13.11.2018 - 18:52 Uhr
MantelOberpfalz

Abschied von Erwin Klemm

Zum Abschiednehmen kommen die Gäste nicht nur aus Mantel zur Beerdigung. Ein Zeichen, dass Erwin Klemm wirklich Spuren hinterlassen hat, was gleich mehrere Redner ausdrücklich hervorheben.

Pfarrer Stephan Rödl und andere Redner erinnerten am offenen Grab daran, dass Altbürgermeister Erwin Klemm in guter Erinnerung bleiben wird.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Elf Jahre Marktrat, sechzehn Jahre Bürgermeister. Damit ist Erwin Klemm zweifellos eine der prägenden Figuren der Manteler Ortsgeschichte in der Nachkriegszeit. Nicht nur wegen seiner Weichenstellungen und Baumaßnahmen, die der inzwischen auch schon frühere Rathauschef Stephan Oetzinger aufzählte, vielmehr war Klemm etlichen Bürgern ein Freund.

Pfarrer Stephan Rödl blickte im Trauergottesdienst auf einzelne Stationen des 1928 Geborenen zurück. Der hatte Glück, nur zum Reichsarbeitsdienst und nicht ins Feld zu müssen, musste aber damit klarkommen, dass sämtliche Brüder nicht mehr aus dem Krieg zurückkehrten.

Auch die Friedenszeiten blieben nicht frei von Schicksalsschlägen. Klemms erste Frau, die er 1952 geheiratet hatte, starb bereits 1969. Dennoch ging der spätere Altbürgermeister sein Leben mit Zuversicht an. Sei es mit seinen drei Kindern, sei es mit der zweiten Frau. Beruflich schlug er zunächst die kaufmännische Richtung mit einer Lehre bei Bauscher ein, später wechselte er zum Lastenausgleichsamt. Für die Manteler blieb er jedoch immer der Land- und Gastwirt vom "Stützenpeter".

Dort haben sie sich alle wohlgefühlt. "Du warst ein Begleiter unseres Lebens", würdigte Rudi Bayer das Ehrenmitglied des Männergesangvereins Mantel. Unvergessen seien etwa die von Klemm organisierten Sänger-Fahrten zum Wilden Kaiser. Ähnlich formulierte es VfB-Chef Richard Paulus. Er erinnerte an eine Episode, als der Fußballer Klemm sich bei einem Auswärtsspiel das Bein brach und daher daheim in der Landwirtschaft im Abseits stand. Sämtliche Mannschaftskameraden kamen abwechselnd vorbei und kümmerten sich um den Stall.

Klemm galt eben als Mannschaftsspieler. Das zeigte die Anwesenheit zahlreicher amtierender und früherer Bürgermeister am Grab, von Bundestags- und Landtagsabgeordneten, von Beamten des Landratsamtes um Andreas Meier und natürlich von zahllosen Vereinsvertretern. "Kollegial, humorvoll und wenn es sein musste auch hart", beschrieb ihn Stephan Oetzinger.

Die Stadtkapelle Grafenwöhr verabschiedete sich mit "S' ist Feierabend", die Krieger- und Soldatenkameradschaft mit drei Salutschüssen.

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