08.05.2020 - 11:14 Uhr
MantelOberpfalz

Durch Coronakrise zur Märchen-Omi.

Die Sehnsucht nach ihren Enkeln macht Cornelia Gurdan in der Corona-Krise zur Märchen-Oma. Sie nimmt für Enkel und alle anderen Kinder und Eltern das Märchen "Kasperl befreit das Elfchen" auf.

Die Märchenfiguren wurden aus dem Keller geholt und restauriert und frisch bemalt und kamen jetzt in der Corona-Krise zu neuen Ehren.
von Eva SeifriedProfil

Wie vielen Großeltern so ging es auch Cornelia und Johann Gurdan: Ihnen fehlte das gemeinsame Spielen mit den Enkeln, das Vorlesen und die Beschäftigung mit dem Nachwuchs. Nun hat Conny Gurdan aus der Not eine Tugend gemacht und eine schon vorher gereifte Idee umgesetzt. Sie hat ein Märchen aufgenommen - für alle großen und kleinen Märchenfans sowie für alle Eltern, die dankbar sind für neun Minuten Abwechslung für die Kleinsten in der kitafreien Zeit.

Ihre Geschichte stammt aus dem Büchlein „Hänschen Apfelkern“, erschienen im Verlag Freies Geistesleben. Hans Zahlingen (bereits verstorben) ist der Autor. Schon früh, noch als Conny Gurdans eigene Kinder Manuela, Daniel und Tobias klein waren, begann sie zu Geschichten Figuren und Landschaften zu basteln. So auch zur Geschichte „Kasperl befreit das Elfchen“. Dieses „Tischspiel-Märchen“ entwickelte sich damals zum Magneten für die Kinder in der ganzen (damals Hüttenwerk-)Siedlung, die oft zu Besuch kamen. „Mami“, Frau Gurdan“ oder auch „Conny, spielst du uns die Geschichte vom Kasperl und Elfchen vor?“ – Dieser Bitte der Kinder kam sie immer gerne nach. Jetzt, da Manuela und Daniel selber Kinder haben, und die Enkelchen natürlich auch gerne mal Oma und Opa in Mantel besuchen, hat Gurdan aus dem Keller die verstaubte Elfchen-Landschaft geholt, diese mit den Kindern frisch bemalt und verziert, und auch die Geschichten von damals gespielt.

In den vergangenen Wochen nun durften sich Großeltern und Enkel nicht besuchen. So kam Gurdan auf die Idee, für die Kleinen die Lieblingsgeschichte der Familie aufzunehmen. Bereits zwei Wochen vor Ostern entwarf sie einen Plan für ihr Märchenprojekt. Die Musik musste aufgenommen werden. Gurdan nahm Kontakt zu ihrem Musiker-Kollegen und Tontechniker Hubert Gleißner auf, der sich ohne zu zögern bereiterklärte, die beiden Lieder aus der Geschichte in gewohnt professioneller Manier in seinem Tonstudio in Mitterteich aufzunehmen. Hier waren auch die CDs „Schwingende Saiten" entstanden. Conny spielte also das Hackbrett ein, sang die Lieder, und Hubert spielte die Gitarre dazu und stellte das Mixing fertig.

Die Märchen-Omi gestaltete ihr Wohnzimmer in ein kleines Studio um. Gemütliche Erzählsituation am Kachelofen sollte es sein. Ipad -Kamera in Profil-Position, Handy Kamera frontal. dazu ein Aufnahme-Mikrofon in 30 Zentimeter Abstand. Als Studiolicht musste ein Baustrahler aus dem Werkraum herhalten. Aufgestellt auf der zwei Meter hohen Haushaltsleiter. Auch die Kleiderfrage musste gut überlegt sein. Gurdan entscheed sich für ein rotes Baumwollkleid und ein Bolero vom Trachtenmarkt in Greding sowie Handgelenk-Stulpen. Rote Ballerinas ergänzten ihr Outfit.

Erst beim dritten Aufnahmedurchgang war Gurdan mit ihrer Vorleseleistung zufrieden. Dann folgte das Puppenspiel in der Märchenlandschaft, dazu musste jedoch die aufgenommene Geschichte vorher in die Musik eingebettet werden. Am Computer wurde alles zusammengemixt, aus Mitterteich kam bald die fertige Tonspur zurück und das Figurenspiel konnte aufgenommen werden. Gurdan verbrachte eine Woche in ihrem Arbeitszimmer, um alle Sequenzen zusammenzufügen. Ihre informatikkundigen Söhne halfen ihr, die Handy-Filmschnipsel wesentlich zu verbessern. Die Märchenoma freute sich über die professionelle Hilfe und den letzten Schliff. Schließlich war das Werk vollbracht und konnte an die Enkel verschickt werden.

Aber mittlerweile können alle interessierten Mamas und Papas mit ihren Kinder das Märchen gucken. Einfach in der YouTube-Suche den Titel eingeben: „Kasperl befreit das Elfchen“, Kanal „Schwingende Saiten“.

Durch die "geschenkte freie Zeit" und die Sehnsucht nach den Enkeln setzte Cornelia eine schon länger geplante Idee um. Sie nahm ein Märchen auf. Sie machte sich auch Gedanken um die passende Kleidung. Sie erzählt das Märchen, spielt Hackbrett, singt und bewegt die Figuren.
Conny Gurdan:

Mit Anfang 20 nach dem Grundstudium Sozialpädagogik bekam Cornelia Gurdan ihre Kinder Manuela und Daniel und später noch Tobias. In der intensiven Mama-Zeit machte sie eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin. Schon damals interessierte sie sich sehr für musische und rhythmische Erziehung, verbunden mit Natur, natürlichen Spielsachen, kreativen Spielformen und einer gesunden Lebensweise. In diesem Zusammenhang beschäftigte sie sich auch mit der Waldorf-Pädagogik. Und eben aus dieser Waldorf-Literatur stammen die „Kleinen Märchen und Geschichten“ aus dem Büchlein „Hänschen Apfelkern“.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.