01.08.2019 - 13:39 Uhr
MähringOberpfalz

Vom Geist Gottes anstecken lassen

Das Wochenende nach dem St. Anna-Tag (26. Juli) ist für viele Vertriebene und deren Nachkommen immer noch ereignisreich. Sie nutzen die Gelegenheit, in den Heimatorten, in denen noch eine Kirche oder Kapelle steht, Gottesdienst zu feiern.

Die Gläubigen feierten den Patroziniums-Gottesdienst in der Kirche in Bruck am Hammer.
von Externer BeitragProfil

So hielt Pfarrer Jaroslav Sasek in Hohen Zetlisch in der Wenzelskirche, sechs Kilometer süd-östlich von Planá, einen Gottesdienst mit vielen tschechischen und deutschen Besuchern ab. Die Kirche gehört inzwischen zur politischen Gemeinde Planá. Für die Außenrenovierung des Turm sowie die Sanierung des Dachs und der Fassade hatte der norwegische Kulturfonds Mittel zur Verfügung gestellt. So kann das auf einer Anhöhe liegende Gotteshaus von allen Seiten gesehen werden und dienst als Orientierungspunkt in der Landschaft.

Messe zum Jakobitag

Nach der großen Wallfahrt in Plan gab es am Nachmittag im nahe gelegenen Bruck am Hammer (Brod nad Tichou) einen weiteren Festgottesdienst zum Jakobitag (25. Juli). Zum 29. Mal nach der Wende trafen sich die ehemaligen Bewohner des Kirchsprengels und deren Nachkommen zum Patroziniums-Gottesdienst. Die Bärnauerin Ingrid Leser begrüßte alle Gäste und freute sich über den guten Besuch. Der Bürgermeister des Ortes erklärte, dass er am Friedhof eine würdige Ecke schaffen wolle, wo die herausgerissenen und noch vorhandenen Grabsteine in einer Formation gegliedert werden.

Mut des Apostels

Eine Überraschung war für alle Besucher war, dass eine Gruppe junger Leute aus Tirschenreuth, Schwarzenbach und Marchaney die Gestaltung der Messe übernahm. Die Verbindung: In der Jakobuskirche in Marchaney hat sich der Tirschenreuther Kirchenmaler Maurus Fuchs mit einer Kreuzwegstationen verewigt, ebenso gibt es in der Brucker Kirche Deckenbilder von ihm.

Pater Klaus Kniffki zelebrierte die Messe und hielt auch die Predigt. Dabei ging er immer wieder auf den Mut des Apostels Jakobus ein, der sich bis zu seinem Tod, als einer der ersten Märtyrer für Christus einsetzte. Der Geistliche ermunterte alle, sich durch den Geist Gottes anstecken zu lassen, stark im Glauben an Christus zu bleiben, der Kraft und Stärke für die Vertriebenen war und bis zum heutigen Tag ist.

Zwei deutsche Ministranten aus Bärnau standen als Helfer mit vor dem Altar. Im Gottesdienst wurde besonders der im vergangenen Jahr verstorbenen Hildegard Leser gedacht. Sie hatte sich immer stark für den Erhalt der Kirche eingesetzt. Ein weiteres Gedenken galt dem verstorbenen Vertriebenen-Pfarrer Peter Zillich von der Europaberufsschule in Weiden, der oft den Festgottesdienst und die Predigt gehalten hatte, sowie Gretl Zwerenz, einer sehr treuen Festbesucherin. Nach dem Gottesdienst ging die Teilnehmer zum Friedhof, um der im vergangenen Jahr Verstorbenen und der dort ruhenden Deutschen und Tschechen zu gedenken.

Zur Stärkung und zum Gedankenaustausch trafen sich die Gäste später im Gemeindehaus, wo die Frauen aus Brod Essen vorbereitet hatten.

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