16.12.2019 - 16:39 Uhr
MähringOberpfalz

Norbert Neugirg reimt von Dramen mit Damen und teilt kräftig aus

Zweieinhalb Stunden beste Unterhaltung bot die Altneihauser Feierwehrkapell'n bei der Weihnachtslesung. Wenn auch manches nicht leicht verdaulich war.

Vollbesetzt präsentierte sich das Mähringer Pfarrheim am Freitagabend beim Gastspiel der Altneihauser Feierwehrkapelln.
von Josef RosnerProfil

Restlos ausverkauft war am Freitagabend das Gastspiel der Altneihauser Feierwehrkapell'n im Pfarrhof. Den gut 200 Besuchern wurde zweieinhalb Stunden lang beste Unterhaltung geboten. Eingeladen dazu hatte der Faschingsverein "Rosamunde", der sich zu seinem 50-jährigen Bestehen selber das schönste Geschenk machte. Vorsitzender Marcus Kilian sagte: "Wir wollten zu unserem Jubiläum ein Schmankerl nach Mähring bringen, das ist uns gelungen."

Die Mähringer waren am Wochenende in guter Gesellschaft. So traten die Altneihauser am Samstag beim Nürnberger Christkindlmarkt und am Abend in Veitshöchheim auf. Die Feierwehrkapell'n war mit den Vollblutmusikern Rupert Beer, Armin Scharnagl, Peter Fuhrmann, Wolfgang Lell und Thomas Kießling gekommen, begleitet von den beiden Sprechern Norbert Neugirg und Christian Höllerer.

Marktgemeinde ein Thema

Gleich zu Beginn der Weihnachtslesung nahm Norbert Neugirg die gastgebende Marktgemeinde aufs Korn (Hintergrund). Bei diesem Einstieg zeigten die Mähringer Humor, wenngleich durchaus einige mit den Worten des Kommandanten Norbert Neugirg nicht ganz einverstanden waren und dies auch laut kund taten. Norbert Neugirg folgerte daraus: "Dies kommt hier gut an!" Den ersten Teil gestalteten die beiden Sprecher im normalen Outfit, während sie den zweiten Teil in bunter Erscheinung à la Heißmann & Rassau bewältigten. Beide hatten neben vorweihnachtliche Geschichten auch nachdenkliche Texte dabei, in denen vor allem der Konsumrausch aufs Korn genommen wurde. Christian Höllerer gab zum Besten, wie man sich zuerst über die weiße Pracht freut, ehe der Schnee regelrecht verflucht wird, spätestens wenn beim Schippen sogar die Schaufel zerbricht.

Bayerns Stern

Nach der Pause folgte das Lied "Hou, hou, hou, die Oberpfalz ist Bayerns Stern", ehe das Moderatorenduo mit skurrilen Geschichten zur Weihnachtszeit die Besucher begeisterte. Zu hören waren das Drama um den Kauf eines Weihnachtsbaumes und Geschichten aus der Trilogie der "Weihnachtsdramen mit Damen". Fantastisch der Beitrag von Christian Höllerer über den vierten Dreikönig, der aus Böhmen dem Stern von Bethlehem gefolgt war. Im typisch böhmischen Dialekt schilderte er seine Erlebnisse. Oder die Geschichte von Norbert Neugirg mit der Weihnachtsgans und dem Schwager Hans. Nicht fehlen durfte die Geschichte vom "Mettenhauch", als der Kirchenchor mit vollen Bäuchen in der Christmette sang und der Dirigent roch, was jeder Sänger zuvor gegessen hatte. "Das war das Ende unserer Weihnachtslesung im malerischen Mähring", sagte Neugirg, ehe sich die Musiker mit einer Zugabe verabschiedeten. Mit Bravorufen bedankten sich die Mähringer bei der Kapell'n und beiden Sprechern.

Den zweiten Teil des Abends gestalteten Christian Höllerer (links) und Norbert Neugirg im bunten Outfit.
Vollbesetzt präsentierte sich das Mähringer Pfarrheim am Freitagabend beim Gastspiel der Altneihauser Feierwehrkapelln.
Norbert Neugirg, Kommandant der Altneihauser Feierwehrkapelln, nahm beim Auftritt in Mähring kein Blatt vor den Mund.
Zweiter Sprecher des Abends war Regisseur Christian Höllerer, der besonders in der Rolle als vierter Dreikönig brillierte.
Die fünf Musiker der Altneihauser Feierwehrkapellen (von links) Rupert Beer, Armin Scharnagl, Peter Fuhrmann, Wolfgang Lell und Thomas Kießling.
Hintergrund:

Norbert Neugirg und seine Gedanken zur Marktgemeinde Mähring:

"Mähring, kurz vorm End' der Welt, da wo der Hund schon russisch bellt und sie alle, die es auf sich nahmen und in die Bronx von Griesbach kamen, die bekanntlich Mähring heißt, wo überall der Geier kreist und die Tschechen früher Zäune bauten, weil sie sich vor Mähring grauten. Im Tirschenreuther nahen Osten, Mähring, hat den Bürgermeisterposten, teils Herr noch seiner Sinne, immer noch der Schmidkonz inne. Ihm kann unterm Landkreishimmel, als ältesten der alten Schimmel, unter allen Bürgermeisterleichen, kein einziger das Wasser reichen. Wen will man mit ihm vergleichen, Schmidkonz hat das H-Kennzeichen. Damit in Mähring nicht noch mehr passiert, wird Schmidkonz demnächst ausrangiert und Mähring betet, hofft und singt, dass Christkind einen neuen bringt, der zumindest halbwegs talentiert, hinterm Schmidkonz herregiert.

Man munkelt von verborgenen Talenten, die von sich meinen, dass sie's könnten und die dank ihrer Geistesgaben eine hohe Meinung von sich selber haben, wobei die andern meist befinden, die hohe Meinung ist nicht zu begründen.

Weil Pfarrer Maierhofer Mährings Härte, Mährings Not in Kastl spürte, hat der Herr ihn über Nacht Mähring zum Geschenk gemacht. Und man fragt sich, welche Vorschrift er verletzte, dass man ihn hierher versetzte.

Aus dem Landratsamt war zu erfahren, man will sich Mähring künftig sparen und auch die Kommunalwahlkosten. Landrat Lippert war im Osten und fuhr Bargeld Richtung Böhmen, damit die Tschechen Mähring nehmen".

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