griesbach, auch wenn Kinder am Stra0enrand stehen und in Sichtweite sind".
Hintergrund:

Umleitung wegen Baustelle in Tirschenreuth

Ab voraussichtlich nächster Woche ist die Mühlbühlstraße in Tirschenreuth – eine Hauptverkehrsader durch die Kreisstadt – für rund vier Wochen für den Verkehr halbseitig gesperrt. Das Bayernwerk verlegt dort auf einer Strecke von 250 Metern beim BRK-Seniorenhaus Mühlbühl eine Erdgas-Hauptleitung. Der Verkehr wird durch eine Ampel geregelt. Um ein Verkehrschaos zu vermeiden, wird der Schwerlastverkehr großzügig umgeleitet. Von Mähring kommend werden die Lastwagen über Griesbach an Bärnau und Plößberg vorbei, über den Kreisverkehr zurück Richtung B 15 gelenkt. Bei einem Ortstermin erklärte Tirschenreuths Bürgermeister Franz Stahl, die Umleitung sei mit Mährings Bürgermeister Franz Schöner abgesprochen.

Laut Stahl sei die Baustellenumleitung eine Testphase für die geplante Tirschenreuther Süd-Ost-Tangente – um zu sehen, wie der Ortskern ohne Schwerlastverkehr entlastet sei. Der genaue Verlauf der Umgehung steht noch nicht fest. Die grobe Planung sieht vor, dass die Spange den Verkehr etwa eineinhalb Kilometer östlich von Tirschenreuth aufnimmt und vorbei an Matzersreuth und Kleinkonreuth zur Lodermühle und von dort auf der bestehenden Trasse zur B 15 führt.

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