21.01.2019 - 13:33 Uhr
MantelOberpfalz

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Absolute Mehrheiten sind auf Dauer nicht gut. Dieser Meinung sind Bürgermeisterkandidat Friedrich Janner und die Bezirksvorsitzende der Freien Wähler, Tanja Schweiger.

Tanja Schweiger (rechts) ist wie Bürgermeisterkandidat Friedrich Janner (links) der Meinung dass absolute Mehrheiten nicht gut sind, weil die Grermiumsmitglieder dann nicht zu konstruktiver Zusammenarbeit gezwungen sind.
von Eva SeifriedProfil

Bestens besucht war am Freitag die Wahlveranstaltung der Freien Wähler im Gasthaus „Hauptmann“. Janner freute sich, bereits zum vierten Mal die Regensburger Landrätin und Bezirksvorsitzende, „das Gesicht der Freien Wähler“ in Mantel zu begrüßen.

Nach der Mittlerer Reife habe er eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker absolviert, stellte der Bürgermeisterkandidat seinen Werdegang vor. Er leistete Wehrdienst, übernahm die elterliche Landwirtschaft und lernte zusätzlich Landbau. Janner ist verheiratet und hat zwei Kinder. Dem Marktrat gehört er seit zehn Jahren an. Er ist Vorsitzender der örtlichen FWG. „Mein Hobby ist die Jagd. Dort nimmt derzeit das Schwarzwild überhand – das ist nicht politisch gemeint“, schloss er scherzhaft.

„Neue Wege gehen“, sei sein Leitgedanke. "Wenn wir mal strittige Themen im Marktrat haben, wird diskutiert und es werden Stellungnahmen eingeholt, aber dann entscheidet halt einfach die Mehrheitspartei CSU", klagte er. "Alle Argumente sind für die Katz."

Janner kündigte an, sich um den Ortskern als Aushängeschild der Gemeinde zu kümmern. Auf Antrag der FWG steht von 2019 bis 2021 ein Betrag von 80.000 Euro für ein Konzept und Planung für die Städtebauförderung zur Verfügung. Bei den Anwesen „Gasthaus zur Post“ und „Pleitegeier“ gebe es derzeit eine Hängepartie. Nichts sei entschieden, informiert der Anwärter auf den Chefsessel im Rathaus. „Das Grundstück ist 2500 Quadratmeter groß. Das Gebäude würde ausreichend Platz für die Verwaltung bieten, im Hof könnte der Bauhof entstehen und freiwerdende Liegenschaften könnten dann verkauft werden.

„Unsere Wasserleitungen sind 50 bis 60 Jahre alt oder älter. Die Infrastruktur Wasser- und Kanal muss saniert werden." Auch viele Ortsstraßen seien in desolatem Zustand. "In der Weinstraße ist eine kostengünstige Sanierung gelungen“, so Janner. „Keiner verkauft gerne seinen Grund im Ortskern, aber trotzdem muss der Markt dranbleiben, dass nach und nach die Baulücken im Ort geschlossen werden." Wenn man die Baulücken zusammen zähle, ergebe das ein Gebiet, das doppelt so groß wie das Baugebiet "Winteräcker" sei, rechnete Janner vor.

„In Sachen Altenheim haben wir nun die dritte Bauchlandung erlebt." Janner kritisierte, dass die Markträte nicht von den Bürgermeistern informiert wurden. "Dass das Grundstück neben dem Feuerwehrhaus vom Käufer an den Markt zurückgegeben wird, erfuhren wir aus der Zeitung." Trotzdem wolle er sich dafür engagieren, dass in Mantel eine Einrichtung entsteht, die es alten Menschen ermöglicht, ihren Lebensabend in der Heimatgemeinde zu verbringen. „Im Wahlprogramm stehen halt die etwas unangenehmen Themen. Aber wir haben in Mantel vieles, das topp ist wie die neue Schule, das Kinderhaus und auch die Marktbibliothek.“ Auch die Umgehungsstraße sieht er schon in absehbarer Zeit kommen.

Im Baugebiet "Schlossäcker" sei laut Auskunft aus dem Rathaus nur eine Parzelle verkauft worden, trotzdem wurde schon "Schlossäcker II" beschlossen. Ohne absolute Mehrheit einer Partei müssten alle miteinander reden und öfter auch neue Wege gehen.

Eine rege Diskussion gab es auch in Sachen Haidenaabbrücke und Ampelregelung. Anwohner der Etzenrichter Straße beschwerten sich in der Versammlung massiv über das erhöhte Verkehrsaufkommen vor ihrer Haustür wegen Autos, die die Ampel umfahren und über die Etzenrichter Straße ausweichen. Vorsprachen beim Bürgermeister mit Bitte um Lösungen wie eine Beschränkung auf 30 Stundenkilometer hätten nichts genutzt. 45 Unterschriften der Anwohner liegen schon länger zur Bearbeitung im Rathaus.

Absolute Mehrheiten fand auch Gastrednerin Tanja Schweiger nicht gut. In ihrem Kreistag laufe es ohne Mehrheiten super. "Alle Gremiumsmitglieder eines Gemeinde- oder anderen Parlaments müssen ausreichend informiert werden. Alle Entscheidungen müssen transparent sein. In der Kommune sollte Parteipolitik keine Rolle spielen“, forderte die Gastrednerin. "Die Freien Wähler haben nicht zuletzt auch durch Volksbegehren einiges für die Bevölkerung und Familien bewegt zum Beispiel bei den Studiengebühren und den Straßenausbaubeiträgen." Schweiger riet zu Ortsbegehungen in Sachen Barrierefreiheit. Wichtig sei, dass auch in den Gemeinden Menschen arbeiten und wohnen könnten, um nicht in die Ballungsgebiete abwandern zu müssen. Mit der steirischen Harmonika unterhielt Bernhard Dobmeier die Gäste.

Absolute Mehrheiten in Parlamenten führen zu keiner konstruktiven Zusammenarbeit ist die Meinung von Bürgermeisterkandidat Friedrich Janner (links) und der Regensburger Landrätin Tanja Schweiger (rechts). Sie freute sich über ein Geschenk mit heimischen Spezialitäten.
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