25.06.2020 - 19:08 Uhr
MähringOberpfalz

Renovierter Pfarrstadl in Mähring wird ein Schmuckstück

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Zuerst waren wegen der hervorragenden Wirtschaftslage sämtliche Baufirmen ausgebucht und seit geraumer hält Corona die Renovierungsarbeiten am Mähringer Pfarrhof auf Sparflamme. Das sind die Gründe für die etwa einjährige Verzögerung.

Drinnen sind die Arbeiten im Pfarrhof weitestgehend erledigt. Als letzte Renovierungsmaßnahme wird die Fassade des Pfarrhofs an die der Kirche angeglichen. Etwa Ende des Sommers soll die Einweihungsfeier stattfinden. Dabei ist auch ein kleines Fest im Pfarrgarten geplant.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

https://www.onetz.de/maehring/vermischtes/armin-meierhofer-betreut-als-pfarrer-maehring-pfarrei-freut-sich-schon-d1692738.html

Rosalinde Schöner vom Pfarrgemeinderat und Kirchenpfleger Franz Freundl sind erleichtert. Immer wieder bremsten nicht vorhersehbare Schwierigkeiten die Renovierung des Mähringer Pfarrhofes ein. "Bis 1985 war in dem Gebäude keine Heizung eingebaut, wurden die Räume mit Holz und Kohle beheizt", weiß Rosalinde Schöner. "Erst als Pfarrer Ludwig Steinhauser die Pfarrei übernahm, wurde eine Ölheizung eingebaut, die seither auch die Kirche mit heizt, und wurde der Pfarrhof renoviert", ergänzt Kirchenpfleger Franz Freundl.

Rund 700000 Euro

Als Pfarrer Armin Maierhofer im September 2016 die Pfarrei übernahm, war eine zweite Renovierung längst überfällig, um das Gebäude auf den aktuellen Stand zu heben. Pfarrgemeinderat und Kirchenpfleger machten sich Gedanken, wie man das am besten angehen könnte. 2017 war Baubeginn, erhielt die Pfarrei die Genehmigung von der Diözese Regensburg.

Veranschlagt ist die Gesamtmaßnahme mit rund 700 000 Euro. Etwa die Hälfte davon übernimmt die Diözese, den Rest schultert die Pfarrgemeinde. Dafür braucht sie keine Schulden zu machen. "Das Geld ist da, weil wir lange massiv gespart haben", sagt Freundl. Wenn die Kirche baut ist immer auch der Denkmalschutz mit von der Partie. Das Gebäude selbst ist zwar nicht denkmalgeschützt, wohl aber die Kirche. Da der ehemalige Pfarrstadel in deren unmittelbaren Nähe steht, muss die Außenfassade einschließlich der Fenster diesem Stil entsprechen, um den Ensemblecharakter nicht zu verfälschen.

Kein Geld vom Denkmalschutz

Auch das habe Zeit gekostet. Vom Denkmalamt bekommt die Pfarrgemeinde übriges keinen Zuschuss. Es sei höchste Zeit für eine Renovierung gewesen, denn der Dachstuhl war bereits aus den Fugen geraten und drückte massiv auf die Außenmauern. Das Dachtragwerk wurde wieder an seinem ursprünglichen Platz fixiert, im Dachstuhl wurden marode Balken entfernt und durch neue ersetzt und das Dach schließlich neu mit Biberschwanz eingedeckt. "Wir haben von oben nach unten gearbeitet", sagt Freundl. Die Wohnung des Pfarrers befindet sich im ersten Stock und wurde von Grund auf saniert. Während der gesamten Bauphase habe es sich Pfarrer Maierhofer nicht nehmen lassen im Gebäude zu wohnen. Im gleichen Stockwerk befindet sich noch eine kleinere zweite Wohnung, die für Gäste gedacht ist, zum Beispiel für die Urlaubsvertretung des Pfarrers. Das Erdgeschoss beherbergt drei Dienstzimmer. Dominiert ist es vom Sitzungsraum.

Daneben befindet sich das Pfarrbüro und das Büro des Kirchenpflegers. Energetisch versorgt eine neue Ölheizung plus eine Photovoltaikanlage auf dem Dach nicht nur den Pfarrhof sondern auch die Kirche.

Einweihung mit Gartenfest

Der Bau hätte Fronleichnam abgeschlossen sein sollen. Jetzt gehen die Verantwortlichen davon aus, dass im Spätsommer eingeweiht werden kann. So Corona will, soll es zu dem Anlass auch ein kleines Gartenfest geben.

Diese Fenster, die vor Durchsicht schützen, entsprechen dem Denkmalschutz.
Hier wird noch fleißig gewerkelt.
Der geräumige Sitzungsraum wird bis etwa Mitte Juli möbliert.
Rosalinde Schöner und Franz Freundl sind zufrieden mit dem restaurierten Dachstuhl.
An der neuen Heizungsanlage wird noch fest gearbeitet.
Hintergrund:

Zur Geschichte des Pfarrhofs

Vieles liegt im Dunkeln was die Geschichte des Pfarrhofs anbelangt. Rosalinde Schöner und Franz Freundl sind sich aber sicher, dass das Gebäude einige 100 Jahre ein Nebengebäude des großen Anwesens mit Gasthaus und Posthaltestelle, genannt " zum Neuwirth", gehörte. In der Chronik werde davon berichtet, ,dass 1561 der Pfalzgraf und Klosteradministrator Richard von Simmern bei einer Reise nach Prag dort bei Georg Tübel, der Richter und Wirt war, einkehrte. Am 2. April 1914 kaufte die Pfarrgemeinde Mähring unter Pfarrer Georg Gleißner das jetzige Pfarrhaus. Auch damals war es noch immer ein Nebengebäude des Anwesens des Gasthauses beim Neuwirt. 14 000 Mark kostete es damals. Nach dem Kauf wurde das Gebäude umgebaut. Außer unabdingbaren Erneuerungsarbeiten, die 1987 unter anderem an Heizung und Fußbödenvonstatten gingen, sei dort nicht mehr viel passiert. Der Einzug von Pfarrer Armin Maierhofer bot den Anlass der längst überfälligen Generalsanierung.

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