22.01.2019 - 10:14 Uhr
MantelOberpfalz

Alles in Butter in der Aula

Beim Neujahrskonzert ist von Volksmusik über Besenbinder, Sennerin, Spinnerin und Märchenerzähler alles geboten. In der Hutzastube sammeln sich 150 Besucher.

Conny Gurdan (Zweite von links) bescherte mit der "Oberpfälzer Grenzgangmusik" und Hubert Gleißner (links) Rainer Artmann (Mitte) Raphael Pillny (Zweiter von rechts) und Ulrike Remold (rechts), die neben ihrer Gitarre auch das Spinnen beherrschte, gut 150 Manteler Konzertbesuchern einen außergewöhnlich vielseitigen und unterhaltsamen Abend.
von Eva SeifriedProfil

Normalerweise sind Hutzastuben klein, aber Cornelia Gurdan gelang es, die Schulaula mit 150 Besuchern zum Neujahrskonzert in eine große Hutzastube zu verwandeln. Stellvertretender Bürgermeister Richard Kammerer freute sich, dass die Veranstaltung schnell ausverkauft war. "Das ist so, seit wir 2012 zur 800-Jahrfeier mit den Neujahrskonzerten begonnen haben." Er dankte Bürgermeisterin Rita Steiner für die Organisation.

Gurdan sagte, dass die frühere Hutzastube modern ausgedrückt ein kommunikativer Offline-Ort sei. Bei "Aber heit" bewies die "Grenzgangmusik", die ihre Instrumente wie Hackbrett, Gitarren, steirische Harmonika und Kontrabass virtuos beherrschte, auch gesangliche Qualität. Eine Winterlandschaft wurde mit "A Schnaiberl hat's gschniebn" heraufbeschworen.

"Damit der in zwei Wochen neu zu Wählende Besen gut kehrt und sich mit dem alten Besen auch verträgt", überreichte Markus Remold einen frisch gebundenen Reisigbesen an Steiner. Der Besenbinder und Gymnasiallehrer hatte zuvor seine Fertigkeit den Gästen gezeigt und erklärt.

Die Stimmung der Raunächte spiegelte der "Perchtentanz" wieder. "Dime Maria" war ein Weihnachtslied aus Peru, das die Familie Remold von einem vierjährigen Aufenthalt in Lima mitgebracht hat. Es wurde in spanischer und deutscher Sprache gesungen. Dass auch "Vier Stoinla" für ein Kind zum Spielen genügen und die Kleinen nicht unbedingt schadstoffhaltiges Plastik im Kinderzimmer brauchen, zeigte das gleichnamige Lied. "Die Natur bietet so viel für zum Spielen, das auch die Fantasie beflügelt wie eben Steine, Holz oder Wasser", sagte Gurdan.

Ihren Traum hat sich Franziska Weiß verwirklicht, als sie von Mai bis September als Sennerin auf der Rainer Alm am Tegernsee den Sommer verbrachte. Dort butterte sie aus und stellte Käse her. Sie hatte ihre Buttertonne mitgebracht. Zum Böhmischen Traum, den Reiner Artmann auf der Harmonika darbrachte, drehten stellvertretender Rathauschef und CSU-Bürgermeisterkandidat Kammerer, Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger und FWG-Bürgermeisterkandidat Friedrich Janner am Butterfass. Gurdan gab mit Artmann die "Stodeltür" zum Besten.

In der Pause genossen die Besucher Bauernbrot mit Kräuter-, Tomaten- oder purer Butter. Dazu gab es Buttermilch, Rotwein, Bier und andere Getränke. Die Bewirtung übernahm das Team der Marktbibliothek.

Mit der "Holzrichterpolka" wurden die Gäste wieder "eingspült". Dass sich vielleicht auch einmal ein feuriger Spanier auf eine Alm verirren könnte, zeigte der "Alma Bolero", bei der sich Hubert Gleißner als versierter Gitarrist bewies. Auf der Bühne hatte Ulrike Remold ihr Spinnrad aufgebaut. Den Umgang damit hatte sie in Tirol gelernt. Emotional war das Duett der "Spinnerin" von Remold mit Gurdan. Das Lied widmete Gurdan ihrer Mama Hilde, die mit der Familie im Publikum saß.

Man hätte eine Stecknadel fallen hören, so gebannt lauschte das Publikum Dieter Wank. Er hatte das Märchen vom Teufel und dem schlauen Bäuerlein auf Lager. Ein weiteres handelte von drei Königssöhnen und gestohlenen Birnen. Als Zugabe erzählte er von den Tieren, die zum Himmel gingen.

Zum Mitmachen animierte "Auf Trab". Die "Grenzgangmusik" intonierte den "Tango dejavu", arrangiert von Hubert Gleißner. Zu Gurdans Hackbrettpart hatte ihr Sohn die Noten geschrieben. Ein streitendes Ehepaar stellten gesanglich Gurdan und Artmann beim "Ham kummst" dar. Stehende Ovationen forderten eine Zugabe. Beim "Aitz homma a wenig gsunga" fassten sich alle Gäste an den Händen und sangen mit.

Am Butterfass von Sennerin Franzi Weiß (Zweite von rechts) durften die Bürgermeisterkandidaten Friedrich Janner (rechts) und Richard Kammerer (Mitte) sowie Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger (links) drehen.
Besenbinder Markus Remold (links) erklärte Conny Gurdan (rechts) und dem Publikum sein Hobby. Von Beruf ist er Gymnasiallehrer.
Märchenerzähler Dieter Wank fasziniert auch Erwachsene mit seinen Geschichten die oft aus der Sammlung der Gebrüder Grimm stammen. Im Ruhestand hat er das Märchenerzählen zu seinem Hobby gemacht.
Beim Schlusslied: "Aitz homma a weng gsunga" fassten sich alle Gäste an den Händen oder hängten sich ein und sangen kräftig mit. Cornelia Gurdan (vorne, Fünfte von links) bescherte mit ihrer "Oberpfälzer Grenzgangmusik" dem Manteler Publikum einen abwechslungsreichen und unterhaltsamen Abend.
Cornelia Gurdan (Zweite von rechts) mit Hackbrett gestaltete mit der "Oberpfälzer Grenzgangmusik" und Reiner Artmann (rechts) mit der steirischen Harmonika, Raphael Pillny (Mitte) mit Kontrabass, Ulrike Remold (Zweite von links) mit Gitarre und Hubert Gleißner (links) mit Gitarre das Manteler Neujahrskonzert und verwandelte die Schulaula in eine große Hutzastub'n.
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